Beim MINT-EC-Tag „Münster macht MINT“ am 2. Juli 2026 konnten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 an verschiedenen Standorten spannende Einblicke in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gewinnen. Auch am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium wurde geforscht, beobachtet und praktisch gearbeitet.

Im Workshop „Astronomie und Elektronik – auf dem Weg zu Jugend forscht“ beschäftigten sich elf Teilnehmende mit der Beobachtung der Sonne und den Grundlagen elektronischer Schaltungen. Mithilfe der schuleigenen robotischen Teleskope gelangen eindrucksvolle Aufnahmen von Sonnenflecken, die gemeinsam ausgewertet wurden. Unterstützt wurden die Schüler*innen dabei von aktuellen „Jugend forscht“-Teams, die zudem ihre Projekte vorstellten und Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten gaben.

Im zweiten Teil des Workshops stand das praktische Arbeiten im Mittelpunkt: Unter Anleitung von Amateurfunkern löteten die Teilnehmenden eigene kleine Schaltungen und erhielten zum Abschluss ein Löt-Diplom.

Der MINT-EC-Tag zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und praxisnah MINT sein kann – und dass Neugier, Genauigkeit und eigenes Ausprobieren zentrale Grundlagen erfolgreichen Forschens sind.

Hier noch eine ausführliche Beschreibung des Projektes:

Am 2. Juli 2026 hieß es für interessierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9: forschen, tüfteln, beobachten und ausprobieren. Unter dem Motto „Münster macht MINT“ luden die Münsteraner MINT-EC-Schulen zu einem gemeinsamen MINT-EC-Tag ein. Die Workshops fanden dezentral an verschiedenen Gymnasien sowie am Zentrum der Didaktik der Biologie statt und boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, Einblicke in ganz unterschiedliche Bereiche aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen. Von Fledermäusen bis zur VR-Brillen, für alle Interessierten war am Münsteraner MINT-Tag etwas dabei.

Auch am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium wurde an diesem Tag intensiv gearbeitet: Im Workshop „Astronomie und Elektronik – auf dem Weg zu Jugend forscht“ beschäftigten sich elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit zwei spannenden Themenfeldern, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken, aber beide eines gemeinsam haben: Sie verlangen Neugier, genaues Beobachten, technisches Verständnis und die Bereitschaft, eigene Ideen praktisch umzusetzen.

Ein besonderer Höhepunkt des Vormittags war die Arbeit mit den schuleigenen robotischen Teleskopen vom Typ SeeStar S50. Bei eigenen Sonnenbeobachtungen lernten die Schülerinnen und Schüler, wie astronomische Aufnahmen vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet werden können. Im Mittelpunkt stand dabei die Beobachtung von Sonnenflecken: dunklere Bereiche auf der Sonnenoberfläche, die Hinweise auf die Aktivität unseres Heimatsterns geben.

Trotz des wolkenreichen Himmels konnten die kurzen Phasen blauen Himmels genutzt werden, um mit tatkräftiger Unterstützung der aktuellen Jufo-Teams des Annettes detailreiche Aufnahmen unseres Heimatsterns zu machen.

Im Anschluss stellten unsere Jufos aus dem MINT-Projektkurs der Q1 ihre aktuellen Projekte aus dem Wettbewerb „Jugend forscht“ vor. Für die jüngeren Teilnehmenden war dies besonders anschaulich: Sie konnten sehen, wie aus einer ersten Frage ein echtes Forschungsprojekt entsteht. Die beiden vorgestellten Arbeiten zeigten, dass wissenschaftliches Arbeiten nicht erst an der Universität beginnt, sondern bereits in der Schule möglich ist – wenn man eine spannende Fragestellung findet, die einen packt und der man systematisch nachgeht.

Die Teilnehmenden erfuhren, dass Astronomie nicht nur aus beeindruckenden Bildern des Weltalls besteht, sondern auch viel mit sorgfältiger Planung, technischer Steuerung und wissenschaftlicher Auswertung zu tun hat. Schon kleine Veränderungen in der Beobachtung können große Auswirkungen auf die Qualität der Ergebnisse haben. So wurde deutlich, wie wichtig Genauigkeit, Geduld und Teamarbeit beim Forschen sind und welche zentrale Bedeutung die Mathematik hierbei hat.

Gemeinsam wurde dann überlegt, welche eigenen Projektideen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geeignet sein könnten. Dabei ging es nicht darum, sofort ein fertiges Forschungsvorhaben zu entwickeln, sondern zunächst neugierig zu fragen: Was möchte ich genauer verstehen? Welche Beobachtung lässt sich untersuchen? Die Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeit der Sonne durch die Beobachtung von Sonnenflecken, die Bestimmung der Farbe des Mondes und vieles mehr wurde intensiv diskutiert.

Neben der Astronomie stand aber auch die Elektronik im Mittelpunkt des Workshops. Unterstützt wurde die Durchführung von Amateurfunkern aus Münster, die den Teilnehmenden das Löten kleiner Schaltungen näherbrachten. Für viele war es eine neue Erfahrung, elektronische Bauteile nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern sie selbst in die Hand zu nehmen, richtig zu platzieren und mit dem Lötkolben zu verbinden.
Beim Löten zeigte sich schnell, dass auch hier Präzision und Ruhe gefragt sind. Ein sauberer Kontakt, die richtige Temperatur und eine ruhige Hand entscheiden darüber, ob eine Schaltung am Ende funktioniert. Gleichzeitig wurde deutlich, wie motivierend praktisches Arbeiten sein kann: Aus einzelnen Bauteilen entstand Schritt für Schritt eine kleine funktionsfähige Schaltung. So wurde Technik im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar.
Zum Abschluss dieses Workshopteils erhielten die Teilnehmenden ein Löt-Diplom. Die kleine Auszeichnung würdigte nicht nur das erfolgreiche Arbeiten, sondern machte auch sichtbar, dass alle den Mut hatten, sich auf eine neue technische Aufgabe einzulassen und sie eigenständig zu bewältigen.

Der MINT-EC-Tag machte deutlich, worauf es in den MINT-Fächern ankommt: Nicht nur MINT-Wissen ist wichtig, sondern vor allem die Fähigkeit, Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu erkennen und Lösungen auszuprobieren. Ob bei der Beobachtung der Sonne, bei der Planung eines Jugend-forscht-Projekts oder beim Aufbau einer elektronischen Schaltung – immer ging es darum, selbst aktiv zu werden.

Gerade für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 bietet ein solcher Tag eine gute Gelegenheit, eigene Interessen zu entdecken oder weiterzuentwickeln. Wer vielleicht schon Freude an Physik, Technik oder Astronomie hat, konnte neue Anregungen gewinnen. Wer bisher noch wenig Berührung mit diesen Bereichen hatte, konnte erleben, dass MINT-Themen verständlich, kreativ und sehr praktisch sein können.
Der Workshop zeigte außerdem, wie wertvoll Zusammenarbeit über den Unterricht hinaus ist. Ältere Schülerinnen und Schüler gaben Einblicke in ihre Forschungserfahrungen, Lehrkräfte begleiteten die Entwicklung neuer Ideen, und externe Unterstützer brachten ihr Fachwissen aus der Praxis ein. Auf diese Weise entstand eine Lernatmosphäre, in der Ausprobieren ausdrücklich erwünscht war.

Der Münsteraner MINT-EC-Tag ist aber auch ein besonderes Zeichen der gewinnenden Zusammenarbeit der MINT-EC-Schulen in Münster. Das dezentrale Konzept des Tages ermöglichte es, unterschiedliche Schwerpunkte an verschiedenen Orten anzubieten. So konnten die Schülerinnen und Schüler je nach Interesse einen Workshop auswählen und dort intensiv in ein Thema eintauchen. Die Workshops deckten hierbei die komplette Breite des MINT-Bereichs ab. In diesem Sinne freuen wir uns auf eine Wiederholung im kommenden Schuljahr.