Gesellschaftswissenschaften

Zum Bereich der Gesellschaftswissenschaften gehören in der Sekundarstufe I die Fächer Erdkunde, Geschichte und Politik. In der Sekundarstufe II umfasst der gesellschaftswissenschaftliche Bereich neben den Fächern Erdkunde und Geschichte auch die Fächer Sozialwissenschaften, Pädagogik und Philosophie. Im Abitur kann das Fach Religion ebenfalls den gesellschaftswissenschaftlichen Bereich abdecken. Darüber hinaus wird am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in der Qualfikationsphase das Fach Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaft angeboten, in dem auch Abiturprüfungen abgelegt werden können.

In der Oberstufe bieten wir in jedem Jahr Leistungskurse in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Sozialwissenschaften sowie Grundkurse in allen gesellschaftswissenschaftlichen Fächern an.

Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über eine Reihe der unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Projekte und Aktionen, die im Verlauf dieses und des letzten Schuljahres im Bereich der Gesellschaftswissenschaften durchgeführt worden sind oder mit Beteiligung unserer Schule stattgefunden haben.

 

 

Zeitzeugen der Landshut-Entführung im Annette-Gymnasium

Der lebhaft gestikulierende Mann vorn auf dem Podium in der Aula des Annette-Gymnasiums wird in diesem Jahr 78 Jahre alt – und heute, das erzählt er nur nebenbei, fliegt er „nur noch mit“. Jürgen Vietor war früher Flugkapitän bei der Lufthansa, seine größte Herausforderung im Job erlebte er als Co-Pilot des Lufthansa-Fluges LH 181 mit der Landshut. Der am 13. Oktober 1977 beginnende Einsatz im Cockpit des von PLO-Terroristen gekaperten Urlaubsfliegers, der erst fünf Tage später im somalischen Mogadischu mit der Stürmung der Maschine durch die deutsche Spezialeinheit GSG 9 endete, machte Vietor zu einer Person der Zeitgeschichte der Bundesrepu­blik.

Etwas weiter hinten in der Landshut saß in den albtraumhaften fünf Tagen in jenem „Deutschen Herbst“ die Passagierin Julia Sost, heute 70 Jahre alt und Großmutter von Franz Joepgen, Zehntklässler des Annette-Gymnasiums. Die Geschichte der Flugzeugentführung, mit der der Kopf der RAF-Terrorgruppe freigepresst werden sollte, wurde in der Familie immer wieder erzählt, und sie hat den Enkel gepackt. Zusammen mit seinem Schulkameraden Johann Berghoff schrieb er im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten im vergangenen Schuljahr über die Entführung eine preisgekrönte Arbeit.

Die Forschung der beiden damals 15-Jährigen ist der Grund, warum Jürgen Vietor am Donnerstagvormittag in der Aula des Annette-Gymnasiums sitzt und sich, geleitet von Schülerfragen, an die fünf Tage als Geisel erinnert. Neben ihm sitzen Franz Joep­gen und dessen Mutter Eva Filius-Joepgen, Tochter der ehemaligen Geisel Julia Sost. Sie selbst, die für die Arbeit der beiden Schüler die wichtigste Quelle und Inspiration war, konnte nicht persönlich kommen.

Tochter Eva, 1977 vier Jahre alt und während des Mallorca-Kurzurlaubs ihrer Eltern bei Nachbarn untergebracht, wuchs mit den Erinnerungen der Eltern an die Entführung der Landshut auf. „Es wurde immer wieder mal darüber geredet“, sagt sie, aber um sich der Geschichte systematisch zu nähern, war das Interesse der nächsten Generation, sprich des Enkels Franz, notwendig.

„Vielleicht brauchte es diese Distanz“, sagt Eva Filius-Joepgen – denn ihre Mutter, sie wurde von den Entführern geschlagen und sollte als dritte Geisel erschossen werden, erlebte die Tage in der gekaperten Maschine in ständiger Todesangst und unter zunehmend entsetzlichen hygienischen Bedingungen im emotionalen Ausnahmezustand, der Vater eher distanziert, analytisch.

Jürgen Vietor bescheinigte ein Wissenschaftler vor einigen Jahren eine „hohe Resilienz“ – und diese Eigenschaft ließ den Lufthansa-Piloten nach der Befreiung der Maschine nach wenigen Wochen wieder ins Cockpit steigen – auch in das der „Landshut“, für deren Erhalt als Museumsstück er sich heute einsetzt.

Auch Vietor erlebte akute Todesangst, aber „war permanent von der Situation gefordert“. Als er erzählt, wie er die Landshut im jemenitischen Aden auf einer Schotterpiste notlandete und sich vorher von Kapitän Jürgen Schumann per Handschlag aus dem Leben verabschiedet hatte, halten die Jugendlichen den Atem an. Jürgen Schumann wurde, auch das erzählt Vietor in allen fürchterlichen Einzelheiten, wenig später von den Entführern vor den Augen der Passagiere hingerichtet.

Vietor hat schon häufig in Schulen und bei anderen Veranstaltungen von der Entführung erzählt, stand als Interviewpartner zur Verfügung – auch für Filme, die über die Entführung der Landshut gedreht wurden. Auch ihn lassen diese Tage nicht mehr los.

aus: WN 13.3.2020
von: Karin Völker

 

 

„Some were neighbors - Einige waren Nachbarn“

Insgesamt sechs Klassen und Kurse der Jahrgangsstufen 8 bis 11 besuchten die Ausstellung „Einige waren Nachbarn. Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ des United States Holocaust Memorial Museum zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im Foyer der Bezirksregierung Münster. Begleitet wurden sie dabei von ihren Lehrerinnen Frau Boße, Frau Dr. Caspary, Frau Keen, Frau Taneri und Frau Wollbold. Der Besuch der Ausstellung war eingebunden in den Deutsch- und Geschichtsunterricht.

Die Ausstellung zeigt Verhaltensweisen Einzelner während der Verfolgung von Jüdinnen und Juden unter der nationalsozialistischen Herrschaft in Europa. In der Auseinandersetzung mit den gezeigten historischen Bild- und Filmdokumenten sowie in den anschließenden Diskussionen erfuhren die Schüler*innen, dass „das Verhalten der Menschen von behutsamen Zeichen der Solidarität mit den Opfern bis hin zu aktiven Rettungsversuchen, von der Duldung judenfeindlicher Maßnahmen bis hin zur bereitwilligen Zusammenarbeit mit den Tätern und eigener Täterschaft reichte“ (https://www.bundestag.de/besuche/ausstellungen/parl_hist/einige-waren-nachbarn-580636).

Angesichts des zunehmenden Rassismus und Rechtsradikalismus in Deutschland finden wir Lehrerinnen den Besuch der Ausstellung jahrgangs- und fächerübergreifend aus den folgenden Gründen besonders wichtig: Zum einen liefert die Ausstellung solides, auch lokalhistorisches Faktenwissen, das den Schüler*innen überzeugendes Argumentieren, z.B. gegen Alltagsrassismus ermöglicht, der im digitalen und nicht-digitalen Leben zunehmend gesellschaftsfähiger wird. Zum anderen werden sie sich ihrer historischen Verantwortung bewusst.

Wir hoffen daher, dass der Besuch der Ausstellung das Wissen um die historischen Vorgänge vertieft, die Wahrnehmung heutiger vergleichbarer Vorgänge schärft und den Schüler*innen somit ein entschiedenes Auftreten gegenüber diskriminierendem und rassistischem Verhalten ermöglicht.

E. Boße – G. Caspary – K. Keen – N. Taneri – S. Wollbold

 

Was haben wir beim Besuch der Ausstellung „Some were neighbors - Einige waren Nachbarn“ über das Verhalten von Nachbarn in der Zeit des Nationalsozialismus erfahren? Eine Antwort, verfasst von der Klasse 8e des Annette-Gymnasiums:

Manche Nachbarn, auch Kinder und Jugendliche, haben z.B. einfach zugesehen, wenn Menschen abgeholt wurden und dabei sogar gelacht. Sie haben also nichts dagegen unternommen, sondern die Angelegenheit belächelt und so getan, als sei es etwas ganz Normales, dass Nachbarn plötzlich abgeholt werden und verschwinden. Einige haben sogar von den Deportationen profitiert, indem sie z.B. Besitztümer von Nachbarn, die abgeholt worden waren, günstig bei öffentlichen Auktionen ersteigert haben. Schon kleine Kinder und Jugendliche wurden mit einem antisemitischen Bild groß und teilten daher schon im jungen Alter die Meinung und den Hass der Nationalsozialisten auf alle Menschen, die nach der nationalsozialistischen Ideologie „anders“ waren. Ein historisches Filmbeispiel in der Ausstellung hat gezeigt, wie zwei Menschen öffentlich gedemütigt und gequält werden. Drumherum standen viele Nachbarn und waren sehr fröhlich. Niemand von den Anwesenden hat etwas gegen die Demütigung gemacht. Manche Menschen haben freiwillig bei Massenerschießungen z.B. von Juden mitgemacht. Dazu wurden sie nicht gezwungen und es gab auch keine Sanktionen, wenn man sich weigerte. Wenn man aber mitmachte, wurde man dafür belohnt und bekam den Respekt seiner Kameraden.

Meistens war die Reaktion der Nachbarn also das „Mitlaufen“ oder „Zusehen“ und in manchen Fällen sogar ein richtiges „Mitfeiern“, wenn z.B. Juden oder behinderte Menschen öffentlich erniedrigt wurden.
Nur wenige Menschen hatten den Mut, sich zu widersetzen. Sie haben ihren jüdischen Nachbarn Unterschlupf gewährt oder Bekannte und sogar unbekannte Menschen gerettet, wie z.B. ein Polizist, der Gefangenen half, aus dem Lager Westerbork zu fliehen. Die meisten Menschen haben aber einfach nichts unternommen oder die Handlungen der Nationalsozialisten sogar unterstützt.

Wir haben erfahren, dass auch in Münster Juden verfolgt, festgenommen und deportiert wurden. In der Reichspogromnacht wurden zum Beispiel im jüdischen Kaufhaus Feibes (heute Primark) die Schaufenster mit antijüdischen Parolen beschmiert, die Schaufensterdekoration geplündert und die Ladeneinrichtung zerstört bzw. teilweise in Brand gesetzt.

Es ist uns aufgefallen, dass in Münster sehr unterschiedlich an die Schrecken des Nationalsozialismus erinnert wird. Mit einer großen Statue wird z.B. an den Kardinal von Galen erinnert, der sich in seinen Predigten mutig für behinderte Menschen eingesetzt hat, aber nicht gegen die Deportation und Vernichtung der Juden. An die Bücherverbrennung wird hingegen nur mit einer unscheinbaren Tafel im Boden gegenüber vom LWL Museum für Kunst und Kultur erinnert. An die deportierten und ermordeten jüdischen Opfer wird sogar nur mit kleinen Stolpersteinen erinnert, die leicht übersehen werden können – wer hat z.B. schon einmal auf den Stolperstein vor Primark geachtet, der an Hedwig Feibes (*1895) erinnert, die 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1943 in Auschwitz ermordet wurde? - 3-2020

 

 

Keine Ruh' im Ruhrgebiet – ein Bericht des Erdkunde-LKs

Wir, der Erdkunde Leistungskurs  der Q2, erkundeten mit öffentlichen Verkehrsmitteln am 22. und 23. Januar das Ruhrgebiet. Was wir dort erlebt haben, stellte unsere Wahrnehmung auf den Kopf. Es lag auch u.a. am nasskalten Nebel, dem wir mit aller Härte trotzen. Dafür erhielten wir höchst originelle Einblicke in den Pott. Wir lernten die Gartenstadt Welheim in Bottrop kennen und konnten Parallelen zu unserer Gartenstadt in Münster erkennen. Wir erfuhren, wie eine Schutthalde nun als eine gigantische Tourismus-Erlebniswelt mit Indoor-Skipiste, Sommerrodelbahn und Indoor-Skydiving-Anlage genutzt wird.

Auf der ehemaligen Halde der Schachtanlage Prosper in Bottrop steht wohl die ungewöhnlichste Pyramide im Ruhrgebiet, das Tetraeder. Mit seiner Höhe von 60 Metern oberhalb des 90 Meter hohen Haldengipfels ein sehr beeindruckendes Bauwerk. Wir bestiegen die Pyramide, leider wurden wir aufgrund des Nebels nicht mit dem wunderbaren Ausblick in die Vergangenheit des Ruhrgebiets belohnt.

Am Abend erkundeten wir den Duisburger Innenhafen und konnten hier den Strukturwandel erfahren, ehe wir uns zu unserer Unterkunft, der Jugendherberge im Landschaftspark Duisburg-Nord auf den Weg machten. Am nächsten Morgen war der Blick ein wenig besser, den wir vom Hochofen 5 hatten. Hier haben Besucher nicht nur die Möglichkeit den Hochofenprozess zu verstehen, sondern aus 70 Metern Höhe einen weitreichenden Blick auf Duisburg, das westliche Ruhrgebiet und den Niederrhein.

Anschließend besuchten wir die Firma Open Grid Europe in Essen. Das ist eine Gas-Firma. « Gas? Echt jetzt? » So dachten wohl einige unter uns mit Augenmerk auf die globale Erwärmung. Doch ausgerechnet diese Gasfirma, die etwa die Hälfte der deutschen Pipelines betreibt, kümmerte sich um den Klimawandel. Die Rede war von Möglichkeiten zur Produktion und zum Transport von grünem Kerosin und als Treibstoff der Zukunft diskutiertem Wasserstoff. Um im Lauf der Energiewende deutschlandweit die Energieversorgung zu sichern, müsse die Energie-Übertragung von Elektronen (Strom) auf Moleküle (Gas) und umgekehrt voran kommen. Denn Wind und Sonne würden Energie nur zu bestimmten Tageszeiten liefern. Und Kohle- und Atomkraft seien in Deutschland bald abgeschafft. Die Politik sei gefragt die Weichen zu stellen. Als uns die verschiedenen Bereiche der Firmenzentrale gezeigt wurden, bekamen einige unter uns tatsächlich Interesse an einer Karriere in einem Unternehmen wie OGE. Die anderen gaben sich zufrieden mit den exklusiven Vorträgen und der leckeren Currywurst oder der veganen Alternative, die uns der Betrieb spendierte.

Natürlich konnten wir auch einen Besuch der Zeche Zollverein als UNESCO-Welterbe Zeche und Kokerei Zollverein, bekannt als die „schönste Zeche der Welt“, ehemals größte Steinkohlenzeche der Welt nicht missen.

Als wir abends in Münster aus dem Zug stiegen, waren wir ziemlich kaputt, doch unsere Einblicke in die Wirtschaftsmetropole, die eine so stolze, rußige Geschichte hat und sich nun ganz neu erfindet, waren mit im Gepäck. - 2-2020

 

 

Erfolg im Essaywettbewerb Philosophie

Hoch erfreut erfuhr Philosophielehrer  Reinhard Kurzer am Montag vom Erfolg seines Schülers Paul Oppermann (Q1) im diesjährigen Essaywettbewerb Philosophie. Paul hat es mit seinem Essay geschafft, zur „Philosophischen Winterakademie“ hier in Münster eingeladen zu werden, und das ist eine große Auszeichnung (in vielen Jahren haben das erst zwei Schüler*innen unserer Schule geschafft).

Pauls kluger und hoch aktueller Essay zu einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer („Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.“) lasse vermuten, dass er auch bei diesem nächsten Schritt gute Erfolgschancen habe, so Fachlehrer Reinhard Kurzer, der Paul zur Teilnahme ermuntert und für die nötigen Rahmenbedingungen gesorgt hatte.  Schon die Einladung zur Winterakademie sei eine Bestätigung dafür, dass er einen bemerkenswerten Text verfasst habe.

In dem seit Jahren etablierten bundesweiten Wettbewerb, an dem viele hundert Schüler*innen aus ganz Deutschland teilnehmen, werden Essays zu vorgegebenen Zitaten verfasst, die unterschiedliche Bereiche der Philosophie berühren.

Die 25 besten Essayschreiber kommen im Februar in der „Winterakademie“ mehrere Tage zusammen, um mit Professoren der Uni Münster Themen zu diskutieren und einen weiteren Essay in einer Fremdsprache zu verfassen. Die besten Schreiber werden dann Deutschland bei der Philosophie-Olympiade (dieses Jahr in Lissabon!) vertreten und außerdem erhalten sie ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg! - 2-2020

 

 

Spurensuche DDR – Die Geschichts-Leistungskurse in Berlin  

An historischen Orten und durch die Begegnung mit Zeitzeugen haben die beiden Geschichts-LK der Jahrgangsstufe Q2 die Diktatur der DDR in einem dreitägigen Seminar erforscht. Zur Vorbereitung setzten sich die Schüler*innen anhand von biografischen Fallbeispielen mit dem Leben im geteilten Deutschland auseinander. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Rolle von Jugendlichen in der DDR, die zwischen Anpassung und Selbstbehauptung bzw. Widerstand wählen mussten und dadurch nicht selten in den Zugriff der Stasi gerieten.

In Berlin besuchten die Schüler*innen verschiedene historische Orte, die heute zugleich Erinnerungsorte für die Opfer der DDR-Diktatur sind. Dazu zählen die Gedenkstätte „Berliner Mauer“ an der Bernauer Straße und das Notaufnahmelage Marienfelde für die Flüchtlinge aus der DDR. Wenn auch die historischen Rahmenbedingungen der Flucht andere waren, wurden Parallelen zu heutigen Fluchtbewegungen schnell deutlich.

Die Zeitzeugin Edda Schönherz, in den 1970er Jahren wegen Fluchtvorbereitungen inhaftiert, führt die Schüler*innen durch das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen

Welche Konsequenzen Nichtanpassung, Aufbegehren oder gar Fluchtversuche im Einzelfall haben konnten, erfuhren die Schüler*innen sehr eindrucksvoll in mehreren Zeitzeugengesprächen: Der Nichteintritt in die FDJ bedeutete für eine Zeitzeugin die Nichtzulassung zu Abitur und Studium, Fluchtversuche hatten in zwei anderen Fällen mehrjährige Haftstrafen zur Folge. Zwei Zeitzeugen führten durch das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen – das Gefängnis, in dem sie selber inhaftiert waren.

Nicht mit physischer Gewalt, sondern mit psychischem Terror versuchte die Stasi dort die Menschen systematisch zu brechen. Die Exkursion bot sehr eindrucksvoll Einblicke in die Machtmechanismen der Diktatur und ihre Folgen für die Menschen, zeigte aber zugleich auch erstaunliche Beispiele von Mut und Widerstand.
Das Seminar wurde gemeinsam vom Franz-Hitze-Haus und der Villa Ten Hompel angeboten und von der LK-Lehrern Dr. Michael Jung und Dr. Wolfhart Beck begleitet. Es ist jedes Jahr Bestandteil des Unterrichts des Geschichts-LK. - 1-2020

 

 

Theologische und philosophische Reflexionen zu ethischen Fragen am Lebensende

Rechtsanwalt Dr. Gunia zu Besuch im Religionsunterricht der Q2

von Lukas Grave, Q2

Das Thema Sterbehilfe wird in der Öffentlichkeit und in der Gesellschaft schon länger kontrovers und oft sehr emotional diskutiert. Bevor man zu klaren Urteilen kommen kann, müssen jedoch zunächst viele Sachfragen geklärt werden: Wie unterscheiden sich aktive, indirekte und passive Sterbehilfe überhaupt? Was genau ist gesetzlich erlaubt oder verboten? Welche Problematiken ergeben sich für die Betroffenen, Familienangehörige und Ärzte? Und was kann in einer Patientenverfügung alles geregelt werden, was nicht?
Diesen und anderen Fragen sowie unterschiedlichen ethischen Begründungsmodellen waren wir im Rahmen unserer Unterrichtsreihe zum Thema: „Dann geb ich mir die Spritze – Theologische und philosophische Reflexionen zu ethischen Fragen am Lebensende“ im Kurs Kath. Religionslehre bereits in den letzten Wochen intensiv nachgegangen.

Um einen noch tieferen Einblick in die – zum Teil sehr komplizierten – Rechtsfragen zu bekommen, besuchte am Montag, den 11.11.2019, Rechtsanwalt  Dr. jur. Wilfried Gunia aus Dortmund als Experte zu diesem Thema unseren Kurs.

Als Strafverteidiger begab er sich nun gemeinsam mit uns auf dieses nicht einfache und sehr aktuelle Themengebiet, um aus seinem Praxisalltag Antwortversuche zu geben und Fallstricke näher zu beleuchten. In einem sehr lebendigen Austausch hatten wir auch die Möglichkeit, unsere offenen und zum Teil sehr persönlichen Fragen, die wir mit unserer Kurslehrerin Frau Terhorst-Schweifel im Vorfeld formuliert hatten, an ihn als Experten zu stellen. Die Erklärungen, die der Rechtsanwalt uns geben konnte, waren auch für uns als Nicht-Juristen sehr gut verständlich und interessant, so dass die zwei angesetzten Schulstunden wie im Flug vergingen.

Der persönliche Kontakt zu Herrn Dr. Gunia war ursprünglich auf dem Katholikentag in Münster zustande gekommen. Dort war er als Vertreter der Vereinigung „Christ und Jurist“ eingeladen, zu deren Mitgliedern er zählt. Die Initiative setzt sich mit juristischen Fragen vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens (und insbesondere des christlichen Menschenbildes) auseinander.

Der Experte aus Dortmund erläuterte in seinen Ausführungen u.a. die eigentliche Aufgabe eines Juristen in diesen Fällen, die im genauen Abwägen aller rechtlich relevanten Sachverhalte besteht. Als besonders brisant erwies sich hierbei etwa die Beispielfrage, ob und wann ein Arzt beim Sterben helfen darf. So gilt beispielsweise eine palliativmedizinische Versorgung, die dem Sterbenden durch Verabreichung von Medikamenten, wie z.B. Morphium, die Schmerzen lindert als nicht gesetzwidrig – auch wenn sie ggf. eine Verkürzung des Lebens in Kauf nimmt. Dies steht allerdings immer unter der Voraussetzung, dass der Patient dies vorher in einer Patientenverfügung festgelegt hat.  Durch diese Ausführungen von Herrn Dr. Gunia wurde uns allen klar, dass uns das Thema Patientenverfügung grundsätzlich etwas angehen sollte, denn nur sie sorgt für die nötige Klarheit bei allen Betroffenen – egal in welchem Lebensalter.

Natürlich wurde bei anderen Aspekten auch deutlich, dass es durchaus unterschiedliche Einstellungen und Werturteile zu dem komplexen Thema „Sterbehilfe“ gibt und die damit verbundenen Probleme nicht theoretisch zu lösen sind, trotz intensiver Auseinandersetzung.

In einer Sache konnten wir jedoch alle einen eindeutigen Standpunkt vertreten: Es wäre wichtig und wünschenswert, wenn die Hospiz- und Palliativbewegung eine größere Unterstützung seitens des Staates erfahren würde, denn „eine Gesellschaft, die am Ende Häuser bauen würde, in denen man den Menschen nicht beim Sterben hilft, sondern sie töten hilft, wäre eine andere Gesellschaft als die, in der wir heute leben.“ (Franz Müntefering) 11-2019

 

 

„Gemeinsam Erinnern – Samen herdenken“

Start für das Erasmus+ Projekt mit den Niederlanden

von Magdalena Spital

Am Dienstag, den 12. November 2019 fuhren wir mit dem Zug nach Enschede, um unsere holländischen Projekpartner*innen kennen zu lernen. Wir, das sind Lena Busjan, Theresa Gurlit, Kai Niehoff, Julia Nünning, Helen Pohl, Lilly Reher, Magdalena Spital und Timur Winter aus der EF mit den Lehrerinnen Gundula Caspary und Kim Keen.

Bei einer gemeinsamen deutsch-holländischen Führung durch die „schönste Synagoge der Niederlande“ in Enschede haben wir viel über das Judentum und über das jüdische Leben Anfang des 20. Jahrhunderts gelernt. Die Synagoge wurde 1928 erbaut und ist im Krieg erhalten geblieben. Im  Anschluss stand das gegenseitige Kennenlernen im Fokus. Nach einem lustigen Speed-Dating („War sehr hilfreich“) stärkten wir uns bei einem koscheren Lunch. Für Lilly gab es sogar eine spontane, vegane Essensauswahl von den ehrenamtlichen Helferinnen der Synagoge.

Im zweiten Teil des Programmes wurde es lyrisch-inhaltlich. Wir widmeten uns der Vorbereitung zweier Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkriegs, die wir im Jahr 2020 in Münster und Almelo mitgestalten werden. Hierfür hatten die deutschen und niederländischen Schüler*innen Gedichte und Texte zum Thema Erinnern mitgebracht. Diese stellten sie sich gegenseitig vor und wählten in einem mehrstufigem Verfahren zwei Gedichte aus, die ihnen am angemessensten für den Anlass erschienen.

Präsentiert werden diese am internationalen Holocaustgedenktag am 27. Januar 2020 in Münster und am nationalen Dodenherdenking am 04. Mai 2020 in Almelo.

Das Fazit der Schüler*innen im Zug lautete: „Toll, dass man sich in wenigen Stunden schon so gut kennen gelernt hat.“ Wir freuen uns schon auf den Besuch der Niederländer*innen vom 26.-30. Januar 2020!

Das Erasmus+-Projekt wird durch EU-Gelder gefördert und findet anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung der Niederlande von der Besetzung durch NS-Deutschland statt. Es ist eine Kooperation der Stadt Münster, der Stadt Almelo, der Bezirksregierung Münster, der Villa ten Hompel, der Synagoge Enschede, des Stolpersteinvereins Almelo, sowie der beiden beteiligten Schulen der  CSG Het Noordik – Almelo und des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums Münster. - 11-2019

 

 

Einblicke des Pädagogik-Kurses Q1 in Forschungen der Entwicklungspsychologie

von: Alissa Gruse und Lisa Langert, Q1

Am 26. September besuchte uns Prof. Joscha Kärtner, der Leiter der Entwicklungspsychologie der Uni Münster. In den Wochen zuvor behandelten wir die kognitive Entwicklung bei Kindern nach Jean Piaget. Von daher passte der Besuch von Prof. Dr. Kärtner gut in unsere Unterrichtsreihe und ermöglichte uns einen Einblick in die moderne Entwicklungsforschung.

Er erzählte uns etwas über eine Studie von ihm und seinem Team. Diese befasste sich mit der Frage, ob Kinder bereits früh prosoziales Verhalten zeigen, also hilfsbereit sind, und welche möglichen Gründe es dafür gäbe. Hierfür wurden Kleinkindern Videoclips gezeigt und ihre Augenbewegung digital erfasst (Eyetracker-Methode). Die Forschung deutet darauf hin, dass bereits Kinder mit 9 Monaten Bedürftigkeit erkennen.

Auch ging es darum, welchen Einfluss die Kultur auf das Hilfsverhalten von Kindern hat. So konnten wir in Videoaufnahmen vergleichen, wie unterschiedlich Mütter aus Münster und Brasilien ihre Kinder dazu brachten, ihnen zu helfen. Während in Lateinamerika mit Bestimmtheit aufgefordert wurde, der Mutter das Glas zu bringen, appellierten die westfälischen Mütter deutlich mehr an die Einsicht der Kinder.

Der Besuch von Prof. Dr. Kärtner war sehr interessant und es war spannend herauszufinden, dass für aktuelle Studien die Entwicklungstheorie Piagets tatsächlich kaum noch Bedeutung hat, wie Dr. Kärtner uns in einer anschließenden Fragerunde erklärte. - 11-2019

 

 

Punkte sammeln fürs Studium - Schüler schnuppern Uni-Luft

Für den Übergang von der Schule ins Studium haben 17 Schüler des Annette-Gymansiums sowie des Schiller-Gymnasiums bereits ordentlich gepunktet. Denn für ihr freiwilliges ganztägiges BWL-Schnupper-Studium bekamen sie am Mittwoch ihre Zertifikate überreicht. Gewiss sind den Schülern der Jahrgangsstufe Q1 damit auch sechs Credits, die ihnen bei unterschiedlichen künftigen Studiengängen angerechnet werden können.

Denn wirtschaftliches Wissen erhält einen immer höheren Stellenwert – auch in anderen Studiengängen als der BWL, betonte Volker Brügge von der Sparkasse Münsterland Ost, die das dreitägige Studienprojekt (an einem Freitag und immerhin an zwei Samstagen) finanziell unterstützt hat.

Beeindruckt von den guten Leistungen zeigte sich Prof. Dr. Chrisian Müller von der Universität Münster. „Sie haben Ihre Studierfähigkeit bewiesen“, lobte er. Er fühle sich angesichts der sehr guten Leistungen motiviert, sich für die Einführung des Fachs Wirtschaft in der Schule einzusetzen. Die Schüler überzeugten mit pfiffigen Konzepten zur Unternehmensgründung – unter anderem mit kalorienarmen Pizzen und neuartigen Muntermacher-Getränken.

„Etwas Werthaltiges“ hätten die Schüler erarbeitet, so Tobias Krippendorff, Geschäftsführer des „Deutschland.University-Netzwerks“. Die Leiterin des Annette-Gymnasiums, Anette Kettelhoit, und Stadtdirektor Thomas Paal lobten das freiwillige Engagement der Schüler. Es seien wichtige Erfahrungen beim Übergang von der Schule in Studium oder Beruf gemacht worden.

Aus: WN - 31.10.2019

 

 

Schülerinnen erinnern an Paul Wulf

Die Schülerinnen der Klasse 8 Sarah Weßling und Hannah Wortmann befassten sich in ihrem Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten eingehend mit der sogenannten Rassenhygiene der Nationalsozialisten. Dafür setzten sie sich auch intensiv mit dem Leben von Paul Wulf auseinander. Er war Opfer der NS-Euthanasie und antifaschistischer Aufklärer. Als solcher ging er in die Archive und fand die NS-Verstrickungen der neuen alten Eliten der jungen Bundesrepublik. Paul Wulf selber war als Kind zwangssterilisiert.

Im Gegensatz zu vielen anderen Opfern schwieg er aber nicht über sein Schicksal und wurde so  zur Stimme der mehr als 350.000 von den Nazis als „lebensunwert“ stigmatisierten und zwangssterilisierten Menschen. Er war es maßgeblich, der eine späte Entschädigung für diese Opfergruppe erstritt. Für seine unermüdliche Arbeit erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Er verstarb am 3. Juli 1999 im Alter von 78 Jahren.

Anlässlich seines 20. Todestages wurde nun an Paul Wulf an „seiner“ Statue auf dem Servatiiplatz gedacht. Hierzu lud der Freundeskreis Paul Wulf unsere beiden Schülerinnen ein, ihre Arbeit in einem Vortrag zu präsentieren. Begleitet wurden sie dabei von ihrer Tutorin Kim Keen. Auszüge ihrer Arbeit werden auch in einem Buch zu Paul Wulf 2021 veröffentlicht. - 7-2019

Lesung von Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiastinnen

 

 

Große Ehre für das „Annette“

Am ersten Montag im Juli wurden im Rahmen der Landespreisverleihung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten im Haus der Geschichte in Bonn die Landessieger aus Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Mit dabei war unter anderem das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium aus Münster. Die Schule wurde wiederholt als erfolgreichste in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung überreichten Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung, der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Prof. Dr. Hans Walter Hütter, und der Vorstandsvorsitzende der Körber-Stiftung, Dr. Lothar Dittmer, die Preise an die Landessieger. Insgesamt wurden 69 Preise für den Landessieg an Schüler vergeben.

Gebauer bedankte sich laut einer Mitteilung der Körber-Stiftung, die den Wettbewerb ausrichtet, bei allen Lehrern: „Sie alle haben die Schüler über einen langen Zeitraum hinweg betreut, motiviert und immer wieder neue Impulse gesetzt. In diesen aktuell bewegten Zeiten ist der Blick zurück in die Geschichte wichtiger denn je, und dafür brauchen wir den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.“

In NRW wurden zum aktuellen Thema „So gehts nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“ insgesamt 542 Beiträge eingereicht – bundesweit waren es 1992. Neben den nordrhein-westfälischen Landessiegern konnten sich auch 69 Förderpreisträger freuen. Prof. Dr. Hans Walter Hütter betonte: „Es ist sehr wichtig, junge Menschen auch außerhalb der Schule an Geschichte heranzuführen: im Geschichtswettbewerb und in Museen. Die große Teilnehmerzahl zeigt, dass der Geschichtswettbewerb auf Interesse trifft.“

Die Jugendlichen haben sich auf vielfältige Weise mit dem Einfluss und Wirken von Krisen und Umbrüchen auf das Zusammenleben der Menschen beschäftigt und dazu oftmals Zeitzeugen in der eigenen Familie befragt. Sie setzten sich beispielsweise mit musikalischen Umbrüchen vom Mittelalter bis Barock oder der Kinderlandverschickung im Zweiten Weltkrieg auseinander.

Alle Landessieger nehmen nun am Bundeswettbewerb teil. Die Besten werden im November von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin geehrt.

aus: Westfälische Nachrichten - 02. Juli 2019
Foto: Körber-Stiftung/Martin Magunia

 

 

Helene Giesler gewinnt Wettbewerb für Facharbeiten in Religion

Darf ein Christ die AfD wählen? Dieser provokanten Frage ist Helene Giesler in ihrer Facharbeit im Fach Katholische Religionslehre nachgegangen. Die Schülerin des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Münster hatte sich dafür „mit dem Grundsatzprogramm und dem realpolitischen Auftreten der AfD vor dem Hintergrund einer biblisch-christlichen Ethik“, so der Untertitel, auseinandergesetzt. Mit ihrer Arbeit hat sie den ersten Platz des ökumenischen Facharbeitswettbewerbs belegt.

Bei einer Feierstunde in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster am 3. Juli erfuhr die Schülerin von ihrem Erfolg. Dafür erhielt sie den von der Darlehnskasse Münster gestifteten Preis. Ausgeschrieben hatten den Wettbewerb das Bistum Münster, die Akademie Franz Hitze Haus, die Katholisch-Theologische und die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Münster und die Evangelischen Kirchenkreise Westfalens sowie die Bezirksregierung Münster.

Die Preisverleihung fand zum Abschluss einer zweieinhalbtägigen Schülerakademie statt, die unter der Überschrift „Kann ein Computer beten?“ stand. Zehn Verfasserinnen und Verfasser von besonders gelungenen Facharbeiten in den Fächern evangelische und katholische Religion hatten sich dabei mit der Frage beschäftigt, wie Robotik und Digitalisierung des Alltags den Blick auf den Menschen und seine Religion verändern.

Text: Pressedienst Bistum Münster 04.07.19 (gekürzt)
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

 

 

Aus Alt mach Neu

Im Erdkundeunterricht der Jahrgangsstufe EF tauchte in diesem Jahr das Thema „Klimawandel“ immer wieder auf. Um dieser Herausforderung zu begegnen und sich aktiv dagegen einzusetzen, entwickelten die Schülerinnen und Schüler des ek4-Kurses von Frau Pietschmann verschiedene Möglichkeiten und Perspektiven.

Ein Projekt bestand darin, in Form eines Workshops alte Stoffe nachhaltig upzucyclen. Denn Vieles wird weggeworfen, obwohl es vielleicht noch brauchbar wäre.

In Kooperation mit dem Atelier KnowMe am Münsteraner Hafen unter der Leitung von Noomi Lösing stellten die Schülerinnen und Schüler Stoffbeutel und neue Kleidungsstücke aus alten Stoffresten her. Dies kann ein erster Schritt sein Ressourcen zu schonen, einen Produktlebenszyklus zu verlängern und seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern. - 7-2019

 

 

„Berufsdienste-Award“ im Annette

Der „Berufsdienste-Award“ des Rotary Clubs Münster ging am Annette-Gymnasium nach einem erfolgreichen und vielversprechenden Start im Jahr 2014 nun bereits in die sechste Runde. Zur Jury gehörten die Rotarier Frau Dr. Anna Ringbeck, Herr Prof. Dr. Bodo Risch, Herr Dr. Ralf Hammecke und schulischerseits Frau Kettelhoit und Frau Dr. Bourger.

Einleitend begrüßte Frau Kettelhoit  alle Anwesenden und führte in die bevorstehenden Präsentationen der besten Facharbeiten dieses Jahres ein: Hanna Schmitt sprach über das Erleben von Andersartigkeit bei hochsensiblen Kindern, Juliane Helkamp referierte über Schlafentzug, Ela Schulte über die Effizienz von Türklinkendesinfektion und Madita Kowald widmete sich der Förderung von Lese-Rechtschreibschwäche. Die Erinnerungskultur an die Widerstandsorganisation „Weiße Rose“ wurde von Lars Niehoff untersucht und die Auswirkungen des Elysée-Vertrags auf das Leben von Französinnen und Franzosen in Münster von Youn Lo Guidice.

„Soft Skills“ haben in der Wirtschaft eine immer größere Bedeutung. Persönlichkeit, Gemeinschaftssinn und eine überzeugende Kommunikationsfähigkeit sind Faktoren, die zukunftsentscheidend für den beruflichen Werdegang eines Menschen sein können. Auch diesen Grundgedanken fühlen sich die Rotarier verpflichtet, wenn sie regelmäßig den Wettbewerb ausrufen.

Am Ende hatten alle Vortragenden ihr Publikum und die Jury begeistert. Hervorzuheben ist, dass sogar zwei erste Preise vergeben wurden: an Juliane Helkamp und Ela Schulte. Diese beiden Schülerinnen sind im September zu einem Bewerbungstraining bei der Beratungsfirma zeb-Unternehmensberatung eingeladen. Alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erhielten für ihre Leistung einen ansehnlichen Geldpreis. Herzlichen Glückwunsch!

Im Publikum sah man bei den Schülerinnen und Schülern der EF viele motivierte Gesichter. Besonderen Applaus fand die Souveränität aller Teilnehmenden vor dem fremden Publikum. Nach dieser gelungenen Veranstaltung richten manche Gedanken sich wohl schon auf ein eigenes spannendes Thema im nächsten Jahr. - 7-2019

 

 

Ausgezeichnete philosophische Essays

„Wissen ist Macht“ – wohl jede*r von uns hat diese vermeintliche Binsenwahrheit schon gehört. Aber stimmt das denn? Führt Wissen zu Macht? Was für eine Macht wäre das, die man mithilfe von Wissen ausüben kann? Welches Wissen würde man dafür benötigen? Ist vielleicht nur ein Wissensvorsprung gegenüber anderen Menschen gemeint, der einem taktische Vorteile in bestimmten Angelegenheiten verschafft? Und sollte man Menschen dann dazu anhalten, sich diesen Vorsprung zu verschaffen?

Die Frage „Führt Wissen zur Macht?“ war eines der vier in diesem Schuljahr zur Auswahl gestellten Themen des Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay.

Frida Broscheit (Q2/Abiturientia 2019) hat es gewählt, sich in einem nun ausgezeichneten Essay mit der Frage auseinandergesetzt und sie vor dem Hintergrund philosophischer Standpunkte von Francis Bacon, Hannah Arendt und Michel Foucault auf aktuelle politische Entwicklungen, insbesondere das Erstarken rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Bewegungen und ihre rhetorischen Strategien, bezogen. Dafür konnte ihr die Kurslehrerin Frau Dr. Bourger nun eine Urkunde des Schulministeriums für eine besonders gute Leistung überreichen ebenso wie ihrem Mitschüler Carl Olbrich (Q2/Abiturientia 2019), der sich differenziert mit einem Zitat aus Johann Wolfgang Goethes Roman „Wahlverwandtschaften“ befasst hatte: „Man weicht der Welt nicht sicherer aus als durch die Kunst, und man verknüpft sich nicht sicherer mit ihr als durch die Kunst.“ Carl erkundete in seinem Essay feinsinnig die Funktion von Kunst insbesondere für den/die Kunstschaffende*n und stellte das Nicht-Praktische, den Freiraum, das Eigen- und Gegengesetzliche der Kunstsphäre überzeugend heraus. Wir gratulieren herzlich zur verdienten Auszeichnung! - 6-2019

 

 

Juniorwahl am Annette-Gymnasium

Das am 20. Mai 2019 anlässlich der Europawahl durchgeführte Demokratieprojekt „Juniorwahl“ ist am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium mit einem deutlichen Ergebnis beendet worden: 52,2 Prozent der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 9, EF und Q1 gaben ihre Stimme den Grünen, die damit mit weitem Abstand vor allen anderen Parteien liegen, während die Parteien der großen Koalition mit 7,5 Prozent (CDU) und 9,3 Prozent (SPD) weit abgeschlagen sind. Die AfD unterschritt am Annette-Gymnasium den Wert vom Münsteraner Ergebnis und erlangte lediglich 2,7 Prozent der Stimmen. Ein im Vergleich zu Münster überdurchschnittliches Ergebnis erzielten hingegen die FDP (10,1 Prozent) sowie Die Partei (8,4 Prozent).

Laut Angaben vieler Schülerinnen und Schüler waren bei dieser Wahl insbesondere die Themen EU-Urheberrechtsreform und Klimaschutz maßgeblich für ihre Wahlentscheidung.

Erfreulicherweise gaben von den 450 stimmberechtigten Schülerinnen und Schülern 336 ihre Stimme ab und sorgten so für eine Wahlbeteiligung von 74,7 Prozent. Das politische Interesse der Jugendlichen und die Bereitschaft zu politischer Partizipation hat sich in dieser Juniorwahl also deutlich gezeigt. Nicht zuletzt wurde dadurch auch das große Engagement in der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Juniorwahl von der Klasse 9a unter Leitung von Frau Krüger und dem SW-EF-Kurs unter Leitung von Herrn Bergmann belohnt. - 6-2019

 

 

 

Doppelsieg für das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium!

 

Am vergangenen Sonntag vergaben die Stadtwerke Münster im Skaters Palace den „Kick-Förderpreis“. 24 Projekte aus zwölf Schulen hofften in diesem Jahr auf Preisgelder zwischen 1000 Euro für den Sieger und 100 Euro für die Plätze vier bis zehn. Gesucht wurden innovative Ideen und Projekte, die über den regulären Lernstoff hinaus umgesetzt werden. In den beiden Preiskategorien Gesellschaft und Naturwissenschaft landeten Projekte unserer Schule ganz oben auf dem Siegertreppchen.
Der Gewinner in der Kategorie “Gesellschaft und Soziales" wurde unser Projekt „Wie antisemitisch ist Münster?“

Die Friedensstadt Münster ist keine Insel der Seligen – das ist das ernüchternde Fazit der vier Schüler der Jahrgangsstufe 11. Lukas, Jannis, Moritz und Justus beschäftigen sich in ihrem Dokumentarfilm mit Judenfeindlichkeit und alltäglicher Diskriminierung in ihrer Heimatstadt. In Gesprächen mit Mitgliedern der hiesigen jüdischen Gemeinde und Historikern der Villa ten Hompel zeichnen die Schüler ein facettenreiches, lokales Bild der heutigen Situation von Jüdinnen und Juden in Münster. So erklärt sich auch, dass der Film in der Stadt auf ein breites Echo gestoßen ist und bereits mehrfach gezeigt wurde. „Der Film ist ein eindrucksvolles Plädoyer für Zivilcourage und interreligiösen Dialog – und damit ein verdienter KICK-Preisträger“, begründet Mertins die Entscheidung der Jury.

Der Gewinner in der Kategorie "Naturwissenschaft und Umwelt" war unser Projekt: „Anchar - Entwicklung eines zukunftsfähigen Ladenetzes für Elektroautos"
Mit einem dezentralen Ladenetz für Elektroautos überzeugten drei Schüler der Jahrgangsstufe 12 in der Naturwissenschafts-Kategorie. Basierend auf der Blockchain-Technologie entwickelten Leonard, Felix und Moritz eine Hintergrund-Software für ein Ladenetz, das sowohl sicher als auch anbieterunabhängig ist. Zum Beweis, dass ihre Idee in der Praxis umsetzbar ist, bauten die drei 18-Jährigen ein eigenes Modellnetz, inklusive selbst umgerüstetem Elektro-Kettcar und Ladesäule. Ihre Vision von einem flächendeckenden Ladenetz in Deutschland überzeugt nicht nur die KICK-Jury. Das Schüler-Trio aus Münster schaffte es auch ins Bundesfinale von „Jugend forscht“. „Dieses Projekt ist so ausgereift und professionell, es könnte genauso gut von einem Forschungsinstitut kommen“, so Mertins. „Es hat uns nachhaltig beeindruckt.“

Wir gratulieren den Gewinnern herzlich und danken den betreuenden Kollegen für die hervorragende Unterstützung! - 6-2019

 

 

Europa in der 5b

Am Europatag 9. Mai wurden in der 5b die Europawahl und die Europäische Idee in einer aktuellen Stunde thematisiert.

Am 9. Mai 1950 hatte Frankreichs Außenminister Robert Schuman in seiner Pariser Rede (“Schuman-Erklärung”) zum ersten Mal die Idee Europa thematisiert, wodurch dieses Datum als “Europatag der Europäischen Union” steht. Die EU gedenkt damit ihrer Geburtsstunde und möchte so den Frieden und den Zusammenhalt der EU Mitgliedsstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger würdigen und in den Blick nehmen. Europaschulen beschäftigen sich an diesem Tag bzw. in der Woche u.a. in Politikstunden mit der politischen Bildung und der Klimapolitik in Europa, mit den Chancen und Risiken der Europaidee oder der Zukunft der EU.

Die Klasse 5b beschäftigte sich am 9. Mai mit der Europawahl 2019: Wer darf wählen? Wen kann man wählen? Wie viele Abgeordnete sitzen im EU-Parlament? Welche Parteien und Fraktionen gibt es und was darf das EU-Parlament? Welche Spitzen-Kandidatinnen und Kandidaten gibt es? Was sind die Wahlkampfthemen 2019?

Ebenso lernten die Schülerinnen und Schüler die Entstehung der Europaflagge kennen, die aus einem Kranz von zwölf goldenen fünfzackigen Sternen auf azurblauem Hintergrund besteht. Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt und im Mai 1986 als Symbol für alle Institutionen der Europäischen Gemeinschaften übernommen. Heute gilt sie vor allem als Symbol der Europäischen Union und ist bekannt von den vielen Wahlplakaten, die in derzeit 28 Mitgliedstaaten für die Europawahl 2019 aufgestellt sind. - 5-2019

 

 

Battle der Philo-Kurse

Zum letzten regulären Termin der Q2-Philo-Kurse vor dem Abitur traten heute früh das Team „Auto auf dem Dach“ (Team-Coach: Dr. Wolfhart Beck) und das Team B(o)urger (Team-Coach: Dr. Désirée Bourger) gegeneinander an, um ihre in der Qualifikationsphase erlangten Kenntnisse im Fach Philosophie unter Beweis zu stellen.

Der Battle ging über 10 Runden, in denen Zitate („Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufrieden gestelltes Schwein“) Philosophen zuzuordnen (hier lautete die Lösung: John Stuart Mill), Standbilder zu Kernstellen philosophischer Schriften (Vertragsschluss nach Hobbes) zu bauen, Devisen in ihre Originalsprache zurückzuübersetzen, Puzzles zu lösen und etwa der cartesianische Dualismus von Leib und Seele in einem Ausdruckstanz darzustellen waren.

Die wegen des heutigen Mottotages als Helden ihrer Kindheit verkleideten Teams absolvierten den Battle mit überzeugendem Fachwissen, sportlichem Ehrgeiz und auch der gehörigen Portion Albernheit. Am Ende der Stunde voller Spaß und Herausforderung trug das Team „Auto auf dem Dach“ den verdienten Sieg davon. Gratulation den Gewinner*innen und allen Schüler*innen viel Erfolg in den Abiturprüfungen! - 4-2019

 

 

Ehrenamtliches Engagement im Projektkurs "Held ohne Geld"

Was es heißt, sich ehrenamtlich zu engagieren, das durften wir im Rahmen unseres Projektkurses „Held ohne Geld“ im Laufe des vergangenen Jahres lernen.

Aber eben dieses ehrenamtliche Engagement musste vorab sorgfältig geplant und vorbereitet werden. Unter der Leitung von Frau Quest und Frau Ripke haben wir zunächst einmal vorbereitend auf spätere Tätigkeiten gelernt, welche Kompetenzen für die Ausübung eines Ehrenamtes erforderlich sind. Darauf folgte die Recherche nach einer interessanten und geeigneten ehrenamtlichen Tätigkeit. Dabei erleichterten uns Konzepte wie die Freiwilligenagentur die Kontaktaufnahme zu unterschiedlichsten Institutionen.

Während der nächsten paar Monate führte jeder von uns sein Ehrenamt in doch sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Aufgabenfeldern aus. Unser soziales Engagement konfrontierte uns mit vielen Herausforderungen, sodass wir insgesamt viele neue Erkenntnisse erlangen konnten.

Eine Reflexion und Auswertung der Tätigkeit erfolgte durch das Verfassen einer Projektarbeit. Herausfordernd war zunächst die Suche nach einer passenden wissenschaftlichen Fragestellung. Die Arbeit sollte unsere Auseinandersetzung mit der ehrenamtlichen Tätigkeit widerspiegeln und dabei einen praktischen Teil mit einem theoretischen verknüpfen.

Auf die Fertigstellung unserer Arbeit folgte die Präsentation unserer Ergebnisse vor dem gesamten Kurs. Es war äußerst bereichernd einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeiten zu erhalten. Jede Präsentation spiegelte die persönlichen Interessen und Erfahrungen der Kursmitglieder wider.

Nachdem sich jeder bereits individuell ehrenamtlich engagiert hatte, sollte nun die Organisation eines gemeinsamen Projektes in Angriff genommen werden. Schnell waren wir von der Idee angetan ein Paket gefüllt mit nützlichen und schönen Dingen anlässlich des Weihnachtsfestes an ein Waisenhaus im Kongo zu senden. Die Umsetzung dieser Idee ermöglichte uns der Verein „Mission Kongo e. V.“ aus Münster. Gespannt erwarten wir nun eine Rückmeldung der Kinder und Jugendlichen.- 2-2018

 

 

Projekt der Klasse 5c zum Holocaustgedenktag

von Sabrina Hamidi

Am heutigen Donnerstag, (24.1.2019) fand vormittags bei uns am Annette-Gymnasium in der Klasse 5c ein Projekttag im Rahmen der Münsteraner Holocaustgedenktage statt. Basierend auf Materialien aus Yad Vashem, die weiter entwickelt wurden und Leitgedanken der sogenannten „holocaust-education“ aufgreifen, wurde der Klasse anhand von einer Bildquelle ein altersgerechter Zugang zu der schweren Thematik ermöglicht. Nach einer Einstiegsrunde, in der es um Erwartungungen und Hoffnungen ging, begann die Spurensuche.

Die räumliche Verortung- wo liegt Prag, wo Theresienstadt? Wie weit ist das von Münster entfernt? und eine zeitliche Einordnung- über welche Zeit sprechen wir? Wie lange ist das her? Warum berührt uns die Geschichte immer noch? Wann ist Tommy geboren? erleichterte der Klasse den Zugang. Auf einem Zeitstrahl in ihrem Tagebuch konnten sie eintragen, wann ihre Großeltern geboren wurden und Nähe entstand zu dem kleinen Kind auf dem Buchcover, da viele Großeltern wie Tommy 1941 geboren wurden.

Die sehr jungen SuS wurden im Laufe des Vormuttags an ein „kinderleichtes und gleichzeitig tonnenschweres“ Kinderbuch herangeführt, das 1941 im Ghetto Theresienstadt entstanden ist. Die Eltern des kleinen Tommy wurden 1941 von Prag nach Theresienstadt depotiert. Sie mussten in aller Schnelle ihren Koffer packen und durften nur wenig Dinge mitnehmen. Auch die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c haben ihren „Koffer gepackt“ und historisches Entscheiden und Denken simuliert: Was nehme ich mich, wenn ich mich für ein einziges Objekt entscheiden musss?

Fast alle entschieden sich für einen Gegenstand, Foto oder ein Tier, das ihnen in Momenten der Einsamkeit Trost und Liebe spenden kann. Dann aber erfahren die Fünftklässler, dass der Familie bei Ankunft im Ghetto alles abgenommen wird, was ihnen wichtig und lieb war. Und dass die Familie sogar getrennt wird- sie werden sich nicht mehr wiedersehen. Was bleibt, aber erst viele Jahre nach Kriegsende zu Tommy kommt, ist das Buch, das sein Vater ihm malt.... „Für Tommy zum dritten Geburtstag“. Tommys Vater, ein Künstler, der seinen eigenen Tod vor Augen hat, malt heimlich für seinen kleinen Sohn zum 3. Geburtstag die Welt so wie sie eigentlich ist und sein sollte, nämlich voller wunderschöner Dinge in der Hoffnung, seinem Sohn wenigstens in Bildern wahres Leben und Farben schenken zu können.

Der nun gewählte Zugang zum Buch durch eine Bilderralley bot der Klasse einen sinnlichen, fast zärtlichen Zugang zu einer düsteren Thematik, die in schulischen Curricula sehr spät angepackt
wird und dann wenig Raum für die Auseinandersetzung mit Einzelschicksalen lässt, was im Kontext der holocaust education ein wesentlicher Aspekt ist. Sensibel und altersgerecht konnten Frau Habbel und Frau Hamidi dadurch den Fünftklässlern die Thematik von Ausgrenzung, Entrechtung und Vertreibung anhand wunderschöner Aquarellzeichnungen nahe bringen.

In Phasen der Stille konnte die Klasse in ihrem Projekttagebuch in die Rolle von Tommy schlüpfen und seinen Gedanken nachgehen. Sie konnte einen Brief schreiben an die Person, die sie am meisten beeindruckt hat und der sie danken oder sie Fragen stellen möchte.

Das Buch „Für Tommy zum dritten Geburtstag 22.1.44“ ist ein Bilderbuch, das Mut macht, das gemalt wurde, um gegen das Böse zu kämpfen und Leben zu versprechen. Das Buch als historische Quelle, die durch ihre Aufmachung kognitive und emotionale Überforderung ausschließt und bis zum Schluß Spielraum für individuelle Deutungen bietet, ist ein gelunger Einstieg auf dem Weg aus der gelehrten Geschichte zu lernen.

Den beiden Klassenlehrerinnen scheint die Thematik und die Notwendigkeit darüber zu sprechen gerade angesichts des Wiedererstarken des Nationalismus und Fremdenhasses sehr dringlich. In einer Abschlussrunde durften alle Kinder erzählen, wie sie heute nach Hause gehen. Traurig und froh- so lautete die Antwort von den meisten Kindern aus der 5c- froh, etwas gelernt zu haben, traurig, weil sie nun wissen, wie man mit Menschen umgegangen ist. Alle sagten, dass sie das Thema weiterhin beschäftigen wird, dass sie nun mehr aufpassen wollen und dass sie dankbar sind, in Frieden leben zu dürfen.

Der WDR hat die Kinder teilweise begleitet und am Freitag in der Aktuellen Stunde über das Projekt berichtet (hier geht es zum Filmbericht). Auch im Radio (Morgenecho) wird der WDR einen Bericht dazu senden. Vielleicht ist ja euer/Ihr Interesse geweckt worden, noch mehr vom Projekttag zu erfahren? - 1-2019

 

 

Zeit für das, was uns unbedingt angeht: TrO auf der Jugendburg Gemen

von Khiem und Tam Tran, Q2

Diese Zeit wollten sich auch 26 Schülerinnen und Schüler der Q2 vor ihrem Abi nehmen, um in den „Tagen religiöser Orientierung“ dem „kleinen Fach mit den großen Fragen“ Raum zu geben. Von Montag, 07.01., bis Mittwoch, 09.01.2019, gab es sinnvolle Gelegenheit dazu!

Unter der Leitung von zwei TrO-Teamerinnen, Eva und Evi, folgte am Montag nach einer vielfältigen Kennenlernrunde die Frage: Wie geht es dir? Und - Hand aufs Herz – ist nicht jedermanns Antwort: „Gut“ ? Die Befindlichkeit der Schüler/innen wurde buchstäblich in die Hand genommen, als es darum ging, mit Wörtern und Bildern ihre persönlichen Befindlichkeitsumschläge zu gestalten: Was bewegt mich? Was ist mir wichtig?  Anschließend ging es mit Fragebögen „Meinem Leben/Glauben auf der Spur...“, um verschiedene Themen des Lebens zu reflektieren – mit dieser Auseinandersetzung wurde im Austausch das entscheidende Thema der Schüler/innen gefunden: Glück und der Sinn des Lebens! Unter diesem Leitwort wurden zwischen Kaffee und Kuchen die Einheiten des TrO-Programms kreativ gestaltet. Für die Nächte wurde die Gruppe in den „Gemächern“ nahe der Burg untergebracht.

Der Dienstagmorgen startete mit einem Impulstext über „die kleinen Gründe“, einem Gebet und den persönlichen Glücksgründen. Spielerisch gelockert konnte sich die „Zug gefahrene“ Gruppe mit ihrer eigenen „Pappburg“ befassen: Wie möchte ich wirken? Worauf bin ich stolz? Was gebe ich nach außen Preis – was bleibt verborgen, unausgesprochen oder gar unaussprechbar?

In der Pappburg spiegelt sich das Wesen eines jeden Menschen wieder: ein Schutzwall, der die verletzliche Seele schützt; Ängste und Sorgen oder Stärken und Schwächen – das eine bleibt in der Burg, das andere ziert die (starken) Burgmauern, die wir um uns herum ziehen, aus welchen Gründen und Erfahrungen auch immer. Nach Gestaltung der persönlichen Pappburg mit Stift und Papier tauschten sich die Schülerinnen und Schüler - gestärkt durch ein reiches Mittagessen -  in Kleingruppen offen und mutig über ihre Persönlichkeit aus. Die Begegnungen schufen eine besondere Nähe und Vertrautheit außerhalb des Schulalltags – eine respektvolle Bereicherung der Wahrnehmung und der Gewinn einer neuen Perspektive in der Schulgemeinschaft!

Dieser Abend fand seine lautstärkste Einheit wohl in der „Werteversteigerung“,  bei der die Schüler/innen in „Familien“ mit einem Budget von 1000€ ihre sinnvollsten Werte zum Glück erwerben konnten: Wie viel ist dir Geborgenheit wert – oder Luxus? Abgerundet wurde der Tag dann mit dem Glücksmotto und einem stillen Wunsch für den Himmel ;-)

Der letzte Tag hielt eine ganz besondere Herausforderung für die Gruppe bereit: Bonbons! Jeder sollte jedem eines schenken! Zum „Glück“ handelte es sich hierbei nicht um Zucker für den Körper, sondern Balsam für die Seele: Es wurde ausreichend einmal Zeit genommen, um jedem Einzelnen zu schreiben, was man am anderen toll findet und/oder wünscht. Die Post fleißig in die vielen Befindlichkeitsumschläge „gestupst“ und verschlossen, ging es für die frisch zusammengerückte Gruppe nach Danksagung und einer großen Verabschiedung von den beiden Teamerinnen zurück nach Münster - mit einem Rucksack voll Freude/Post und der neu gewonnenen Orientierung um sich selbst und seinen Weg(-begleitern) für heute und morgen!

Fachkräftige Begleitung gab es von den Religionslehrern Frau Habbel, Frau Terhorst-Schweifel und Herrn Baumstark beim gemeinsamen Mahl und in der Freizeit. - 1-2019

 

 

zuletzt geändert am 13. 03. 2020 um 20:04

Preistraeger-Der-Deutsche-Schulpreis-Robert-Bosch-Stiftung
Zukunftsschulen NRW - Gütesiegel Individuelle Förderung MINT-EC-Schule zur Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - MINT-EC ist das nationale Excellence-Netzwerk von Schulen mit Sekundarstufe II und ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT).
Europaschule zur Förderung interkultureller und innovativer Lernprozesse CertiLingua - Exzellenzlabel für mehrsprachige, europäche und internationale Kompetenzen
Sonstiges

Schulschließung Annette-Gymnasium ab Montag 16.03.2020Crowdfunding - iPads für das AnnetteZeitzeugen der Landshut-Entführung im Annette-Gymnasium„Some were neighbors - Einige waren Nachbarn“Erfreuliche Ergebnisse beim Bolyai-Wettbewerb

» alle Neuigkeiten

Termine
» zum Terminplan

(kurzfristige Änderungen vorbehalten)