Freigeist-Akademie für Geisteswissenschaften 2019

13. 09. 2019 07:56

von: Carina Ebert, Q2

In diesen Sommerferien wurde es mir durch ein Vollstipendium ermöglicht, an der Freigeist-Akademie für Geisteswissenschaften vom 21. Juli bis 3. August in Collevecchio, Italien, teilzunehmen.

Da jeder Teilnehmer pro Woche einem Seminar beiwohnen kann, nahm ich in der ersten Woche an dem Seminar „Kunst und Recht“ und in der zweiten Woche an dem Seminar „Was wäre das Leben ohne Arbeit teil?“. Für mich persönlich war besonders die Verknüpfung dieser beider Seminare sehr spannend, da beide jeweils auch von einem Dozenten bzw. einer Dozentin mit juristischem Hintergrund geleitet wurden. Da ich mir ein Jurastudium sehr gut vorstellen kann, konnte ich also nicht nur wertvolle Tipps zum Studium, sondern auch bereits einige Übung in juristischer Methodik einholen.

In „Kunst und Recht“ beschäftigten wir uns mit sehr verschiedenen Themen von der Kunstfreiheit im Grundgesetz über Denkmalpflege und Raubkunst bis hin zur Zerstörung von Kunstwerken durch den IS. Besonders ansprechend war meiner Meinung nach die Kombination aus inhaltlichen Aspekten aus dem Bereich der Kunst, die dann mit größtmöglicher juristischer Sachlichkeit erörtert wurden. Es blieb auch viel Zeit für teils sehr hitzige Debatten, beispielsweise über die Frage inwiefern bestimmte Formen der Aktionskunst noch der Kunstfreiheit unterliegen.


In der zweiten Woche, im Seminar „Was wäre das Leben ohne Arbeit?“, arbeiteten wir dann neben dem für alle Seminare separat bereitgestellten Reader auch mit dem Grundgesetz und anderen Gesetzestexten wie dem BGB, was mir sehr viel Freude bereitete und so auch ganz neue Arbeitsweisen als im Schulunterricht ermöglichte. Thematisch behandelten wir beispielsweise die Frage ob es ein Recht auf Arbeit gibt, Gleichberechtigung in der Arbeitswelt und „shadow work“ sowie die Zukunft der Arbeit. Zur Betrachtung weiterer Themenfelder wie Arbeitsteilung und Kapitalgewinnung zogen wir philosophische Texte, unter anderem von Marx, Smith und Aristoteles heran. Zum Thema „Zukunft der Arbeit“ erstellten wir zudem ein kreatives Projekt in Form von Zeichnungen, Geschichten, u.Ä., welches wir uns am letzten Seminartag gegenseitig präsentierten.

Am mittleren Wochenende ging es dann mit dem Bus nach Rom und auf zu zwei Tagen voller stiller Kontemplation von Kunst, interessanten Dozentenvorträgen und vor allem Fußmarsch, sodass man abends um einiges klüger aber auch müde ins Bett fallen konnte. Am Samstag besuchten wir beispielsweise die Vatikanischen Museen, den Lateran und die Katakomben von San Clemente. Am Sonntag unternahmen wir dann einen Spaziergang durch Rom vorbei an bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Forum Romanum, den Kapitolinischen Museen (die wir auch betraten) und der Piazza Navona. Da viele der Dozenten neben weiteren Studiengängen auch ein Studium der Kunstgeschichte absolviert hatten, waren wir bei der Analyse von Gemälden, Bauwerken und Statuen in besten Händen und nicht selten hieß es dann auch nach 30 Minuten Vortrag über ein Bild noch einmal on einem der Dozenten: „Ich hätte dem noch eine Kleinigkeit hinzuzufügen…“ Jedenfalls habe ich in diesen zwei Tagen sehr viel über Kunst gelernt und Rom noch einmal ganz anders kennengelernt als es einem aus der rein touristischen Perspektive gezeigt wird.

Insgesamt kann ich noch sagen, dass Collevecchio ein kleiner, aber sehr feiner Ort ist. Das Kloster und seine Umgebung sind wirklich malerisch und tragen auch dazu bei, dass man sich abgeschieden von der Hektik des Stadtlebens ganz der Erörterung von geisteswissenschaftlichen Themen hingeben kann. Auch das Essen, das mittags und abends stets mehrgängig war, bot Anlass zum Schwärmen und nicht selten wurden Seminarthemen  an der langen Tafel wieder aufgegriffen. Weitere Programmpunkte waren unter anderem der Italienisch-Kurs, durch den ich zum Beispiel in einem Supermarkt nach einem Wecker fragen konnte, der Kletterkurs, für den wir an zwei verschiedenen Tagen jeweils zwei unterschiedliche Kletterfelsen aufsuchten sowie die Abendvorträge von Dozenten und auch Teilnehmern, bei denen es um ganz verschiedene Themen wie „Was ist Geist?“, Naturheilkunde oder auch den Iran ging.

Auch wenn alle Teilnehmer an verschiedenen Seminaren und weiteren Aktivitäten teilnahmen, so waren wir doch alle am letzten Abend sehr traurig, dass die zwei Wochen bereits vorbei waren. Nichtsdestotrotz war das Abschlussfest ein voller Erfolg und es wurde unter anderem getanzt, gesungen, gerappt und gelacht.
Ich bin froh, dass ich an der Freigeist-Akademie teilnehmen und so viele neue Erfahrungen machen und vor allem spannende Leute treffen durfte. Dazu möchte ich einmal Herrn Deittert, dem MINT EC-Koordinator für unsere Schule, und natürlich ganz besonders „Unternehmer NRW“ für die Vergabe des Vollstipendiums danken.


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