Unser Besuch im Amtsgericht Münster

08. 08. 2017 00:00

von Hendrik und Luca (Klasse 8a)

Am Mittwoch waren wir – die Klasse 8a - zu Besuch im Amtsgericht in Münster. Wir hatten die Wochen davor über Recht und die Rechtsordnung der BRD im Politikunterricht diskutiert. Als Abschluss wollten wir an  einer richtigen Gerichtsverhandlung teilnehmen.

Zuerst mussten wir durch die Sicherheitskontrolle und sind dann zum Gerichtssaal gegangen . Dort mussten wir aber erst einmal warten. Zu Beginn des Prozesses, bei dem es um eine Körperverletzung zwischen mehreren Insassen der JVA gehen sollte, wurden die beiden Angeklagten in Handschellen von der Polizei hereingeführt.

Schnell war jedoch klar, dass die Hauptverhandlung an dem Tag nicht zustande kommen würde, da einem der beiden Angeklagten die Anklageschrift nicht fristgerecht zugestellt worden war. Darüber hinaus war auch nur einer von fünf geladenen Zeugen anwesend. Was uns aber trotzdem erstaunte, war, dass einer der beiden Angeklagten wegen einer Straftat einsaß, für die er bereits 7,5 Jahre Jugendstrafe bekommen hatte und gegen den anderen noch 27 weitere Verfahren liefen. Als uns klar wurde, dass die Hauptverhandlung vertagt werden würde, gab uns der Richter den Tipp an einem Diebstahlprozess teilzunehmen.


Dort angekommen sahen wir die klassische Prozessstruktur mit Verlesen der Anklageschrift durch die Staatsanwältin, Beweisaufnahme, Zeugenaussage, Schlussplädoyer und natürlich dem Urteilspruch. In diesem Fall ging es um eine Frau, die zugab in einem Supermarkt Sachen im Wert von ungefähr 20 Euro gestohlen zu haben. Die Hartz IV-Empfängerin hatte dies bereits mehrmals getan und ihre Aussagen verwirrten nicht nur uns, sondern auch den Richter. So sagte sie unter anderem aus, dass sie den Kaufpreis für die gestohlenen Waren als zu hoch empfunden hätte und außerdem gerne einmal ein Gefängnis von innen sehen wollte.

Der Richter verurteilte die Frau schlussendlich zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe mit der Auflage sich Lebenshilfe und Struktur von einem Bewährungshelfer zu holen. Darüber hinaus hat die Frau die Prozesskosten zu tragen, wobei bei uns allerdings die Frage aufkam, ob sie dies überhaupt leisten kann.
Alles in allem war es ein sehr interessanter Tag im Gericht und wir haben viele neue Erfahrungen gemacht.


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