„Ich bin froh, dass ich so etwas wie den Gedenkstättenbesuch in Teresin erleben durfte, damit ich es weitererzählen kann und es niemals vergessen wird!“ (Schüler*in 14, September 2023)

Weitererzählen, anderen berichten und Geschichte dadurch lebendiger machen. Das hatte sich die Klasse 9d zum Ziel gesetzt, als sie sich entschied, den diesjährigen Holocaustgedenktag mitzugestalten, ihre eigenen Erfahrungen und Bilder von der Fahrt nach Theresienstadt in die Lebensgeschichte des kleinen Tommys und seiner Familie einfließen zu lassen, die als Grundlage für den Projekttag der 7d am 22. Januar 2024 diente. Im Laufe eines Schulvormittags tauchten die Siebtklässler in die Geschichte des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung und der Entrechtung und Ausgrenzung jüdischer Menschen nach 1933 ein. Das Kinderbuch „Für Tommy zum 3. Geburtstag“ bot den Schüler*innen dabei die Möglichkeit, auf behutsame Weise am konkreten Beispiel von Tommy Fritta-Haas historisches Denken und Entscheiden zu simulieren.

Am Donnerstag, 25.1.24 begleitete die 9d dann die Siebtklässler zum offiziellen Holocaustgedenktag der Stadt Münster, der im Rathausinnenhof stattfand und an dem sich zahlreiche Münsteraner Schulen beteiligten. Paul beschrieb stellvertretend für die Schule im Gespräch mit dem OB Herrn Lewe, wie er die Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust empfand und welche Verantwortung auch durch die Gedenkstättenfahrt für die Klasse erwachsen ist.

Die Projekte im Rahmen der Holocaustgedenkwoche 2024 unserer Schule endeten schließlich mit einem bildgestützten Vortrag der Klasse 9d über eine Besuch bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland, auf deren Einladung sieben Schüler*innen von ihren Erlebnissen in Prag, Theresienstadt und Lidice erzählen konnten. Dass sie die Anwesenden tief berührt haben zeigte sich nicht zuletzt auch in den vielen Nachfragen der älteren KfDler*innen, die als Kinder zum Teil die Nazi-Zeit erlebt hatten.

Auf die Nachfrage, ob das letzte Schuljahr, die stete Auseinandersetzung mit der Thematik, das Erleben und Nachspüren vor Ort in Teresin die Klasse verändert habe, sagten alle Beteiligten, dass sie stolz seien, erzählen zu dürfen und ebenfalls eine Verantwortung verspüren für Demokratie und gegen Antisemitismus einzustehen.

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