Der Kongress geht zur Schule!

09. 10. 2014 00:00

Auf Initiative von Philosophielehrer Reinhard Kurzer besuchte die „große“ Philosophie der Universitäten das Annette-Gymnasium: Anlässlich des in Münster tagenden „Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Philosophie“ besuchte Professorin Susanne Boshammer aus Osnabrück unsere Schule und hielt einen Vortrag zum Thema „Vergeben, vergessen, verzeihen? Vom richtigen Umgang mit falschem Handeln“. Frau Boshammer ist Professorin für Praktische Philosophie in Osnabrück, vorher lehrte sie in Zürich und Bern.

Den Ausgangspunkt ihrer Überlegungen bildete die mitunter schwierige Einsicht, dass moralische Fehler zum Leben dazu gehören: Niemand tue niemals Unrecht und niemandem werde niemals Unrecht getan! Der Frage aber, wie mit moralischen Fehlern aus der Täter-  und der Opferperspektive umzugehen sei, widmete sie ihren Vortrag. Darin legte sie den Schülerinnen und Schülern drei entscheidende Fragen vor: Ist Nachsicht eigentlich grundsätzlich eine Tugend? Maximiert es tatsächlich den Nutzen für alle, wenn wir  nicht nachtragend sind? Und: Ist das „Vergeben und Vergessen“ immer die richtige Maxime? Fragen also, die sich jeder von uns schon einmal in ähnlicher Weise gestellt hat und mit denen sie den „Nerv“ ihrer interessierten Zuhörerschaft traf!


Ausgehend von verschiedenen Typen des Vergehens referierte Susanne Boshammer über verschiedene Aspekte, die für „Vergebung“ sprechen, etwa die eigene Seelenruhe, und die Gerechtigkeit; andererseits könne das Kriterium der Gerechtigkeit auch gegen das „Vergeben“ sprechen. Das gelte auch für die „Selbstachtung“;  denn wer vergebe, signalisiere womöglich dem Täter, dass dieser moralisch verwerflich handeln dürfe, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Insgesamt ließ die Professorin eine nachdenkliche Zuhörerschaft zurück, stellte ihr Vortrag doch keine Handlungsmaximen auf, sondern regte zum weiteren Nachdenken an. Sie selbst wurde aber auch nicht ohne die Anregung zum weiteren Nachdenken  entlassen! Denn: Wer vernünftige Antworten gibt, wirft aber mit jeder Antwort auch immer wieder neue Fragen bei mitdenkenden Zuhörern auf. So fragten die Schülerinnen und Schüler am Ende, ob man moralisches Vergehen zwar entschuldigen könne, ohne es jedoch gleichzeitig zu verzeihen? Darüber wollte Frau Boshammer noch einmal ganz genau nachdenken!

Reinhard Kurzer äußerte sich sehr zufrieden über den Verlauf, profitierten am Ende offensichtlich beide Seiten vom dieser gelungenen Veranstaltung,  die im Zeichen dessen Stand, was Philosophie erreichen will: Die „Liebe zur Weisheit“ zu befördern!


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