Polenaustausch: Deutscher Gastbesuch in Dąbrowa Górnicza

01. 05. 2012 21:48

Am 24.03.2012 war es so weit und wir, die neun deutschen Austauschschülerinnen, trafen sich mit den Austauschlehrern Herrn Volbert und Frau Schwarzer am Bremer Platz. Von dort startete unsere Autofahrt nach Dortmund, von wo dann der ersehnte Flug nach Polen gebucht war.

Mit über einer Stunde Verspätung kamen wir endlich nach


eineinhalb Stunden Flug in Polen an und wurden von unseren Gastschülern, -lehrern und -eltern sehr herzlich begrüßt. Da es durch die Verspätung des Flugs schon sehr spät war, wurden wir am Flughafen nur noch schnell einander vorgestellt und fuhren dann direkt in unsere Gastfamilien.

Am nächsten Tag, Sonntag, trafen wir uns mit den meisten Gastschülern am Pogoriasee, der eine Sehenswürdigkeit in Dąbrowa Górnicza darstellt. Etwas vergleichbar mit dem Aasee, allerdings kann man im Pogoriasee schwimmen und es gibt kleine Strände. Am Nachmittag trafen wir uns in der Kegelbahn „Orion“ und verbrachten eine lustige Zeit beim Bowlen. Für den Abend gingen wir dann noch in das Pogoriacenter, vor allem um dort zu essen.

Am Montag lernten wir dann zum ersten Mal die Schule kennen. Dort wurden wir sehr nett von der „Frau Schulleiterin“ begrüßt und erhielten ein reichliches zweites Frühstück. Gegen Mittag machten sich alle auf zu einer Bustour durch die unmittelbare Umgebung. Ziele wie der Pogoriasee, die „Huta Kattowice“, die Stadtverwaltung, der Kulturpalast und die Burg in Będzin wurden dabei angefahren. Wir bekamen also viel zu sehen. Abends machten wir einen DVD-Abend bei einem der Austauschpartner zu Hause und hatten sehr viel Spaß zusammen. Auch der zweite Tag verging wie im Flug.

Dienstags stand die Tagestour nach Krakau auf dem Plan. Nach etwas mehr als einer Stunde Busfahrt erreichten wir unser Ziel und gingen zunächst durch das berühmte alte jüdische Viertel „Kazimierz“. Darüber hinaus konnten wir dort auch einen jüdischen Friedhof mit Synagoge besichtigen. Als wir auf dem größten Marktplatz Europas angekommen waren, hatten wir etwas Freizeit und konnten die Stadt auf eigene Faust erkunden. Anschließend hatten wir eine Stadtführung. Dabei besichtigten wir unter anderem den Waweldom und die Marienkirche. Uns wurde auch erläutert, dass das jüdische Viertel beispielsweise, das wir besichtigt hatten, Schauplatz des Films „Schindlers Liste“ war. Nach dieser eindrucksvollen Führung hatten wir wieder Freizeit. Da diesmal mehr Zeit zur Verfügung stand, standen Shoppen und Essen ganz oben auf der Liste. Nach einem langen und anstrengenden Tag erreichten wir abends wieder Dąbrowa Górnicza.
Für den Mittwoch war der Ausflug der deutschen Gruppe nach Auschwitz geplant. Die Bustour dauerte ca. 45 Min. und das, was uns dort erwartete, war sehr beeindruckend, aber auch schrecklich und unfassbar. Zunächst besuchten wir das Stammlager Auschwitz I. Dort konnten wir das bekannte Eingangsschild „Arbeit macht frei“ sehen. Unsere vierstündige Führung begann an dieser Stelle. Uns wurden in den einzelnen Baracken, hier glichen sie eher Häuserreihen, viele Ausstellungsstücke gezeigt. Darunter befanden sich viele Bilder, sowohl alte Fotos als auch gemalte Bilder, nachgebaute Krematorien in Miniaturansicht und originale Überreste aus der damaligen Zeit. Dazu zählten Haare, Schuhe, Koffer, Brillen, Zahnbürsten und alles andere, was die Menschen damals abgeben mussten. Im Stammlager besichtigten wir auch das Krematorium I. Anschließend fuhren wir ins Außenlager Birkenau oder auch Auschwitz II Birkenau genannt. Dieses Lager sah anders aus. Es war wesentlich größer und es gab kaum noch stehende Baracken. Die meisten Baracken waren vernichtet und es ragten nur noch die Schornsteine in die Luft. Wir liefen die Rampe hinauf und gelangten zu den Überresten der weiteren Krematorien und dem errichteten Mahnmal mit den Gedenktafeln, die in 15 Sprachen abgefasst sind. Auch hier erhielten wir viele Informationen durch unsere Führerin. Zum Schluss besichtigten wir noch die „Sanitäranlagen“ und eine Holzbaracke, in der Sprüche von den Nationalsozialisten an die Wand geschrieben wurden. Besonders eindrucksvoll waren auch Fotos, die so auf das Gelände gestellt wurden, dass der Hintergrund des Fotos und der Hintergrund der Realität einander entsprachen. Insgesamt war der Tag ein beeindruckendes und prägendes Ereignis für jeden von uns.

Unseren letzten „ganzen“ Tag verbrachten wir mit einer Besichtigung eines Arbeiterviertels in Schlesien. Dies wollen wir in Deutschland beim Gegenbesuch mit einem Viertel in Essen vergleichen. Außerdem besuchten wir noch eine Kunstausstellung in der Umgebung, bevor wir dann in das Silesia-Center nach Kattowice fuhren, in dem wir unsere gesamte Shoppinglust noch einmal ausleben durften. Nach einem langen und auch anstrengenden Tag freuten wir uns dann doch allmählich auf den Rückflug am nächsten Tag. Doch trotzdem blieben Tränen beim Abschied natürlich nicht aus. Wir hatten richtige Freundschaften geschlossen.

Zum Schluss lässt sich also nur noch sagen, dass es ein rundum gelungener und schöner Austausch war und alle sich auf den Gegenbesuch der Polen sehr freuen.


H. Niehues


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