Annette-Schüler/innen bei Treffen in Verdun

30. 05. 2016 12:19

Trotz Regens, trotz Schlamms und allgegenwärtiger Sicherheitskräfte – für die 28 Schülerinnen und Schüler des münsterischen Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums wird das Treffen in Verdun unvergesslich bleiben.

Vor 50 Jahren durften die Deutschen nicht dabei sein. Beim Gedenken an die „Hölle von Verdun“ genannte Schlacht des Ersten Weltkrieges wollte Frankreichs Präsident Charles de Gaulle am 29. Mai 1966 keinen Vertreter des ehemaligen Kriegsgegners an seiner Seite haben. Auf den Tag genau ein halben Jahrhundert später festigen Kanzlerin Angela Merkel und Präsident François Hollande am Sonntag mit dem gemeinsamen Gedenken an mehr als 300 000 Tote die Basis deutsch-französischer Freundschaft.

Der strömende Regen lässt im Lauf des Tages in Douaumont nach. Dort wünscht sich der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff für seine Inszenierung mit fast 4.000 Jugendlichen sogar schlechtes Wetter: „Wenn es dazu bei Regen ist – noch besser.“ Schlöndorff will die Zeremonie „Politikern und Militärs wegnehmen und den Jugendlichen geben“.


Die jungen Menschen laufen aus den umliegenden Wäldern auf die Abertausende Kreuze und Gräber zu. Ein für Schlöndorff „donnerndes Kriegsgeräusch“ von Stahltrommlern begleitet kampfartige Szenen, die ein Tod auf Stelzen für alle auf dem Feld beendet. Doch die Jugendlichen stehen wieder auf über den Gräbern von Verdun. Sie formieren sich zu einem Aufbruch, ihrer Zukunft. Auf Deutsch und Französisch schmettern sie mit Tausenden Stimmen Militärs, Festgästen, Kanzlerin und Präsident entgegen: „Wir sind da – wir sind jung – wir bleiben!“

Die Schlöndorff-Choreographie mit etwa 4.000 Jugendlichen „Das war der Hammer“, schreibt der 16-jährige Ludger per Smartphone. „Es war sehr ergreifend“, betonen auch die begleitenden Lehrerinnen Sabrina Hamidi und Margret Flöttmann-Rühl, die das Geschehen von der Tribüne aus überblicken konnten. „Eine Schülerin sagte: Mir ist ein Schauer über den Rücken gelaufen, als der Stelzenmann zwischen uns herum stakste.“ Der schwarze Stelzenmann – er symbolisierte den Tod im Tanz der 4.000 Schüler. Die 28 Jugendlichen aus Münster waren als einzige Gruppe aus NRW beim fünftägigen Jugendtreffen in Verdun dabei.

„Eine deutsch-französische Begegnung in dieser Art hat es noch nie gegeben – und wird es wohl nie wieder geben – aber wir waren dabei“, beschreiben Frau Flöttmann-Rühl und Frau Hamidi die Begeisterung. „Es war ein ganz großes Erlebnis.“ Kälte, 250 Leute in einem Zelt – all das habe der Stimmung keinen Abbruch getan. Vor allem der Kontakt zur französischen Partnerklasse von der Insel La Reunion sei „toll“ gewesen. „Die haben unsere deutschen Lieder mitgesungen, unsere Schüler die kreolischen ...“ Neue Freundschaften über den Ozean – und über die Gräber von Verdun – hinweg.

Text und Bilder aus: Westfälische Nachrichten, 30.05.2016 - S.5


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