Wenn Eltern ihre Kinder nicht wiedererkennen

10. 02. 2012 00:00

Biologie LKS schnuppern Hörsaalluft und erhalten Einblicke in medizinische Forschungsfragen der Humangenetik

Wir, die Biologie LKs der Jahrgangsstufe 11 und 12, nahmen am 09.02.2012  an der „Schülerveranstaltung Humangenetik“ in der Aula am Aasee teil.

 


Prof. Dr. Ingo Kennerknecht, Humangenetiker, führte dort rund 500 Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen in das Spannungsfeld der Humangenetik in Form einer Vorlesung ein.

Hierbei ging er vor allem auf die Zytogenetik, die Epigenetik, spezielle Erbkrankheiten und die Präimplantationsdiagnostik (PID) ein.

Sein Hauptaugenmerk setzte Prof. Kennerknecht auf die Prosopagnosie, d.h. die Unfähigkeit, einen Menschen allein am Gesicht zu erkennen. In Deutschland bezeichnet man dieses Phänomen als Gesichtsblindheit. Prosopagnostiker können durchaus beurteilen, ob ein Gesicht männlich oder weiblich, attraktiv oder freundlich ist, es mangelt ihnen jedoch an der Fähigkeit, ein Gesicht wiederzuerkennen. So ist es möglich, dass Vater und Sohn beide Prosopagnostiker sind und sie auf Hilfe anderer angewiesen sind, wenn der Vater z.B. den Sohn aus dem Kindergarten abholen muss, da sie sich beide nicht wiedererkennen können.
Zuletzt sprach Prof. Kennerknecht von der PID, einer genetischen Untersuchung der befruchteten Eizelle, bevor sie in die Gebärmutter eingesetzt wird. In Deutschland ist diese Methode seit Juli 2011 erlaubt, jedoch nur bei monogenen Krankheiten also, solchen, die durch einen Defekt in einem einzelnen Gen hervorgerufen werden.

Zum Schluss fand eine kleine angeregte Diskussionsrunde statt, bei der der Professor noch einige Fragen beantwortete. Insgesamt war der Vortrag für uns alle informativ und interessant, sodass wir uns schon aufs Studieren freuen. Doch weil ein Vortrag auf unbequemen Holzbänken über drei Stunden trotzdem etwas lang werden kann, mussten sich einige von uns in der Vorlesungspause erst einmal ein wenig Bewegung beim Schlittschuhlaufen auf dem Aasee verschaffen.

T.T.


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