Texte, die berühren ...

25. 06. 2018 00:00

Unter der Leitung von Deutschlehrerin Kathrin Lambertz hatten Schülerinnen und Schüler ihres Literaturkurses aus der Jahrgangsstufe Q1 zu dem selbst gewählten Thema „Wege und Kreuzungen“ eigene literarische Texte geschrieben. Nun präsentierten sie an zwei Dienstagen hintereinander eine Auswahl der entstandenen  Erzählungen und Gedichte im Café des Cohaus-Vendt-Stiftes in Münster.

Literaturkurse leisteten „eine(n) Beitrag zur ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung“, so heißt es didaktisch und etwas  steif in den Kernlehrplänen. Zu hören war aber Lebendiges und Bewegendes, nämlich Texte, die berühren. In Marlene Sanders  Gedicht „Der steinige Weg“ muss das lyrische Ich erleben, wie schwierig es ist, den „eigenen“ Weg zu finden und dass dazu auch Irrwege und Leiderfahrungen gehören. In Lorenza Lüttels bewegendem Gedicht „Mein Weg“ spricht das lyrische von der Sehnsucht nach Liebe, vom „Salz in (seiner) Wunde“ und den Mühen des Alleine-Gehens. Lisa Schneider und Lara Myrcyk schrieben eine Erzählung über die „Sprache als Weg“, während Lilly Olthoffs Erzählung „Wege und Kreuzungen“ mit literarischen Mitteln wohl für Empathie, intensive Selbst- und Fremdwahrnehmung in einer immer hektischer werdenden Welt plädierte. Jonas Rommens Text „Die Spuren am Wegesrand“ schließlich spielt geschickt mit märchenhaften Zügen und ist doch auch eine Parabel auf die Bedeutung grundlegender menschlicher Werte.


Die hier stellvertretend für weitere Beiträge aus dem Kurs genannten Texte stehen für eine große Sensibilität im Umgang mit einem schwierigen Thema und für eine großartige sprachliche Gestaltungskraft. Denn auch das geübte Ohr kam auf seine Kosten: Innere Monologe und erlebte Rede, szenisches Sprechen und personales Erzählen, ausdrucksstarke Metaphern – die volle Bandbreite kreativen Schreibens wurde ebenso geboten wie das Spiel mit verschiedenen Textsorten.

Nachdenklich machten die Texte allemal: Schreiben trägt zur Selbstfindung und zum Nachdenken über sich und andere bei, es zeigt Wege und Erfahrungen auf, die nicht immer nur „bequem“ sind, und dies gilt auch – das machte der Beifall der Anwesenden sehr deutlich – für das „Hören“.


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