Gesellschaftswissenschaften

Zum Bereich der Gesellschaftswissenschaften gehören in der Sekundarstufe I die Fächer Erdkunde, Geschichte und Politik. In der Sekundarstufe II umfasst der gesellschaftswissenschaftliche Bereich neben den Fächern Erdkunde und Geschichte auch die Fächer Sozialwissenschaften, Pädagogik und Philosophie. Im Abitur kann das Fach Religion ebenfalls den gesellschaftswissenschaftlichen Bereich abdecken. Darüber hinaus wird am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in der Qualfikationsphase das Fach Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaft angeboten, in dem auch Abiturprüfungen abgelegt werden können.

In der Oberstufe bieten wir in jedem Jahr Leistungskurse in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Sozialwissenschaften sowie Grundkurse in allen gesellschaftswissenschaftlichen Fächern an.

Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über eine Reihe der unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Projekte und Aktionen, die im Verlauf dieses und des letzten Schuljahres im Bereich der Gesellschaftswissenschaften durchgeführt worden sind oder mit Beteiligung unserer Schule stattgefunden haben.

 

 

Ein Stadtrundgang durch das jüdische Münster

"Jüdisch hier - mediale Spurensuche in Westfalen" ist ein neues Projekt des LWL-Medienzentrums. Dabei sollen Kinder und Jugendliche jüdisches Leben im eigenen Ort entdecken und ihre Ergebnisse in kreativen Medienprodukten dokumentieren. So entstehen mediale Eindrücke zu jüdischem Leben gestern und heute in ganz Westfalen.

Unser Differenzierungskurs Geschichte-Politik (Frau Keen) hatte sich im letzten Schuljahr auf eine Teilnahme an diesem Projekt beworben und wurde als einzige Gruppe aus Münster angenommen.
Unsere Schüler*innen haben sich intensiv mit dem jüdischen Leben in Münster beschäftigt. Nun ist ihr Medienprodukt ist fertig. Entstanden ist ein informativer Stadtrundgang, der anhand einer interaktiven Karte direkt vor Ort mit Smartphone oder Tablet, aber auch am PC erlebt werden kann. - 10-2021

--> zur interaktiven Karte

 

 

Juniorwahl 2021 am Annette-Gymnasium

Anlässlich der Bundestagswahl 2021 hat unsere Schule an dem deutschlandweiten Demokratieprojekt "Juniorwahl" teilgenommen und die Wahl am vergangenen Montag, 20.09.2021, im Laufe des Schulvormittags durchgeführt. Organisiert wurde das Projekt dabei von den SoWi-Zusatzkursen der Q2 von Frau Eßer und Herrn Bergmann.

Der Wahltag lief wie bei der realen Bundestagswahl am Sonntag ab: Schüler*innen der Stufen 9–12, die eine Wahlbenachrichtigung  vorzeigen oder sich ausweisen konnten, wurden zur Wahl zugelassen und erhielten ihren Stimmzettel, welcher anschließend in bereitstehenden  Wahlkabinen ausgefüllt wurden.

Das Projekt ist mit einem deutlichen Ergebnis beendet worden.

Erststimmen:
42,5% der teilnehmenden Schüler*innen gaben ihre Erststimme den Grünen, welche somit mit großem Abstand vorne liegen. Wir Schüler*innen vom Annette würden somit Frau Klein-Schmeink für Münster in den Bundestag schicken.
Die zweitmeisten Erststimmen erhielt die FDP (14,8%), gefolgt von der der SPD (13,9%). Für die CDU stimmten 12,5% der Schüler*innen. Deutlich weniger Stimmen erhielten DIE PARTEI (6,0%), die Partei die Linke (3,6%) und VOLT (2,9%). Die wenigsten Stimmen erhielt der Kandidat der AfD, der 1,3% der Stimmen erhielt.

Im Vergleich zu Münster schnitt am Annette–Gymnasium damit die Direktkandidatin der Grünen  etwas besser, die Kandidat*innen von CDU und SPD hingegen deutlich schlechter ab. Auch der Direktkandidat der FDP konnte am Annette-Gymnasium einen deutlich größeren Anteil der Erststimmen als bei der Bundestagswahl erzielen.

Zweitstimmen:

Mit einem Blick auf die Zweitstimmen der Schüler*innen schnitten die Grünen mit 38,9%  erneut am besten ab, die somit deutlich vor den anderen Parteien liegen.

Die FDP erhielt erneut die zweitmeisten Stimmen (20,7%), gefolgt von der SPD, die 13,3% der Zweitstimmen erhielt.Anders als bei den Erststimmen schnitt die Linke mit 7,5% besser ab als die CDU mit 6,7%. Außerdem erreichte DIE PARTEI 5,1% der Zweitstimmen und somit 0,9% weniger als bei den Erststimmen. Die wenigsten Prozente erhielten wieder Volt mit 2,2% und die AfD mit 0,4%. Sie würden den Einzug in den Bundestag damit nicht schaffen.

Im Vergleich zum Bundesergebnis erzielten am Annette–Gymnasium damit die Grünen, die FDP, die Linke und auch die Partei deutlich besser ab. CDU/ CSU, SPD und AfD schnitten hingegen weitaus schlechter ab.

Die Wahlbeteiligung war leicht höher als auf Bundesebene und lag insgesamt bei 77,7 %, wobei sie, verglichen mit der Q2 (Jahrgang 12) Stufe, in den unteren Stufen (Stufe 9-Q1) geringer war. - 9-2021

 

 

Forschergeist trotzt Corona - Annette-Gymnasium Landessieger beim Geschichtswettbewerb

von: Karin Völker
aus: WN - 28.8.2021

Wenn am kommenden Montag in Bonn die Sieger beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten auf Landesebene in NRW ausgezeichnet werden, stehen junge Historikerinnen und Historiker aus Münster wieder besonders zahlreich auf dem Treppchen. Sieben Arbeiten werden mit einem der Landespreise ausgezeichnet, zehn weitere Beiträge vom Annette-Gymnasium gewannen jeweils einen Förderpreis mit einer Forschungsarbeit zum Thema „Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft“.

Damit wird das Annette-Gymnasium auch als beste Schule landesweit ausgezeichnet – und es gibt einige Hoffnung, auch deutschlandweit zum wiederholten Male wieder den Pokal der Schule mit den meisten Auszeichnungen nach Münster zu holen.

Am Freitag kamen alle Annette-Schülerinnen und -Schüler, die diesmal mitgemacht hatten, zusammen – „außer denjenigen, die zwischendurch das Abitur gemacht haben“, erzählt Dr. Wolfhard Beck. Zusammen mit Katy Beck und Kim Keen sorgt er dafür, dass so viele Schülerinnen und Schüler mitmachen, wochenlang in Archiven forschen, Zeitzeugen befragen, Quellen auswerten.

Für Willy Lipproß, der eine Arbeit über die Trimm-Dich- Bewegung der 70er-Jahre in Münster schrieb, war das gerade in der Corona-Zeit eine „willkommene Abwechslung“, wie er sagt. Ähnliches erzählt Theresa Gurlit, die am Beispiel der Lebensgeschichte eines Onkels die Rolle der Inklusion im Sport untersuchte. „Im Landesarchiv hatte ich im Lockdown richtig viel Platz“, erzählt sie, froh darüber, auf diese Weise „mal aus dem Haus zu kommen“.

Viele der Geschichtsforscher am Annette-Gymnasium waren diesmal nicht zum ersten Mal dabei, und etliche können sich vorstellen, wieder mitzumachen. Sie werden in Workshops von dem Pädagogenteam begleitet – Verpflegung vom Pizza-Service inklusive. Die Pizza-Kasse wird durch das Preisgeld, das die Schule auch diesmal erhält, wieder aufgefüllt.

Schulleiterin Anette Kettelhoit gratulierte am Freitag allen, die mitgearbeitet haben, inklusive der drei Lehrer, die die Leidenschaft der Jugendlichen bei jeder Wettbewerbsrunde aufs Neue befeuern.

Das Stadtarchiv Münster hat 101 der 113 Beiträge aus münsterischen Schulen in einer über 100-seitigen Dokumentation vorgestellt.

Oberbürgermeister Markus Lewe grüßte mit Blick auf Corona diesmal in einer Videobotschaft – voller Stolz über so viel jungen Forschergeist. In keiner deutschen Stadt haben sich so viele Jugendliche am Geschichtswettbewerb beteiligt wie in Münster, wie die Stadt schon kürzlich hervorhob. - 9-2021

 

 

Stadtexkursion der Erdkunde-Leistungskurse

von: Klara Haverbeck und Maëlle Péresse

Am Mittwoch, 23.06.2021, haben die beiden Erdkunde-LKs der Q1 von Herr Streyl und Frau Keen eine Fahrradtour durch Münster unternommen, mit Helm und Warnweste, um sich ein Bild zu machen, wie einzelne Phasen der Stadtentwicklung und Stadtplanung in Münster konkret aussehen.

Zunächst ging es zum Hafen, wo uns Julius einen Kurzvortrag zum Hafen und seiner Funktion für Münster gegeben hat. Sein Fokus lag vor allem darauf, wie sich die Funktionen von damals (Industrie und Export) bis heute (Attraktion und Erholung) verändert haben. Für die Gegenwart nannte er drei zentrale Beispiele: Die Hafenkäserei und das Bochert Theater auf der B-Side und ein weiteres Projekt auf der anderen Seite, bei welchem auf einer freien Fläche ein neuer Supermarkt erbaut werden sollte. Während wir die drei Orte zu Fuß erkundet haben, war es stets die Aufgabe zu schauen, welche weiteren Funktionen/ Daseinsgrundfunktionen der Hafen aufweist. Unter anderem ist das Wohnen, Versorgung, und weitere Dienstleistungen wie Ärzte oder Notare.

Nach der Besichtigung am Hafen ging es mit dem Fahrrad weiter ins Geistviertel, in eine autofreie Wohnsiedlung für größtenteils sozial Schwächere, in der es verboten ist ein Auto zu haben oder zu fahren. Die Wohnsiedlung ist ein Projekt aus dem Jahr 2001 zur Nachhaltigkeit Münsters, scheint jedoch nicht komplett zu funktionieren. Wie uns Johanna und eine Bewohnerin von dort berichteten, haben viele der Bewohner trotzdem ein Auto außerhalb der Siedlung und benutzen dieses mehr oder weniger geheim. Dies führt vereinzelt zu Konflikten und Auseinandersetzung zwischen den Bewohnern, welche ein friedliches Zusammenleben für einige erschwert. Die Siedlung wurde im Jahr 2018 um 51 Wohnungen erweitert und machte nach unseren Erkundigungen insgesamt einen idyllischen Eindruck.

Anschließend sind wir ein Stück weiter zum Grünen Grund gefahren, eine Wohnsiedlung nahe der Weseler Straße. Diese Siedlung aus dem Jahr 1925 ist in Anlehnung an die englische Gartenhausbewegung /-gartenstadt entstanden, die von einer großen Wiese in der Mitte und Reihenhäuser drum herum gekennzeichnet ist. Vor allem die Spielmöglichkeiten und eine Grundschule schaffen dort eine familienfreundliche Atmosphäre und es ist somit ein sehr begehrtes Viertel. Dies lässt sich auch erkennen am starken Anstieg der Mieten in den letzten Jahren. Als problematisch erwies sich bei unserer Erkundung die Parkplatzsituation.

Nach dem Grünen Grund war unsere Exkursion auch wieder vorbei und wir alle haben einen Eindruck davon bekommen, wie sich die Stadt Münster in den letzten Jahren in verschiedene Richtungen und Bereichen weiterentwickelt hat. - 7-2021

 

 

Erfolgreicher Abschluss des Zertifikatskurses Betriebswirtschaftslehre (Q1)

Am Freitag, den 28. Mai 2021, erhielten die Absolvent*innen des diesjährigen „Schnupperstudiums Ökonomie“ ihre wohlverdienten Zertifikate. Im Rahmen eines mehrwöchigen Seminares in Zusammenarbeit mit dem Institut für berufliche Hochschulbildung (IBH) in Köln sowie dem Schillergymnasium Münster haben die Teilnehmer*innen grundlegende Kenntnisse im Bereich der Betriebswirtschaftslehre erworben.

Die Schüler*innen gründeten in Kleingruppen virtuelle Unternehmen und lernten auf diese Art und Weise die Betriebswirtschaftslehre praktisch und spielerisch kennen. In diesem Jahr musste das Seminar aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ausschließlich digital durchgeführt werden.

Der Lohn für den Aufwand: Das durch Schulleiterin Anette Kettelhoit überreichte Zertifikat umfasst sechs Hochschul-Credits nach ECTS, die international auf Studiengänge angerechnet werden können.

Wir gratulieren den Schüler*innen Linn Lisowski, Charlotte Holste, Johann Berghoff, Constantin Hüffer, Sion Prochotta, Sinan Taneri sowie Ansgar Tumbrink und Erik Weiguny (A. Tumbrink und E. Weiguny fehlen auf dem Foto).

Schirmherr des Projektes ist Oberbürgermeister Markus Lewe, die finanzielle Förderung erfolgte durch die Sparkasse Münsterland Ost.

Am Annette-Gymnasium wurde der Kurs von Benedikt Volbert begleitet. Vielen Dank! - 5-2021

 

 

"Europa-Bummel" - Annette als Europaschule dabei

von: Theresa Plagge, 9e

In der Coronazeit mit der Klasse aktiv zu werden ist nicht so leicht. Durch die bundesweite Europa-Woche und die Aktion "Europa-Bummeln" hier in Münster konnte ein Teil der 9e im Erdkundeunterricht mit Herrn Streyl durch Münster „bummeln“ und die Fragen an 11 verschiedenen Stationen beantworten.

So konnten die Schüler*innen (und alle anderen Mitstreiter*innen des Gewinnspiels) mehr über die EU, aber auch Münster und unsere Partnerstädte kennenlernen. Zum Beispiel, wie viele Länder dürfen mitbestimmen, was auf die Münzen gedruckt wird oder wie viele Amtssprachen es in der EU gibt. Es sind 23 Länder und 24 Sprachen. Besonders überraschend, dass nicht alle Länder mitbestimmen dürfen, oder?!

Unter dem Motto „#EUnited- gemeinsame Vision für die Zukunft“ wird auf die Bedeutung Europas hingewiesen und ein Zeichen für Münster als europäische Stadt und den Zusammenhalt in der Union gesetzt. - 5-2021

 

 

Ich lehre euch Gedächtnis: Paul Wulf: NS-Opfer-Antifaschist-Aufklärer

Von Sarah Weßling und Hannah Wortmann (EF)

Im Jahr 2018/19 haben wir, Sarah und Hannah, am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten mit dem Oberthema „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“ teilgenommen.  In unserem Beitrag haben wir uns ausführlich mit der sogenannten „Rassenhygiene“ im Nationalsozialismus befasst. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit lag dabei auf dem Leben des Münsteraners Paul Wulf, welcher als Jugendlicher zwangssterilisiert wurde. Er war somit ein Opfer der NS-Euthanasie und im Gegensatz zu anderen ging er sehr offen mit seinem Schicksal um. Paul Wulf wurde zu einer Stimme der Zwangssterilisierten der sich erfolgreich für eine Entschädigung dieser Opfergruppe einsetzte. Dafür erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Es war ihm ein Anliegen, dagegen vorzugehen, dass Nationalsozialisten auch in der Bundesrepublik ihre Karrieren ungehindert fortsetzten konnten.

Im Zuge unserer Recherche lernten wir den Freundeskreis Paul Wulf kennen, der sich dafür einsetzt, dass Paul Wulf und seine Anliegen auch heute noch gesehen und gehört werden. Anlässlich seines zwanzigsten Todestages 2019 gab es eine Gedenkfeier, an der Paul Wulf Statur auf dem Servatiiplatz. Zu dieser Gedenkfeier wurden wir eingeladen und haben gemeinsam mit unserer Tutorin Frau Keen einen Vortag gehalten.

Nun, am 25. Februar 2021, erschien das Buch „Ich lehre euch Gedächtnis: Paul Wulf: NS-Opfer-Antifaschist-Aufklärer“, welches auch Teile unserer Arbeit enthält. Darüber freuen wir uns sehr. Wir sind dankbar für diese Möglichkeit und freuen uns über die inspirierende Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Paul Wulf. - 3-2021

 

 

Mut machen in der Pandemie

Hoffnung braucht jeder Mensch. Manche Menschen sind in diesen Zeiten ohne Mut und ohne Zuversicht auf Verbesserung - besonders, wenn sie älter und allein sind.

Doch wie kann man diesen Menschen Mut und Hoffnung in Distanz geben? Genau darüber haben sich die Klassen 5a, 6c und der Kurs in der Q1 von Frau Terhorst-Schweifel im Fach Religion Gedanken gemacht. Durch selbstgestaltete `Mutmacher´ konnten die Schüler*innen den Bewohner*innen des Cohaus-Vendt-Stifts, ein Seniorenheim direkt neben unserer Schule, ihre Zuversicht zeigen.

Die gemalten Bilder, Sprüche und persönlichen Texte wurden von Maria Terhorst-Schweifel übergeben und mit Freude und Dankbarkeit angenommen. - 3-2021

 

 

Erfolg und Anerkennung beim diesjährigen Essay-Wettbewerb Philosophie

Mit Erfolg haben auch in diesem Jahr haben wieder Schüler*innen des Annette-Gymnasiums am bundeweiten Essay-Wettbewerb Philosophie teilgenommen.

Nele Pollert aus der Q1 hat - auch stellvertretend für die ebenfalls geehrten Ben M. Krusekamp und Sofia Rauschenberg aus der EF, die noch nicht wieder in der Schule sein können - aus den Händen der Schulleiterin Frau Kettelhoit ihre Urkunde für einen überzeugenden Essay entgegen genommen. Nele hat sich mit der Frage „Muss man immer glücklich sein“ auseinandergesetzt und die Jury mit ihren Ergebnissen überzeugt.

Noch erfolgreicher war Paul Oppermann, der im letzten Jahr sogar einer der beiden Sieger dieses anspruchsvollen Wettbewerbs war und damit Deutschland bei der Philosophie-Olympiade vertreten durfte: Er ist auch diesmal wieder bei der kleinen Zahl der Schüler*innen, die zur Endauswahl eingeladen worden sind. Sein Text mit mathematisch-logischen Überlegungen zu einem Zitat des Philosophen Jürgen Habermas („Gesellschaften reproduzieren sich, indem sie vermeiden, daß zu viele Irrtümer tradiert werden.“), brachte zwar den Fachlehrer Reinhard Kurzer an die Grenzen seines mathematischen Verständnisses, zum Glück aber nicht die Jury.

Wir gratulieren allen erfolgreichen Teilnehmer*innen und wüschen Paul alles Gute für die nächste Runde!

R. Kurzer - 2-2021

 

 

Auf den Spuren des Sports in der Geschichte

Workshops zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten finden unter „Corona-Bedingungen“ statt

Alle zwei Jahre im Dezember beginnt die heiße Phase des Geschichtswettbewerbes. Auch in diesem Durchgang arbeiten wieder zahlreiche junge Forscher*innen aus den Jahrgangsstufen 7 bis 12 spannende Lokal- und Familiengeschichten ganz neu auf. Das Oberthema des Wettbewerbes lautet in diesem Jahr „Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft“.

Neben der wöchentlichen AG und zahlreichen individuellen Treffen fand vom 11. und 12. Dezember wieder unser ganztägiger Workshop zum Wettbewerb in der Schule statt. Diese Tage haben immer eine besondere Atmosphäre und einen besonderen Charme.

Die Schüler*innen erhalten an diesen Tagen „Forscherzeit“, in der sie sich voll und ganz auf ihre Untersuchungen konzentrieren und selbstständig an ihren Projekten arbeiten können. Diese Zeit kann für spannende Gespräche mit Zeitzeugen, die Auswertung von Archivalien, für „Fachgespräche“ und zum konkreten Schreiben einzelner Kapitel der Arbeit genutzt werden.

Die Lehrer*innen Katy und Wolfhart Beck, Kim Keen und Kristin Strüwe sowie die Geschichtsstudentin Paula Finkenberg standen den jungen Forscher*innen als begleitende und beratende Tutoren zur Seite, ohne jedoch deren Arbeit zu steuern. Das Zepter behalten die Jungwissenschaftler*innen stets selbst in die Hand.

In diesem besonderen Jahr waren unsere Arbeitsbedingungen natürlich etwas anders als sonst, da unsere Forschergruppe aus ganz unterschiedlichen Jahrgangsstufen und Klassen zusammenkam und die Corona-Auflagen eingehalten werden mussten.

Die Schule unterstützte uns, indem sie viele Räume zur Verfügung stellte, die wir in Kleingruppen mit ausreichend Abstand nutzen konnten. Alle 20 Minuten hieß es lüften, lüften, lüften.

Mitten im Workshop erreichte uns dann die Eilmeldung des Ministerpräsidenten: Die Schulen werden geschlossen! Kurz nachdem die Meldung „on air“ ging, kam auch schon die Durchsage von Frau Kettelhoit, dass es zu einer zweiten Schulschließung kommt. - Die spontan-erschrockene Reaktion eines Jungforschers: „Dürfen wir denn noch bleiben und morgen auch noch kommen?“

Glücklicherweise durften wir, da der Lockdown erst ab Montag angeordnet wurde. So verbrachten wir auch noch den Samstag, als letzte Gruppe des Jahres, in der Schule. Das war für viele ein Highlight. Ein junger Forscher der Klasse 8 kommentierte: „Der Workshop war ziemlich cool, da man, auch als alle weg waren, noch in der Schule war und einem alle Räume zur Verfügung standen. Es war auch cool, dass man sich seine Pausen selbst einteilen konnte.“ Die traditionelle „Workshop-Pizza“ für alle Forscher*innen durfte natürlich auch in diesem Jahr nicht fehlen.

Für den zweiten Workshop am 15. und 16. Januar mussten wir dann allerdings auf Distanz umstellen: er fand als Videokonferenz statt, die Betreuung erfolgt nun digital. Jetzt sind alle Teilnehmer*innen im Endspurt. Ende Februar werden die Beiträge bei der Körber-Stiftung eingereicht – ab dann heißt es wieder Daumen drücken! - 1-2021

 

 

Wessen Kind bist du? Schüler*innen am Annette-Gymnasium treffen Tswi Herschel

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages finden auch am Annette-Gymnasium traditionell kleine und größere Projekte statt. Doch wie kann ein würdevolles Gedenken in Zeiten der Pandemie aussehen? Hier kam das Angebot der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem genau richtig. Als Partnerschule von Yad Vashem ist es dem Annette möglich, eine (fast) direkte Begegnung mit dem Shoah-Überlebenden Tswi Herschel zu ermöglichen. Dabei treffen sie neben dem Zeitzeugen auf hunderte Schüler*innen aus ganz Deutschland.

Tswi Herschel wurde am 29. Dezember 1942 in Zwolle, in den Niederlanden, geboren. Um ihn vor der Verfolgung der Nationalsozialisten zu schützen, gaben seine Eltern ihn in die Obhut einer protestantischen holländischen Familie Schwencke. Diese riskierte ihr Leben mit der Aufnahme von Tswi, zog ihn aber wie ein eigenes Kind auf. Dort lebte er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Seine Eltern wurden unterdessen im Juni 1943 in das Durchgangslager Westerbork verschleppt und einen Monat später in das Vernichtungslager Sobibór deportiert und ermordet.

Nach dem Krieg nahm ihn seine Großmutter als einzige noch lebende Verwandte bei sich auf, und erzog ihn in einem jüdischen Umfeld. Den Kontakt zu seiner Adoptivfamilie brach ab. Seit 1986 lebt Tswi mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Israel. Mittlerweile hat er auch Enkelkinder. Die Familie Schwencke wurde als Gerechte unter den Völkern geehrt.

In dem Zeitzeugengespräch konnten die Schüler*innen der 9. Klassen mit Frau Dr. Caspary und Frau Müller, und der Grundkurs Geschichte der Q2 mit Frau Keen direkt mit ihm ins Gespräch kommen und mehr über seine Geschichte erfahren.

Für weitere Gedenkaktionen lesen Sie gern auf der Seite der Westfälischen Nachrichten nach und folgen Sie #muenstergedenkt. Gern können Sie hier auch einer Person gedenken, die Opfer des Nationalsozialismus geworden ist. - 01-2021

 

 

Landwirt Julius Aundrup im Gespräch mit Geographie-LKs

von Julius Pritsch und Jan Krol

Im Rahmen unserer aktuellen Unterrichtsreihe „Landwirtschaft im deutschen Raum“ hat sich Julius Aundrup, ein Landwirt aus Senden, bereit erklärt, am Mittwoch, den 16.12.2020, an einer Videokonferenz mit uns Schüler*innen der Leistungskurse Geographie in der Q1 von Frau Keen und Herrn Streyl teilzunehmen.

Darin erkläre Herr Aundrup über seinen Betrieb auf, der in konventieller Landwirtschaft eine Sauenzucht betreibt. Zwar liege der Fokus seines Betriebes auf der Ökonomie, aber sie bemühen sich dabei sehr, auch andere Aspekte in den Blick zu nehmen und die Regionalität zu stärken. So erzeuge der Betrieb sowohl einen großen Teil seines Stromes durch Solarpanels, als auch das gesamte Tierfutter durch den eigenen Getreideanbau.

In seinen Ausführungen machte Herr Aundrup auch deutlich, dass Veränderungen in den Betriebsstrukturen mit ohne Risiken für die Bauern verbunden sind. So probierte er als einer der ersten deutschen Landwirte die Sauenhaltung mit der hochpreisigen Rasse Duroc. Doch die Verhandlungen mit dem Einzelhandel waren nicht zielführend und eine Investitionssumme im vierstelligen Bereich ging verloren.


Des Weiteren nahm Herr Aundtrup Stellung zu den derzeitigen Konflikten der Landwirte mit dem Einzelhandel und den Protesten von Kolleg*innen. Darin bemängelte er den hohen Preisdruck, den der Einzelhandel auf die Bauern ausübe, die wiederum gesellschaftlich angehalten werden, das Tierwohl zu erhöhen.

Derzeit stünden viele Landwirte vor der Situation, dass die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sehr gering sind, ihre Produkte aber nicht lagerfähig seien. Daher bliebe oft nichts anders übrig, als für geringe Preise zu bezahlen. Letztendlich habe der „kleine Bauer“ nichts gegen eine solche Übermacht in der Hand. Einige seiner Kolleg*innen mussten ihre Betriebe bereits schließen. Die Politik müsse an dieser Stelle ein Kräftegleichgewicht zwischen landwirtschaftlichem Betrieb und Einzelhandel herstellen, beispielsweise durch das Verhindern von sinkenden Schweinefleischpreisen in Kombination mit hoher Rückverfolgbarkeit einzelner Produkte. Wenn letztendlich die Schweinefleischpreise, aber nicht die Rückverfolgbarkeit, steigen würden, ließe sich in keinem Fall überprüfen, ob der gehobene Preis auch beim Betrieb ankommt. Mithilfe zahlreicher Proteste probiere man deswegen nun lautstark auf sich aufmerksam zu machen, sich zu wehren.

Abschließend bekräftige Herr Aundrup aber, dass er seinen Beruf sehr gern ausübe und hoffe, dass die schweren Zeiten bald vorüber seien. - 12-2020

 

 

 

Und plötzlich ist alles anders…

von Kim Keen

Nach dem ersten erfolgreichen Projektteil freuten wir uns alle schon sehr auf unserer Wiedersehen in den Niederlanden. Im Rahmen des Projektes haben wir auch einen Stolperstein für Hirsch Adler adoptiert. Dieser wurde im März verlegt. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten aber leider nur die Kollegen aus den Niederlanden daran teilnehmen. Doch wie sollte es jetzt mit dem Projekt überhaupt weiter gehen?

Diese und viele andere Fragen diskutierten die Lehrkräfte Erik Haandrikman, Stef Hudepohl, Dr. Gundula Caspary und Kim Keen u.a. in Videokonferenzen. Wir hoffen, dass der Gegenbesuch im November trotz aller Widrigkeiten stattfinden kann.

An der CSG Het Noordik erstellte die Gruppe in der Zwischenzeit sogar einen kleinen Film, in der die Schulgemeinschaft über das Projekt Stolpersteine informiert wurde und die Adoption des Stolpersteins und des Menschen hinter diesem Stein beleuchtet wurde. Helen vom Annette-Gymnasium  hatte darin sogar auch eine kleine Gastrolle. - 5-2020

 

 

Zeitzeugen der Landshut-Entführung im Annette-Gymnasium

Der lebhaft gestikulierende Mann vorn auf dem Podium in der Aula des Annette-Gymnasiums wird in diesem Jahr 78 Jahre alt – und heute, das erzählt er nur nebenbei, fliegt er „nur noch mit“. Jürgen Vietor war früher Flugkapitän bei der Lufthansa, seine größte Herausforderung im Job erlebte er als Co-Pilot des Lufthansa-Fluges LH 181 mit der Landshut. Der am 13. Oktober 1977 beginnende Einsatz im Cockpit des von PLO-Terroristen gekaperten Urlaubsfliegers, der erst fünf Tage später im somalischen Mogadischu mit der Stürmung der Maschine durch die deutsche Spezialeinheit GSG 9 endete, machte Vietor zu einer Person der Zeitgeschichte der Bundesrepu­blik.

Etwas weiter hinten in der Landshut saß in den albtraumhaften fünf Tagen in jenem „Deutschen Herbst“ die Passagierin Julia Sost, heute 70 Jahre alt und Großmutter von Franz Joepgen, Zehntklässler des Annette-Gymnasiums. Die Geschichte der Flugzeugentführung, mit der der Kopf der RAF-Terrorgruppe freigepresst werden sollte, wurde in der Familie immer wieder erzählt, und sie hat den Enkel gepackt. Zusammen mit seinem Schulkameraden Johann Berghoff schrieb er im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten im vergangenen Schuljahr über die Entführung eine preisgekrönte Arbeit.

Die Forschung der beiden damals 15-Jährigen ist der Grund, warum Jürgen Vietor am Donnerstagvormittag in der Aula des Annette-Gymnasiums sitzt und sich, geleitet von Schülerfragen, an die fünf Tage als Geisel erinnert. Neben ihm sitzen Franz Joep­gen und dessen Mutter Eva Filius-Joepgen, Tochter der ehemaligen Geisel Julia Sost. Sie selbst, die für die Arbeit der beiden Schüler die wichtigste Quelle und Inspiration war, konnte nicht persönlich kommen.

Tochter Eva, 1977 vier Jahre alt und während des Mallorca-Kurzurlaubs ihrer Eltern bei Nachbarn untergebracht, wuchs mit den Erinnerungen der Eltern an die Entführung der Landshut auf. „Es wurde immer wieder mal darüber geredet“, sagt sie, aber um sich der Geschichte systematisch zu nähern, war das Interesse der nächsten Generation, sprich des Enkels Franz, notwendig.

„Vielleicht brauchte es diese Distanz“, sagt Eva Filius-Joepgen – denn ihre Mutter, sie wurde von den Entführern geschlagen und sollte als dritte Geisel erschossen werden, erlebte die Tage in der gekaperten Maschine in ständiger Todesangst und unter zunehmend entsetzlichen hygienischen Bedingungen im emotionalen Ausnahmezustand, der Vater eher distanziert, analytisch.

Jürgen Vietor bescheinigte ein Wissenschaftler vor einigen Jahren eine „hohe Resilienz“ – und diese Eigenschaft ließ den Lufthansa-Piloten nach der Befreiung der Maschine nach wenigen Wochen wieder ins Cockpit steigen – auch in das der „Landshut“, für deren Erhalt als Museumsstück er sich heute einsetzt.

Auch Vietor erlebte akute Todesangst, aber „war permanent von der Situation gefordert“. Als er erzählt, wie er die Landshut im jemenitischen Aden auf einer Schotterpiste notlandete und sich vorher von Kapitän Jürgen Schumann per Handschlag aus dem Leben verabschiedet hatte, halten die Jugendlichen den Atem an. Jürgen Schumann wurde, auch das erzählt Vietor in allen fürchterlichen Einzelheiten, wenig später von den Entführern vor den Augen der Passagiere hingerichtet.

Vietor hat schon häufig in Schulen und bei anderen Veranstaltungen von der Entführung erzählt, stand als Interviewpartner zur Verfügung – auch für Filme, die über die Entführung der Landshut gedreht wurden. Auch ihn lassen diese Tage nicht mehr los.

aus: WN 13.3.2020
von: Karin Völker

 

 

„Some were neighbors - Einige waren Nachbarn“

Insgesamt sechs Klassen und Kurse der Jahrgangsstufen 8 bis 11 besuchten die Ausstellung „Einige waren Nachbarn. Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ des United States Holocaust Memorial Museum zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im Foyer der Bezirksregierung Münster. Begleitet wurden sie dabei von ihren Lehrerinnen Frau Boße, Frau Dr. Caspary, Frau Keen, Frau Taneri und Frau Wollbold. Der Besuch der Ausstellung war eingebunden in den Deutsch- und Geschichtsunterricht.

Die Ausstellung zeigt Verhaltensweisen Einzelner während der Verfolgung von Jüdinnen und Juden unter der nationalsozialistischen Herrschaft in Europa. In der Auseinandersetzung mit den gezeigten historischen Bild- und Filmdokumenten sowie in den anschließenden Diskussionen erfuhren die Schüler*innen, dass „das Verhalten der Menschen von behutsamen Zeichen der Solidarität mit den Opfern bis hin zu aktiven Rettungsversuchen, von der Duldung judenfeindlicher Maßnahmen bis hin zur bereitwilligen Zusammenarbeit mit den Tätern und eigener Täterschaft reichte“ (https://www.bundestag.de/besuche/ausstellungen/parl_hist/einige-waren-nachbarn-580636).

Angesichts des zunehmenden Rassismus und Rechtsradikalismus in Deutschland finden wir Lehrerinnen den Besuch der Ausstellung jahrgangs- und fächerübergreifend aus den folgenden Gründen besonders wichtig: Zum einen liefert die Ausstellung solides, auch lokalhistorisches Faktenwissen, das den Schüler*innen überzeugendes Argumentieren, z.B. gegen Alltagsrassismus ermöglicht, der im digitalen und nicht-digitalen Leben zunehmend gesellschaftsfähiger wird. Zum anderen werden sie sich ihrer historischen Verantwortung bewusst.

Wir hoffen daher, dass der Besuch der Ausstellung das Wissen um die historischen Vorgänge vertieft, die Wahrnehmung heutiger vergleichbarer Vorgänge schärft und den Schüler*innen somit ein entschiedenes Auftreten gegenüber diskriminierendem und rassistischem Verhalten ermöglicht.

E. Boße – G. Caspary – K. Keen – N. Taneri – S. Wollbold

 

Was haben wir beim Besuch der Ausstellung „Some were neighbors - Einige waren Nachbarn“ über das Verhalten von Nachbarn in der Zeit des Nationalsozialismus erfahren? Eine Antwort, verfasst von der Klasse 8e des Annette-Gymnasiums:

Manche Nachbarn, auch Kinder und Jugendliche, haben z.B. einfach zugesehen, wenn Menschen abgeholt wurden und dabei sogar gelacht. Sie haben also nichts dagegen unternommen, sondern die Angelegenheit belächelt und so getan, als sei es etwas ganz Normales, dass Nachbarn plötzlich abgeholt werden und verschwinden. Einige haben sogar von den Deportationen profitiert, indem sie z.B. Besitztümer von Nachbarn, die abgeholt worden waren, günstig bei öffentlichen Auktionen ersteigert haben. Schon kleine Kinder und Jugendliche wurden mit einem antisemitischen Bild groß und teilten daher schon im jungen Alter die Meinung und den Hass der Nationalsozialisten auf alle Menschen, die nach der nationalsozialistischen Ideologie „anders“ waren. Ein historisches Filmbeispiel in der Ausstellung hat gezeigt, wie zwei Menschen öffentlich gedemütigt und gequält werden. Drumherum standen viele Nachbarn und waren sehr fröhlich. Niemand von den Anwesenden hat etwas gegen die Demütigung gemacht. Manche Menschen haben freiwillig bei Massenerschießungen z.B. von Juden mitgemacht. Dazu wurden sie nicht gezwungen und es gab auch keine Sanktionen, wenn man sich weigerte. Wenn man aber mitmachte, wurde man dafür belohnt und bekam den Respekt seiner Kameraden.

Meistens war die Reaktion der Nachbarn also das „Mitlaufen“ oder „Zusehen“ und in manchen Fällen sogar ein richtiges „Mitfeiern“, wenn z.B. Juden oder behinderte Menschen öffentlich erniedrigt wurden.
Nur wenige Menschen hatten den Mut, sich zu widersetzen. Sie haben ihren jüdischen Nachbarn Unterschlupf gewährt oder Bekannte und sogar unbekannte Menschen gerettet, wie z.B. ein Polizist, der Gefangenen half, aus dem Lager Westerbork zu fliehen. Die meisten Menschen haben aber einfach nichts unternommen oder die Handlungen der Nationalsozialisten sogar unterstützt.

Wir haben erfahren, dass auch in Münster Juden verfolgt, festgenommen und deportiert wurden. In der Reichspogromnacht wurden zum Beispiel im jüdischen Kaufhaus Feibes (heute Primark) die Schaufenster mit antijüdischen Parolen beschmiert, die Schaufensterdekoration geplündert und die Ladeneinrichtung zerstört bzw. teilweise in Brand gesetzt.

Es ist uns aufgefallen, dass in Münster sehr unterschiedlich an die Schrecken des Nationalsozialismus erinnert wird. Mit einer großen Statue wird z.B. an den Kardinal von Galen erinnert, der sich in seinen Predigten mutig für behinderte Menschen eingesetzt hat, aber nicht gegen die Deportation und Vernichtung der Juden. An die Bücherverbrennung wird hingegen nur mit einer unscheinbaren Tafel im Boden gegenüber vom LWL Museum für Kunst und Kultur erinnert. An die deportierten und ermordeten jüdischen Opfer wird sogar nur mit kleinen Stolpersteinen erinnert, die leicht übersehen werden können – wer hat z.B. schon einmal auf den Stolperstein vor Primark geachtet, der an Hedwig Feibes (*1895) erinnert, die 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1943 in Auschwitz ermordet wurde? - 3-2020

 

 

Das Projekt geht in die nächste Runde! – Gemeinsam Erinnern in Münster zum internationalen Holocaust-Gedenktag

von Kim Keen

Am Sonntag, den 26.01.2020, war es endlich so weit. Alle Namensschilder sind gedruckt, alle Räume vorbereitet – wir können unsere neuen Freunde aus den Niederlanden vom Hauptbahnhof Münster abholen. Neben einer erneuten Vertiefung, um sich gegenseitig kennen zu lernen, mussten wir an diesem Tag zunächst die Texte üben, die wir im November ausgesucht hatten, um sie am Holocaust-Gedenktag am nächsten Tag auf dem Platz des Westfälischen Friedens zu präsentieren. Zum Abendessen sind dann auch alle Eltern gekommen und haben jede Menge leckere Speisen zum Buffet mitgebracht.

Entsprechend groß war die Aufregung am nächsten Tag. Doch bevor es zur Veranstaltung ging, besuchten die niederländischen Schülerinnen und Schüler den Unterricht am Annette- Gymnasium und wurden von unserer  Schulleiterin Frau Kettelhoit freundlich in ihrem Büro begrüßt. Um die gesamte Schulgemeinschaft auf den internationalen Holocaust-Gedenktag aufmerksam zu machen, hatten die Schüler*innen eine Rede mit der Aufforderung zu einer Schweigeminute erarbeitet und Lily verlas diese über die Lautsprechanlage der Schule.

Bei der Veranstaltung selbst lernten wir u.a. den Oberbürgermeister Markus Lewe kennen, der die Schirmherrschaft über das Projekt hat. Timur und Julia präsentierten das ausgewählte Gedicht der Gruppe und Aniek und Anner trugen das Zitat aus dem Film „Schindlers Liste“ in perfektem Deutsch vor.

Am nächsten Tag arbeitete die Gruppe intensiv in der Villa ten Hompel zu Verstrickungen der Polizei in die Verbrechen der NS-Herrschaft mit dem Fokus auf den Niederlanden. Danach diskutierten die Jugendlichen zu historischen und aktuellen Thesen in einem „Demokratie-Dschungel“, um den Tag mit einem Workshop zur Täterfrage zu beenden.

Der nächste Tag begann mit einem Stadtrundgang der deutschen Schüler*innen durch ihre Stadt. Am Nachmittag besuchte die Gruppe dann die Ausstellung „Some Were Neighbors“ im Foyer der Bezirksregierung und nahm an einem Workshop teil.

Und schon begann der letzte Projekttag. Neben der intensiven Reflexion der vergangenen Woche und einem Ausblick auf die Zeit in den Niederlanden im Mai endete der erste Projektteil mit dem Besuch eines Escape-Rooms. Alle waren sich einig, dass diese Woche ganz besonders war und viele neue Freundschaften geschlossen wurden. Zum Glück ist Almelo in 1 ½ Stunden mit dem Zug zu erreichen!

Am nächsten Tag wurde es für Anne und Theresa allerdings noch einmal ganz spannend: Die beiden repräsentierten das Projekt bei der offiziellen Ausstellungseröffnung von „Some Were Neighbors" und trafen dort u.a. Sarah Bloomfield, die Leiterin des United States Holocaust Memorial Museum, aber auch unsere Regierungspräsidentin Dorothee Feller und die Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. - 2-2020

 

 

Keine Ruh' im Ruhrgebiet – ein Bericht des Erdkunde-LKs

Wir, der Erdkunde Leistungskurs  der Q2, erkundeten mit öffentlichen Verkehrsmitteln am 22. und 23. Januar das Ruhrgebiet. Was wir dort erlebt haben, stellte unsere Wahrnehmung auf den Kopf. Es lag auch u.a. am nasskalten Nebel, dem wir mit aller Härte trotzen. Dafür erhielten wir höchst originelle Einblicke in den Pott. Wir lernten die Gartenstadt Welheim in Bottrop kennen und konnten Parallelen zu unserer Gartenstadt in Münster erkennen. Wir erfuhren, wie eine Schutthalde nun als eine gigantische Tourismus-Erlebniswelt mit Indoor-Skipiste, Sommerrodelbahn und Indoor-Skydiving-Anlage genutzt wird.

Auf der ehemaligen Halde der Schachtanlage Prosper in Bottrop steht wohl die ungewöhnlichste Pyramide im Ruhrgebiet, das Tetraeder. Mit seiner Höhe von 60 Metern oberhalb des 90 Meter hohen Haldengipfels ein sehr beeindruckendes Bauwerk. Wir bestiegen die Pyramide, leider wurden wir aufgrund des Nebels nicht mit dem wunderbaren Ausblick in die Vergangenheit des Ruhrgebiets belohnt.

Am Abend erkundeten wir den Duisburger Innenhafen und konnten hier den Strukturwandel erfahren, ehe wir uns zu unserer Unterkunft, der Jugendherberge im Landschaftspark Duisburg-Nord auf den Weg machten. Am nächsten Morgen war der Blick ein wenig besser, den wir vom Hochofen 5 hatten. Hier haben Besucher nicht nur die Möglichkeit den Hochofenprozess zu verstehen, sondern aus 70 Metern Höhe einen weitreichenden Blick auf Duisburg, das westliche Ruhrgebiet und den Niederrhein.

Anschließend besuchten wir die Firma Open Grid Europe in Essen. Das ist eine Gas-Firma. « Gas? Echt jetzt? » So dachten wohl einige unter uns mit Augenmerk auf die globale Erwärmung. Doch ausgerechnet diese Gasfirma, die etwa die Hälfte der deutschen Pipelines betreibt, kümmerte sich um den Klimawandel. Die Rede war von Möglichkeiten zur Produktion und zum Transport von grünem Kerosin und als Treibstoff der Zukunft diskutiertem Wasserstoff. Um im Lauf der Energiewende deutschlandweit die Energieversorgung zu sichern, müsse die Energie-Übertragung von Elektronen (Strom) auf Moleküle (Gas) und umgekehrt voran kommen. Denn Wind und Sonne würden Energie nur zu bestimmten Tageszeiten liefern. Und Kohle- und Atomkraft seien in Deutschland bald abgeschafft. Die Politik sei gefragt die Weichen zu stellen. Als uns die verschiedenen Bereiche der Firmenzentrale gezeigt wurden, bekamen einige unter uns tatsächlich Interesse an einer Karriere in einem Unternehmen wie OGE. Die anderen gaben sich zufrieden mit den exklusiven Vorträgen und der leckeren Currywurst oder der veganen Alternative, die uns der Betrieb spendierte.

Natürlich konnten wir auch einen Besuch der Zeche Zollverein als UNESCO-Welterbe Zeche und Kokerei Zollverein, bekannt als die „schönste Zeche der Welt“, ehemals größte Steinkohlenzeche der Welt nicht missen.

Als wir abends in Münster aus dem Zug stiegen, waren wir ziemlich kaputt, doch unsere Einblicke in die Wirtschaftsmetropole, die eine so stolze, rußige Geschichte hat und sich nun ganz neu erfindet, waren mit im Gepäck. - 2-2020

 

 

Erfolg im Essaywettbewerb Philosophie

Hoch erfreut erfuhr Philosophielehrer  Reinhard Kurzer am Montag vom Erfolg seines Schülers Paul Oppermann (Q1) im diesjährigen Essaywettbewerb Philosophie. Paul hat es mit seinem Essay geschafft, zur „Philosophischen Winterakademie“ hier in Münster eingeladen zu werden, und das ist eine große Auszeichnung (in vielen Jahren haben das erst zwei Schüler*innen unserer Schule geschafft).

Pauls kluger und hoch aktueller Essay zu einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer („Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.“) lasse vermuten, dass er auch bei diesem nächsten Schritt gute Erfolgschancen habe, so Fachlehrer Reinhard Kurzer, der Paul zur Teilnahme ermuntert und für die nötigen Rahmenbedingungen gesorgt hatte.  Schon die Einladung zur Winterakademie sei eine Bestätigung dafür, dass er einen bemerkenswerten Text verfasst habe.

In dem seit Jahren etablierten bundesweiten Wettbewerb, an dem viele hundert Schüler*innen aus ganz Deutschland teilnehmen, werden Essays zu vorgegebenen Zitaten verfasst, die unterschiedliche Bereiche der Philosophie berühren.

Die 25 besten Essayschreiber kommen im Februar in der „Winterakademie“ mehrere Tage zusammen, um mit Professoren der Uni Münster Themen zu diskutieren und einen weiteren Essay in einer Fremdsprache zu verfassen. Die besten Schreiber werden dann Deutschland bei der Philosophie-Olympiade (dieses Jahr in Lissabon!) vertreten und außerdem erhalten sie ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg! - 2-2020

 

 

Spurensuche DDR – Die Geschichts-Leistungskurse in Berlin  

An historischen Orten und durch die Begegnung mit Zeitzeugen haben die beiden Geschichts-LK der Jahrgangsstufe Q2 die Diktatur der DDR in einem dreitägigen Seminar erforscht. Zur Vorbereitung setzten sich die Schüler*innen anhand von biografischen Fallbeispielen mit dem Leben im geteilten Deutschland auseinander. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Rolle von Jugendlichen in der DDR, die zwischen Anpassung und Selbstbehauptung bzw. Widerstand wählen mussten und dadurch nicht selten in den Zugriff der Stasi gerieten.

In Berlin besuchten die Schüler*innen verschiedene historische Orte, die heute zugleich Erinnerungsorte für die Opfer der DDR-Diktatur sind. Dazu zählen die Gedenkstätte „Berliner Mauer“ an der Bernauer Straße und das Notaufnahmelage Marienfelde für die Flüchtlinge aus der DDR. Wenn auch die historischen Rahmenbedingungen der Flucht andere waren, wurden Parallelen zu heutigen Fluchtbewegungen schnell deutlich.

Die Zeitzeugin Edda Schönherz, in den 1970er Jahren wegen Fluchtvorbereitungen inhaftiert, führt die Schüler*innen durch das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen

Welche Konsequenzen Nichtanpassung, Aufbegehren oder gar Fluchtversuche im Einzelfall haben konnten, erfuhren die Schüler*innen sehr eindrucksvoll in mehreren Zeitzeugengesprächen: Der Nichteintritt in die FDJ bedeutete für eine Zeitzeugin die Nichtzulassung zu Abitur und Studium, Fluchtversuche hatten in zwei anderen Fällen mehrjährige Haftstrafen zur Folge. Zwei Zeitzeugen führten durch das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen – das Gefängnis, in dem sie selber inhaftiert waren.

Nicht mit physischer Gewalt, sondern mit psychischem Terror versuchte die Stasi dort die Menschen systematisch zu brechen. Die Exkursion bot sehr eindrucksvoll Einblicke in die Machtmechanismen der Diktatur und ihre Folgen für die Menschen, zeigte aber zugleich auch erstaunliche Beispiele von Mut und Widerstand.
Das Seminar wurde gemeinsam vom Franz-Hitze-Haus und der Villa Ten Hompel angeboten und von der LK-Lehrern Dr. Michael Jung und Dr. Wolfhart Beck begleitet. Es ist jedes Jahr Bestandteil des Unterrichts des Geschichts-LK. - 1-2020

 

 

Theologische und philosophische Reflexionen zu ethischen Fragen am Lebensende

Rechtsanwalt Dr. Gunia zu Besuch im Religionsunterricht der Q2

von Lukas Grave, Q2

Das Thema Sterbehilfe wird in der Öffentlichkeit und in der Gesellschaft schon länger kontrovers und oft sehr emotional diskutiert. Bevor man zu klaren Urteilen kommen kann, müssen jedoch zunächst viele Sachfragen geklärt werden: Wie unterscheiden sich aktive, indirekte und passive Sterbehilfe überhaupt? Was genau ist gesetzlich erlaubt oder verboten? Welche Problematiken ergeben sich für die Betroffenen, Familienangehörige und Ärzte? Und was kann in einer Patientenverfügung alles geregelt werden, was nicht?
Diesen und anderen Fragen sowie unterschiedlichen ethischen Begründungsmodellen waren wir im Rahmen unserer Unterrichtsreihe zum Thema: „Dann geb ich mir die Spritze – Theologische und philosophische Reflexionen zu ethischen Fragen am Lebensende“ im Kurs Kath. Religionslehre bereits in den letzten Wochen intensiv nachgegangen.

Um einen noch tieferen Einblick in die – zum Teil sehr komplizierten – Rechtsfragen zu bekommen, besuchte am Montag, den 11.11.2019, Rechtsanwalt  Dr. jur. Wilfried Gunia aus Dortmund als Experte zu diesem Thema unseren Kurs.

Als Strafverteidiger begab er sich nun gemeinsam mit uns auf dieses nicht einfache und sehr aktuelle Themengebiet, um aus seinem Praxisalltag Antwortversuche zu geben und Fallstricke näher zu beleuchten. In einem sehr lebendigen Austausch hatten wir auch die Möglichkeit, unsere offenen und zum Teil sehr persönlichen Fragen, die wir mit unserer Kurslehrerin Frau Terhorst-Schweifel im Vorfeld formuliert hatten, an ihn als Experten zu stellen. Die Erklärungen, die der Rechtsanwalt uns geben konnte, waren auch für uns als Nicht-Juristen sehr gut verständlich und interessant, so dass die zwei angesetzten Schulstunden wie im Flug vergingen.

Der persönliche Kontakt zu Herrn Dr. Gunia war ursprünglich auf dem Katholikentag in Münster zustande gekommen. Dort war er als Vertreter der Vereinigung „Christ und Jurist“ eingeladen, zu deren Mitgliedern er zählt. Die Initiative setzt sich mit juristischen Fragen vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens (und insbesondere des christlichen Menschenbildes) auseinander.

Der Experte aus Dortmund erläuterte in seinen Ausführungen u.a. die eigentliche Aufgabe eines Juristen in diesen Fällen, die im genauen Abwägen aller rechtlich relevanten Sachverhalte besteht. Als besonders brisant erwies sich hierbei etwa die Beispielfrage, ob und wann ein Arzt beim Sterben helfen darf. So gilt beispielsweise eine palliativmedizinische Versorgung, die dem Sterbenden durch Verabreichung von Medikamenten, wie z.B. Morphium, die Schmerzen lindert als nicht gesetzwidrig – auch wenn sie ggf. eine Verkürzung des Lebens in Kauf nimmt. Dies steht allerdings immer unter der Voraussetzung, dass der Patient dies vorher in einer Patientenverfügung festgelegt hat.  Durch diese Ausführungen von Herrn Dr. Gunia wurde uns allen klar, dass uns das Thema Patientenverfügung grundsätzlich etwas angehen sollte, denn nur sie sorgt für die nötige Klarheit bei allen Betroffenen – egal in welchem Lebensalter.

Natürlich wurde bei anderen Aspekten auch deutlich, dass es durchaus unterschiedliche Einstellungen und Werturteile zu dem komplexen Thema „Sterbehilfe“ gibt und die damit verbundenen Probleme nicht theoretisch zu lösen sind, trotz intensiver Auseinandersetzung.

In einer Sache konnten wir jedoch alle einen eindeutigen Standpunkt vertreten: Es wäre wichtig und wünschenswert, wenn die Hospiz- und Palliativbewegung eine größere Unterstützung seitens des Staates erfahren würde, denn „eine Gesellschaft, die am Ende Häuser bauen würde, in denen man den Menschen nicht beim Sterben hilft, sondern sie töten hilft, wäre eine andere Gesellschaft als die, in der wir heute leben.“ (Franz Müntefering) 11-2019

 

 

„Gemeinsam Erinnern – Samen herdenken“

Start für das Erasmus+ Projekt mit den Niederlanden

von Magdalena Spital

Am Dienstag, den 12. November 2019 fuhren wir mit dem Zug nach Enschede, um unsere holländischen Projekpartner*innen kennen zu lernen. Wir, das sind Lena Busjan, Theresa Gurlit, Kai Niehoff, Julia Nünning, Helen Pohl, Lilly Reher, Magdalena Spital und Timur Winter aus der EF mit den Lehrerinnen Gundula Caspary und Kim Keen.

Bei einer gemeinsamen deutsch-holländischen Führung durch die „schönste Synagoge der Niederlande“ in Enschede haben wir viel über das Judentum und über das jüdische Leben Anfang des 20. Jahrhunderts gelernt. Die Synagoge wurde 1928 erbaut und ist im Krieg erhalten geblieben. Im  Anschluss stand das gegenseitige Kennenlernen im Fokus. Nach einem lustigen Speed-Dating („War sehr hilfreich“) stärkten wir uns bei einem koscheren Lunch. Für Lilly gab es sogar eine spontane, vegane Essensauswahl von den ehrenamtlichen Helferinnen der Synagoge.

Im zweiten Teil des Programmes wurde es lyrisch-inhaltlich. Wir widmeten uns der Vorbereitung zweier Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkriegs, die wir im Jahr 2020 in Münster und Almelo mitgestalten werden. Hierfür hatten die deutschen und niederländischen Schüler*innen Gedichte und Texte zum Thema Erinnern mitgebracht. Diese stellten sie sich gegenseitig vor und wählten in einem mehrstufigem Verfahren zwei Gedichte aus, die ihnen am angemessensten für den Anlass erschienen.

Präsentiert werden diese am internationalen Holocaustgedenktag am 27. Januar 2020 in Münster und am nationalen Dodenherdenking am 04. Mai 2020 in Almelo.

Das Fazit der Schüler*innen im Zug lautete: „Toll, dass man sich in wenigen Stunden schon so gut kennen gelernt hat.“ Wir freuen uns schon auf den Besuch der Niederländer*innen vom 26.-30. Januar 2020!

Das Erasmus+-Projekt wird durch EU-Gelder gefördert und findet anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung der Niederlande von der Besetzung durch NS-Deutschland statt. Es ist eine Kooperation der Stadt Münster, der Stadt Almelo, der Bezirksregierung Münster, der Villa ten Hompel, der Synagoge Enschede, des Stolpersteinvereins Almelo, sowie der beiden beteiligten Schulen der  CSG Het Noordik – Almelo und des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums Münster. - 11-2019

 

 

Einblicke des Pädagogik-Kurses Q1 in Forschungen der Entwicklungspsychologie

von: Alissa Gruse und Lisa Langert, Q1

Am 26. September besuchte uns Prof. Joscha Kärtner, der Leiter der Entwicklungspsychologie der Uni Münster. In den Wochen zuvor behandelten wir die kognitive Entwicklung bei Kindern nach Jean Piaget. Von daher passte der Besuch von Prof. Dr. Kärtner gut in unsere Unterrichtsreihe und ermöglichte uns einen Einblick in die moderne Entwicklungsforschung.

Er erzählte uns etwas über eine Studie von ihm und seinem Team. Diese befasste sich mit der Frage, ob Kinder bereits früh prosoziales Verhalten zeigen, also hilfsbereit sind, und welche möglichen Gründe es dafür gäbe. Hierfür wurden Kleinkindern Videoclips gezeigt und ihre Augenbewegung digital erfasst (Eyetracker-Methode). Die Forschung deutet darauf hin, dass bereits Kinder mit 9 Monaten Bedürftigkeit erkennen.

Auch ging es darum, welchen Einfluss die Kultur auf das Hilfsverhalten von Kindern hat. So konnten wir in Videoaufnahmen vergleichen, wie unterschiedlich Mütter aus Münster und Brasilien ihre Kinder dazu brachten, ihnen zu helfen. Während in Lateinamerika mit Bestimmtheit aufgefordert wurde, der Mutter das Glas zu bringen, appellierten die westfälischen Mütter deutlich mehr an die Einsicht der Kinder.

Der Besuch von Prof. Dr. Kärtner war sehr interessant und es war spannend herauszufinden, dass für aktuelle Studien die Entwicklungstheorie Piagets tatsächlich kaum noch Bedeutung hat, wie Dr. Kärtner uns in einer anschließenden Fragerunde erklärte. - 11-2019

 

 

Punkte sammeln fürs Studium - Schüler schnuppern Uni-Luft

Für den Übergang von der Schule ins Studium haben 17 Schüler des Annette-Gymansiums sowie des Schiller-Gymnasiums bereits ordentlich gepunktet. Denn für ihr freiwilliges ganztägiges BWL-Schnupper-Studium bekamen sie am Mittwoch ihre Zertifikate überreicht. Gewiss sind den Schülern der Jahrgangsstufe Q1 damit auch sechs Credits, die ihnen bei unterschiedlichen künftigen Studiengängen angerechnet werden können.

Denn wirtschaftliches Wissen erhält einen immer höheren Stellenwert – auch in anderen Studiengängen als der BWL, betonte Volker Brügge von der Sparkasse Münsterland Ost, die das dreitägige Studienprojekt (an einem Freitag und immerhin an zwei Samstagen) finanziell unterstützt hat.

Beeindruckt von den guten Leistungen zeigte sich Prof. Dr. Chrisian Müller von der Universität Münster. „Sie haben Ihre Studierfähigkeit bewiesen“, lobte er. Er fühle sich angesichts der sehr guten Leistungen motiviert, sich für die Einführung des Fachs Wirtschaft in der Schule einzusetzen. Die Schüler überzeugten mit pfiffigen Konzepten zur Unternehmensgründung – unter anderem mit kalorienarmen Pizzen und neuartigen Muntermacher-Getränken.

„Etwas Werthaltiges“ hätten die Schüler erarbeitet, so Tobias Krippendorff, Geschäftsführer des „Deutschland.University-Netzwerks“. Die Leiterin des Annette-Gymnasiums, Anette Kettelhoit, und Stadtdirektor Thomas Paal lobten das freiwillige Engagement der Schüler. Es seien wichtige Erfahrungen beim Übergang von der Schule in Studium oder Beruf gemacht worden.

Aus: WN - 31.10.2019

 

 

Schülerinnen erinnern an Paul Wulf

Die Schülerinnen der Klasse 8 Sarah Weßling und Hannah Wortmann befassten sich in ihrem Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten eingehend mit der sogenannten Rassenhygiene der Nationalsozialisten. Dafür setzten sie sich auch intensiv mit dem Leben von Paul Wulf auseinander. Er war Opfer der NS-Euthanasie und antifaschistischer Aufklärer. Als solcher ging er in die Archive und fand die NS-Verstrickungen der neuen alten Eliten der jungen Bundesrepublik. Paul Wulf selber war als Kind zwangssterilisiert.

Im Gegensatz zu vielen anderen Opfern schwieg er aber nicht über sein Schicksal und wurde so  zur Stimme der mehr als 350.000 von den Nazis als „lebensunwert“ stigmatisierten und zwangssterilisierten Menschen. Er war es maßgeblich, der eine späte Entschädigung für diese Opfergruppe erstritt. Für seine unermüdliche Arbeit erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Er verstarb am 3. Juli 1999 im Alter von 78 Jahren.

Anlässlich seines 20. Todestages wurde nun an Paul Wulf an „seiner“ Statue auf dem Servatiiplatz gedacht. Hierzu lud der Freundeskreis Paul Wulf unsere beiden Schülerinnen ein, ihre Arbeit in einem Vortrag zu präsentieren. Begleitet wurden sie dabei von ihrer Tutorin Kim Keen. Auszüge ihrer Arbeit werden auch in einem Buch zu Paul Wulf 2021 veröffentlicht. - 7-2019

Lesung von Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiastinnen

 

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