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Heraeus-Stiftung unterstützt Schulprojekt des Annette-Gymnasiums

21. 09. 2017 08:11

Schüler forschen zu umweltfreundlicher Mobilität mit Wasserstoff

Schon 2011 rollte in Münster ein mit Wasserstoff betriebenes Auto. Es war aber nicht auf der Straße unterwegs, sondern wurde als Modell von den Schülern Lukas Kollmer und Sebastian Deiwick konzipiert. Beim KICK-Wettbewerb der Stadtwerke gewannen die Schüler damals den ersten Preis.

Auch wenn sie inzwischen ihr Abi erfolgreich absolviert haben, verfolgt der betreuende Lehrer Michael Deittert das Thema umweltfreundliche Mobilität weiter und hat mit dem naturwissenschaftlichen Zweig des Annette-Gymnasiums ein Schulprojekt aufgelegt, das auf den Ergebnissen des Wasserstoff-Autos aufbaut und zum Ziel hat, konkrete Lerninhalte für Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen hervorzubringen. Gefördert wird es nun mit 32.650 Euro von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

„Vom KICK-Projekt bis zu landesweit verwendeten Materialen für den Unterricht über umweltschonende Mobilität ist es ein langer Weg. Umso beeindruckender, dass das Annette-Gymnasium ihn geht. Wir teilen unser Fachwissen rund um Elektroantriebe gern mit den Schülern und können sicherlich umgekehrt auch von ihren Ideen profitieren“, erklärt Martin Schuster, Leiter Kundenservice, Marketing und Kommunikation von den Stadtwerken Münster.


Wasserstoffwirtschaft am Beispiel Münster

„Die Auseinandersetzung mit der Brennstoffzellen-Technologie ist seit zwei Jahren zentraler Bestandteil des Kernlehrplans im Land NRW, aber es sind noch wenig Unterrichtserfahrungen für einen praxisbezogenen Experimentalunterricht verfügbar,“ sagt Schulleiterin Anette Kettelhoit. Genau hier setzt das neue Projekt an. Die Schüler beschäftigen sich damit, wie sich Wasserstoff möglichst umweltfreundlich erzeugen, transportieren und speichern lässt und wie daraus am Beispiel der Stadt Münster eine idealisierte „Wasserstoffwirtschaft“ entstehen kann. In Bussen und Autos mit Brennstoffzelle wird aus dem Wasserstoff dann emissionsfrei Strom erzeugt, der die Fahrzeuge antreibt.

Die Daten der Stadtwerke aus dem Betrieb von ihren Elektrobussen und Wasserstofffahrzeugen helfen hierbei, Kosten und Nutzen von herkömmlichen und alternativen Antrieben zu vergleichen und Wege hin zu umweltfreundlicher Mobilität zu skizzieren. Später ist geplant, herauszufinden, ob sich „Solarzellen aus Fensterglas“, so genannte Grätzelzellen, dazu eignen, genug Strom für die Herstellung von grünem Wasserstoff zu gewinnen, und wie sich dieser dann speichern lässt.

„Die Förderung der WE-Heraeus-Stiftung ist auch ein Vertrauensvorschuss, für den wir sehr dankbar sind“, so Anette Kettelhoit, „denn mit dieser Unterstützung finanzieren wir vor allem Verbrauchsmaterialien und Messgeräte. Nur wenn wir diese aber klug einsetzen, erzielen wir Ergebnisse. Darauf vertraut die Stiftung und dieser Verantwortung sind wir uns bewusst“.

Unterricht verbessern, Bildung fördern

„Der Alltagsbezug dieses Projektes, das mit echten Daten und selbst durchgeführten Experimenten Lerninhalte entwickeln soll, macht den Unterricht zweifellos attraktiver“, erklärt Prof. Dr. Joachim Treusch, Vorstandsvorsitzender der WE-Heraeus-Stiftung.

Wichtig dabei: Die Materialien sind für den Regelunterricht vorgesehen und sollen an möglichst vielen Schulen auch ohne zusätzlichen Aufwand eingesetzt werden. So ist die Förderung der Stiftung auch nachhaltig. „Die stimmige Verbindung von Physik, Chemie und Informatik in einem Projekt hat uns genauso überzeugt wie die Möglichkeiten, das Projekt auch nach den bisher geplanten Inhalten fortzuführen“, so Prof. Dr. Joachim Treusch.


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