„Damit so etwas nie wieder passiert“

30. 01. 2017 00:00

Vom 19. bis zum 26. Januar nahmen vier Schüler/innen des Annette-Gymnasiums mit ihren Lehrerinnen Frau Müller (für das Annette-Gymnasium) und  Frau Keen (für den Kooperationspartner Villa ten Hompel) am ERASMUS+ - Projekt  „Jugend in Aktion - Studying the Shoa: “Learning about Human Decisions, Reflecting on Responsibility”: A joint study project for German and Israeli students“ teil. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der anderen Yad Vashem Partnerschulen Nordrhein-Westfalens, sowie deren Lehrkräften, erreichten die Annette-Schüler am Nachmittag des 19. Januars Jerusalem, wo sie herzlich von den Mitarbeitern von Yad Vashem in Empfang genommen wurden.

Am nächsten Tag erfolgte sogleich das Kennenlernen der israelischen Schülerinnen und Schülern in Rishon LeZion, einer Partnerstadt Münsters. Nach einem herzlichen Empfang hatten alle die Gelegenheit die Schule der Israelis kennen zu lernen und einen Einblick in den Lehrplan der „Aerospace“-Klasse zu bekommen. Ein Highlight des Tages war ganz sicherlich der Besuch des Strandes bei 23°C. Am Abend besuchten die deutschen Schülerinnen und Schüler einen Shabbat - Gottesdienst einer modern orthodoxen Gemeinde in Jerusalem – ein Erlebnis, was alle, insbesondere aufgrund der Herzlichkeit und Offenheit der jüdischen Gemeinde, nachhaltig berührte.


Am Samstag erlief sich die deutsche Gruppe die Jerusalemer Altstadt. Spätestens jetzt wurde allen bewusst, wie vielfältig die Stadt ist und welch große Rolle die Religionen hier spielen. Besonders beeindruckend waren sicher Orte wie die Klagemauer, die Grabeskirche und die verschiedenen Märkte im Trubel der engen Gassen.

Die Arbeit in Yad Vashem begann dann am Sonntag: zunächst lernten die deutschen Schülerinnen und Schüler verschiedene jüdische Identitäten kennen und beschäftigten sich mit jüdischem Leben vor dem Holocaust. Wie unglaublich viele jüdische Gemeinden von diesem betroffen waren, wurde am Nachmittag im „Valley of the Communities“ bewusst.

Das lang ersehnte Wiedersehen mit den israelischen Schülerinnen und Schülern fand dann am Montagmorgen statt. Im Anschluss an das obligatorische Gruppenfoto wurden „gemischte“ Gruppen aus Schülerinnen und Schülern der zwei Nationalitäten durch das historische Museum in Yad Vashem geführt. Auch die übrigen Workshops der nächsten Tage, die sich mit Einzelschicksalen von Juden während des Holocausts, mit Kunst des Yad Vashem Art Museums oder der Geschichte der „Gerechten unter den Völkern“ beschäftigten, waren höchst emotional und führten zu spannenden Diskussionen zwischen allen Anwesenden. Höhepunkte dieser Workshops waren sicherlich die Begegnungen mit zwei Überlebenden des Holocausts. Bert Badihi überlebte mit falschen Dokumenten bei einer christlichen Familie, während George Sheffi mit einem Kindertransport nach England gebracht wurde. Die beiden Zeitzeugenbesuche wurden von der Gruppe als besonders eindrucksvoll geschildert. „Es ist einfach etwas anders, die Geschichte eines Menschen direkt von ihm zu hören, statt ‚nur‘ darüber zu lesen oder einen Film zu sehen“, so ein Schüler.

Nachdem Mittwochabend die Israelis verabschiedet worden waren (der Gegenbesuch wird im Mai erfolgen), bereiteten sich die deutschen Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern auf die Begegnung mit der Ministerin für Schule und Weiterbildung Silvia Löhrmann am letzten Tag vor. Diese war aufgrund des Holocaust-Gedenktages am 27.1. nach Israel gereist. In einem ausführlichen Gespräch berichteten die 16 Schülerinnen und Schüler von ihren Erlebnissen und Begegnungen in Jerusalem. Wichtig ist dabei ganz sicher das Fazit, was von allen gezogen wurde: Keiner der Anwesenden trägt Schuld daran, was während des Holocaust passiert ist. Aber gerade in Hinblick auf aktuelle politische Ereignisse und das deutschland- und europaweite Erstarken der rechten Parteien ist es unser aller Verantwortung, dass so etwas nie wieder passiert. Es gibt Grenzen, die auf keinen Fall (erneut) überschritten werden dürfen. Im Detail kann der Besuch auf dem Blog der Gruppe nachverfolgt werden.


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