Besuch von Kinderärztin Martha Dávila aus Chilibulo

20. 10. 2015 07:35

Kann man sich eine Wohnung ohne fließendes Wasser vorstellen? Ilonka Forwick kann das; die Fünftklässler des Annette-Gymnasiums, die sie am Montag besuchte, hatten Probleme. „Da kann man sich ja gar nicht die Hände waschen“, staunt einer. In Quito in Ecuador können sich viele Kinder nicht die Hände waschen. Ilonka Forwick war dort Lehrerin und wurde vor 30 Jahren ans Annette-Gymnasium versetzt. Damals gründete sie eine Hilfsorganisation für Familien: das Medizinische Zentrum Chilibulo.

Von dort war am Montag die Kinderärztin Martha Dávila zu Besuch, die eindringlich von einer Welt berichtete, die Münsters Kindern fremd ist. Sie besucht derzeit mit ihrem Mann Deutschland, weil ihre Töchter hier studieren.

Dávila berichtet von Kindern, die schon mit sieben Jahren Drogen nehmen. Eine Packung Heroin gebe es für 50 Cent, einen Liter Alkohol für 80 Cent. Ein Liter Milch koste dagegen 2,30 Euro, sagt sie. Manche Kinder, sagt die Ärztin, könnten kaum kauen, wenn sie in die Schule kämen. Zuhause bekämen sie nur Suppe zu essen. Außerdem würden sie oft von ihren Familien vernachlässigt.


„Wir haben hier ziemlich viel, und die haben gar nichts“, sagt da Max Lohre, der dem Vortrag aufmerksam folgte. „Ich habe eine Idee, wie man helfen könnte“, schlug Arvin Ghezelbash vor, „wir basteln etwas und verkaufen es.“ Tatsächlich lebt Chilibulo von Spenden, unter anderem war das medizinische Zentrum mal eines der Spendenprojekte dieser Zeitung. Schon mit bescheidenen Mitteln könne man viel erreichen, sagt Ilonka Forwick in der Klasse. Die Ärztin Dávila bekomme etwa im Monat nur 400 Euro für ihre Tätigkeit im Zentrum.

Für die Kinder aus den Armenvierteln Quitos ist medizinische Hilfe sonst unerschwinglich. Dr. Dávila berichtet von einem Jungen, der sich ein Bein gebrochen hatte. „Ein Röntgenbild hätte 30 Euro gekostet – das ist so viel wie seine Familie im Monat erhält“, sagt sie. Tatsächlich gebe es nur eine zentrale Gesundheitsstelle, die ihn nach zwei Monaten behandelt habe. „Mein Vater ist Arzt“, sagt da ein Annette-Schüler, „der hat mal gesagt, dass ohne Behandlung gebrochene Knochen nie richtig zusammenwachsen.“

Günter Benning - WN - 20.10.2015


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