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Abiturienten zum Austausch auf den Philippinen

01. 07. 2019 00:00

Die umweltbewussten Schüler aus Münster waren im philippinischen Supermarkt ruckzuck bekannt – denn sie hatten eigene Jutebeutel dabei. „Ah! Die Blonden ohne Plastik“, wurden sie nach einigen Besuchen begrüßt, erzählt die Abiturientin Paula Dewert. Das war nur eine der Anekdoten und Erlebnisse, die eine Gruppe von zehn Schülern und Schülerinnen im Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium von den Philippinen berichteten. Und bei allem Schönen und Positiven, was aufs Tapet kam: Das dort mangelnde Umweltbewusstsein machte die jungen Leute aus Münster nachdenklich.

Insgesamt waren 13 Abiturienten zum Austausch nach Manila gereist. Am Montag waren sie zurückgekehrt. Das „globale Lernen“ ist im Lernplan vorgesehen – und so erhalten Austauschprogramme wie dieses auch Unterstützung, unter anderem von der Staatskanzlei NRW und „Brot für die Welt“, erklärt Claudia Mustroph, die Leiterin des Austausches. Zuvor waren bereits sieben philippinische Austauschschüler in Münster gewesen, die aktuelle Reise war also ein Gegenbesuch.


„Die dachten, wir wären hier alle Millionäre“, berichtete einer der Schüler. Das Wohlstandsgefälle sei enorm, sowohl zwischen Deutschland und den Philippinen wie auch innerhalb des 15-Millionen-Einwohner-Ballungsraums um Manila. Daher war die Gruppe aus Münster auch in einem Missionsgebäude untergebracht, zusammen mit den Philippinos, Jungen und Mädels getrennt. Die Gastgeber sollten nicht durch ihre oft ärmlichen Verhältnisse in Verlegenheit geraten.

Der soziale Arbeitskreis des Annette-Gymnasiums hatte sich im Vorjahr zur Unterstützung des United Institute in Daraga entschieden. Durch Spenden aus Abitur- und Schulanfängergottesdiensten sowie weitere Fundraising-Aktivitäten soll die Finanzierung von Schulkleidung und Lernmaterialien sowie Reparaturen an den Schulgebäuden unterstützt werden.

Durch Vorträge und Besuche auf Farmen erhielten die jungen Münsteraner Einblicke in die sich zaghaft entwickelnde Nachhaltigkeit auf den Philippinen. „Veganer kennt dort keiner“, wundert sich Moritz Schlummer. Außerdem war durch eine Handy-Recycling-Aktion in Münster die dortige Ausbeutung von Arbeitskraft und Handy-Rohstoffen wie etwa Lithium thematisiert worden.

von: Arndt Zinkant
aus: Westfälische Nachrichten: 22.6.2019
Fotos: Annette-Gymnasium


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