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Bildungsprogramm am anderen Ende der Welt: Austausch mit den Philippinen

28. 06. 2016 23:03

Im Juni 2016 reisten dreizehn Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Englischlehrerin Claudia Mustroph auf die Philippinen. Während ihres Aufenthaltes dort besuchten sie die in der Ortschaft Legaspi gelegene Grund- und Sekundarschule „United Institute“. Sie durften sogar – in der Unterrichtssprache Englisch – selbst unterrichten. Daneben weiteten  vielfältige Einblicke in das Alltagsleben der Filipinos den Blick auf die Kultur des Landes insgesamt und unterstrichen  den entwicklungspolitischen Hintergrund der Reise: Fragen des Klimawandels und der Prävention in der Provinz Bicol sowie Maßnahmen der Wiederaufforstung konnten vor Ort anschaulich in den Blick genommen werden.

Die bedrückenden Lebensumstände der Menschen, die vor einem Einkaufszentrum in Legaspi sitzen und wenig mehr als alte Pappkartons ihr *Eigen nennen können, warfen Fragen nach Ursachen und Hilfsmöglichkeiten auf. Für den Mitteleuropäer  kaum vorstellbar und doch Realität auf den Phillipinen: Die „Smoky Mountains“. Die „Smoky Mountains“ sind eine Müllkippe vor der Stadt, auf der die Ärmsten der Armen unter erbärmlichen  Umständen ein menschenunwürdiges Dasein fristen müssen. Auch das beeindruckte die Reisegruppe nachhaltig. Mit diesen Eindrücken korrespondierte jedoch auch der Mut und der Wille der Menschen, „nicht aufzugeben“, so Merle Holstein, eine der Annette-Schülerinnen.


In der Provinz Albay, einer weiteren Station der Rundreise,  informierte sich die Austauschgruppe über die sozialen und ökonomischen Bedingungen des Wirtschaftens.  Auch hier bot sich ein eher ungewohntes Bild: Das Fehlen jeglicher Maschinen ist hier gleichbedeutend mit sehr schwerer körperlicher Arbeit. Freizeit ist für die hier lebenden Menschen ein Fremdwort. Auch die Löhne sind so gering, dass sie zum Leben kaum ausreichen.

Annette-Schüler Lucas Postal formulierte noch einen weiteren prägenden Eindruck: Bildung werde auf dem Philippinen großgeschrieben. Keineswegs sei der Besuch von Bildungseinrichtungen selbstverständlich, entsprechend werde die Chance, überhaupt eine Schule besuchen zu dürfen, als etwas Besonderes geschätzt.

Insgesamt also bot sich – so das Fazit der Austauschgruppe – ein durch äußerste Armut und fehlende soziale Absicherung geprägtes Bild. Gleichzeitig jedoch beeindruckte die Gastfreundlichkeit, Liebenswürdigkeit und Herzlichkeit der Filipinos. Auch wenn unmittelbar die Zustände wohl kaum zum Besseren gewendet  werden können, so bleibt es doch für die Menschen aus den Industriestaaten Anspruch und Aufgabe, der Verantwortung gegenüber den ärmeren Regionen der Welt gerecht zu werden. Mehrere Schülerinnen und Schüler des Annette-Gymnasiums haben beschlossen, auf ihrer persönlichen Ebene damit anzufangen: Sie wollen sich zukünftig ehrenamtlich für die Menschen auf den Philippinen einsetzen.


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