Unsere Reise in die Stadt Lublin, Polen

13. 11. 2012 22:17

Eine Forschungs- und Begegnungsreise des Projektkurses Gesellschaftswissenschaften der Jahrgänge 12/13 des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums

Im Rahmen des Projektkurses Gesellschaftswissenschaften forschen derzeit 17 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 12 und 13 unter der Leitung von Herrn Dr. Beck und Frau Keen mit unterschiedlichen geographischen,


sozialwissenschaftlichen und historischen Schwerpunkten rund um das Thema „Menschen und Menschenrechte im Raum Lublin“. Dabei steht der forschend-entdeckende Ansatz im Vordergrund.

In diesem Sinne ist der Kurs in diesem Jahr passend zu unserem Oberthema in die Stadt Lublin gefahren. Diese liegt im Osten Polens, an der Grenze zur Ukraine. Jeder von uns schreibt eine Projektarbeit über Polen, speziell über die Region Lublin, und die gleichnamige Stadt.

Am späten Abend des 22. Oktobers 2012 ging unsere abenteuerliche Reise los. Vom schönen Münsteraner Hauptbahnhof fuhren wir in Richtung Hamm. Dort sind wir in den Nachtzug, welcher seine Europa-Route in Amsterdam beginnt, eingestiegen. Erstaunlich gemütlich erschienen uns die kleinen Kabinen in dem Zug, der uns direkt in die Stadt Warschau eskortierte.  In Warschau sind wir dann in einen weiteren Zug umgestiegen, welcher uns binnen ca. 3 Stunden in unsere Zielstadt Lublin brachte. In Lublin zur späten Mittagszeit angekommen, haben wir unsere Unterkünfte aufgesucht. Dass der Distrikt und die Stadt Lublin zu den ärmeren Gebieten Polens gehören, ist äußerlich nicht zu übersehen. Viele Häuser scheinen unbewohnt und herunter gekommen. Um so überraschter waren wir, als unsere Unterkünfte das komplette Gegenteil hervorbrachten: wunderbar moderne Zimmer, zentral in der historischen Altstadt von Lublin. Da unsere Begleiter „top“ organisiert waren und wussten, dass wir nur wenig Zeit in den Unterkünften zur Stärkung verbringen konnten, war die vorbestellte Pizza passend zu unserer Ankunft im Hostel verzehrbar. Nach der kleinen Pizza-Pause ging unser Weg weiter in die mit uns kooperierende polnische Schule. Dort trafen wir die polnischen Schülerinnen und Schüler, mit denen wir die Woche verbringen und zusammen arbeiten würden. Bereits bei diesem Kennenlernen erschienen die Schüler sehr freundlich und interessiert. Gemeinsam sind wir noch ein wenig durch die Lubliner Altstadt geschlendert.

Am nächsten Morgen sind wir nach unserem Frühstück in die Gedenkstätte Majdanek gefahren. Dort erhielten wir eine Führung durch das ehemalige Konzentrationslager. Gemeinsam mit den polnischen Schülerinnen und Schülern haben wir die neu gewonnenen Eindrücke besprochen. Anschließend haben wir die polnischen Gastfamilien besucht, um traditionell polnische Lebensweisen kennen lernen zu können. Eine enge Freundschaft mit den polnischen Schülern hat sich besonders während des Fußballspiels Dortmund gegen Real Madrid entwickelt, welches wir Schüler alle zusammen gesehen hatten.

Am Donnerstagmorgen haben wir eine von den polnischen Schülern organisierte Führung durch die Lubliner Altstadt genossen. Anschließend haben wir die Gedenkstätte „Grodzka Gate“ besichtigt. Danach stand Eigenrecherche auf der Tagesordnung. Je nach Projektarbeit wurden das Lubliner Stadtarchiv, das Archiv der Gedenkstätte Majdanek, die Synagoge der Nachbarstadt Samocz und weitere Einrichtungen aufgesucht. Außerdem wurden Interviews und Befragungen zum Thema Ökonomie, Schulpolitik und Wirtschaft zu den jeweiligen Projektthemen durchgeführt. Die polnischen Schülerinnen und Schüler haben uns auch bei diesen Aufgaben wunderbar unterstützt. Zu Abend haben wir in einem kleinen Lokal ein leckeres Abendessen verzehrt. Nach dem Abendessen haben wir den Abend gemeinsam mit unseren Begleitern ausklingen lassen.


Der nächste Tag und damit unser letzter Tag in Lublin  fing nach dem Frühstück ebenfalls mit Eigenrecherche an.  Am späten Nachmittag besuchten wir das Lubliner Stadtmuseum, um noch mehr über die Stadt zu erfahren. Großzügigerweise konnten wir am Abend ein Essen auf Einladung der Stadt Lublin in einem feinen Restaurant genießen. Den letzten Abend in Polen verbrachten wir natürlich nach dem Abendessen mit den polnischen Schülern.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg zurück nach Deutschland. Wir fuhren, wie gewohnt, mit dem Zug von Lublin nach Warschau. In Warschau hatten wir einen kurzen Aufenthalt und konnten per Führung eines Schülers aus unserem Kurs den Kulturpalast besichtigen. Von Warschau aus ging es dann nach Berlin. Trotz einfacher Sitzreihen statt Schlafwaggons erschien mir die Fahrt als ruhig und angenehm. In Berlin stiegen wir dann in den ICE nach Hamm und von Hamm aus in die Bahn nach Münster. Müde in Münster angekommen, verabschiedeten wir uns passend zur Zeitumstellung voneinander und fuhren nach Hause.

Zusammenfassend kann man sagen, dass unsere Fahrt nach Polen ein großer Erfolg war. Wir haben nicht nur wichtige Gedenkstätten und Museen besucht, sondern auch eine Freundschaft zu der einheimischen Bevölkerung aufgebaut. Wir wurden sowohl von den polnischen Schülern als auch von den polnischen Lehrern und Mithelfern der Gedenkstätten unterstützt. Eine große Unterstützung war unsere direkte Kontaktperson Magda Kawa von der Homo Faber Association, welche unseren Aufenthalt ehrenamtlich intensiv mitgestaltet hat. Nicht nur die polnische Unterstützung, sondern auch das Klima im Kurs und die Freundlichkeit unserer Begleiter waren ausschlagebend für unsere gelungene Reise. Sehr bereichernd war die Unterstützung des deutsch-polnischen Sprachvermittlers, Jakob Smigla Zywocki. Dieser hat nicht nur durch seine sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch durch seine angenehme Art und seine fundierten historischen Sachkenntnisse ehrenamtlich mit für den Erfolg der Projektfahrt gesorgt.
Wir sind alle sehr dankbar, dass unsere „abenteuerliche“ Exkursion zustande gekommen ist, und wollen besonders der Stadt  Münster und dem Land NRW sowie der Stadt Lublin für ihre Unterstützung danken. Ein besonderer Dank geht auch an den Förderverein des Annette-Gymnasiums, welcher durch seine großzüge Spende diese Fahrt erst möglich gemacht hat.  Die polnische Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit haben unseren Projektarbeiten sehr geholfen. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.

Alle „Neugierigen“ können die Ergebnisse unserer Forschungsarbeiten sehr gerne am Mittwoch, dem 16.01.2013, in der Villa ten Hompel in der Reihe „Junge Wissenschaft“ kennen lernen. Wir freuen uns, allen Interessierten dort noch mehr von unserem Projektkurs zeigen zu können!


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