Das Leben Sally Perels eindrucksvoll inszeniert

28. 06. 2014 08:00

„Mein Name ist Sally Perel und ich will euch meine Geschichte erzählen“, mit diesen einfachen Worten beginnt das von Julia Götz und ihrer Theatertruppe inszenierte Theaterstück über den „Hitlerjungen Salomon“ mit Natascha Weigang in der Hauptrolle. Was dann folgte, war aber mehr als nur eine schlichte Erzählung, es war eine rasante Fahrt durch ein schreckliches und beschämendes Kapitel deutscher Geschichte. Dabei sorgte eine Erzählerin stets für Orientierung und das, was sie erzählte, wurde beindruckend in Szene gesetzt: Gleich zu Beginn entlarvte eine mitreißend gespielte und in Zeitlupe dargestellte Familiensituation der Perels den von den Nationalsozialisten so zynisch geprägten Begriff der „Reichskristallnacht“ als das, was sie wirklich war: Eine Nacht des Terrors, in der weit mehr als 1400 Menschen jüdischen Glaubens ermordet wurden und ihr Besitz geplündert wurde. Auch die Familie Sally Perels war betroffen, die friedliche Alltagsstimmung wurde jäh zerstört und für Sally begann eine Irrfahrt, die für ihn „im Rachen des Feindes endete“, so die Erzählerin, die von Katharina Dohr verkörpert wurde.

Anlässlich seines Besuches am Annette-Gymnasium hatte Sally Perel es so formuliert: „Ich musste in der Haut des Feindes leben,  um zu überleben.“  Was dieser Satz bedeutete, brachte die heutige Inszenierung in einer Weise zutage, die keinen Zuschauer kalt ließ. Dabei beleuchtete das Stück das Erlebte nicht nur aus der Sicht Sallys, sondern sowohl aus der Sicht weiterer Opfer als auch aus der Perspektive der Täter, während das historische Geschehen multimedial auf eine Leinwand gebracht wurde. Was für ein großer Aufwand, welche schwierige Aufgabe, die hier nicht nur von den Schauspielerinnen und Schauspielern, sondern auch von den vielen Helfern vor und hinter der Bühne bewältigt wurden. Es entstand der Eindruck großer Leichtigkeit, so dass der Zuschauer sich voll auf das Schicksal Sally Perels konzentrieren konnte, auf ein Schicksal, das durch zwei Sätze markiert wird: „Sally, vergiss nie, wer du bist“, so lautete die Forderung des Vaters.  Seine Mutter verabschiedete sich mit den Worten: „Sally, du sollst leben!“


Sally Perel hat überlebt. Julia Götz und ihre Theatergruppe werden ihn sogar in der kommenden Woche zu einer weiteren Aufführung als Gast begrüßen dürfen. So klang das während des Theaterstücks gesungene Lied „Hava Nagila“ versöhnlich, bedeutet es doch: „Lasst und glücklich sein!“ Das Vergangene, der Zivilisationsbruch, der während des „Dritten Reiches“ begangen wurde, darf aber niemals vergessen werden. Wir Nachlebenden haben die Verantwortung, dass Rassismus in unserer Gesellschaft nie wieder eine Chance erhält. Erst dann dürfen wir sagen: „Hava Nagila!“ Mit dieser Aufgabe wurden wir Zuschauer aus dem Theater entlassen.

Schulleiterin Jutta Rutenbeck bedankte sich bei allen, die diese Inszenierung durch großen Einsatz über den Zeitraum eines Jahres ermöglicht haben. Mit großzügigen Geldspenden halfen außerdem die Sparkasse Münsterland Ost, Franke und Franke, das Stadthotel, das Hotel Mauritzhof und das Zentrum für refraktive Chirurgie. Der Dank geht auch an das Cinema, die Städtischen Bühnen Münster, das „Deutsch-Niederländische Corps“ und das „Freie Musical Ensemble“ für Leihgaben und Sachspenden.


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