Die weißen Klippen

30. 11. 2011 00:00

Die weißen Klippen von Dover sind, so ist es und so wird es vermutlich immer bleiben, über die Jahre zu einer Art Symbol für den Englandaustausch geworden. Denn für viele Schüler bedeutet der Anblick der weißen Küste von der Fähre aus das Erste, was sie von Großbritannien zu sehen bekommen. Und noch etwas wird sich nie ändern: Es wird nie das Letzte bleiben.


Der Englandaustausch mit der Westcliff High School For Boys ist seit 1981 ein Symbol für deutsch-englische Zusammenarbeit und Freundschaft, ja gerade Freundschaft. Auch dieses Jahr sollen sich wieder zahlreiche neue Freundschaften ergeben, Schüler und Schüler, Lehrer und Lehrer.

Nach einer überraschend entspannten Busfahrt erreicht unsere Reisegruppe ihr Ziel. Mit unseren Gastfamilien fahren wir nach Hause.

Am nächsten Tag, vor dem Start in ein gemeinsames Wochenende, besuchen wir gemeinsam mit unseren Austauschpartnern deren Unterricht. Dieser wird in Westcliff, ganz  im Gegensatz zu dem an unserer Schule, inzwischen beinahe ausnahmslos mit Technik bestritten. Jeder Lehrer hat sein eigenes Notebook, jeder Klassenraum sein eigenes Whiteboard. Den deutschen Lehrern bleibt der Neid.

Im Anschluss an die Assembly (Vollversammlung der Schule; wird ab und an mal zum Autoritätsbeweis durchgeführt), folgen für mich eine Stunde Physik und hiernach eine Doppelstunde Sport.
In der Pause lernt man auf dem Schulhof die Klassenkameraden des Austauschpartners kennen, man unterhält sich, witzelt und lacht über die Lehrer, die man gerade eben hatte – fast wie in Deutschland.
Nach einigen weiteren Stunden (die Schule geht hier bis einschließlich 16.00 Uhr, für manche sogar länger) kann man endlich in das Wochenende starten.

Am Montag danach folgt die Besichtigung einer Stadt, die, so habe ich mich dieses Jahr fest entschieden, definitiv der schönste Ort Europas ist: London. Dabei sind die bekannten Orte, nehmen wir mal die Tower Bridge, den Tower oder den Buckingham Palace, gar nicht mal DAS Entscheidende. Es ist schwer zu beschreiben, wenn man nie da gewesen ist, aber London ist ein Feeling. Am folgenden Tag ziehen wir erneut durch London. Warum auch nicht? Es gibt Plätze, die nie langweilig werden. Nicht in drei Jahren (oder natürlich mehr).

Tags darauf geht es für unsere Reisegruppe in die Innenstadt von Southend. Für einige wird der Lebenstraum war, den längsten Pier der Welt hinunterlaufen zu dürfen. Aber auch die vielen anderen begeben sich auf das 1,3 Meilen lange Holzbrett (ein paar Meter abgezogen; das Ende ist, unvorhersehbarerweise, gesperrt). Einmal hochgelaufen, bleibt nur noch eins: zurücklaufen, und dann, nach alter Tradition, bowlen gehen. Was folgt, ist eine praktische Anwendung des über die letzten Schuljahre antrainierten Vokabulars: shoppen. Der „Freizeit“-Klassiker. Denn England hat einige der schönsten Läden, die es gibt!

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen des Audioguides. Zusammen mit unseren Austauschschülern machen wir die Innenstadt von Canterbury unsicher. Zuerst geht es in die „Canterbury Tales“, eine Art Märchenwald für Über-6 und Unter-18jährige (ganz nach Ansicht auch Unter-15jährige). Mit einem Audioguide am Ohr wandern wir von Jungfrauen erschlagenden Rittern und betrunkenen Mönchen zu Ritterturnieren um die Gunst diverser Damen.

Nach den „Canterbury Tales“ ziehen wir einige Meter weiter zu einer ganz im gotischen Stil gehaltenen Demonstration der Kirchenmacht. Die Kathedrale von Canterbury ist eine der berühmtesten auf der ganzen Welt, der hauseigene Knabenchor einer der meist gehörten Großbritanniens. Einige Stunden lang besichtigen wir jeden Millimeter des Bauwerks, dann verlassen wir die Kirche wieder, um zurück nach Hause zu fahren.

Ein weiterer Abend in den Gastfamilien vergeht, man lacht und fühlt sich wohl, ist ganz drin in dem kleinen Abenteuer. Und dann merkt man, dass es, wieder einmal, Freitag ist. Also bricht ein letzter voller Tag an.
Zu dieser Angelegenheit bleiben wir ein zweites Mal in Southend. Nach einem anstrengenden Fußmarsch gelangen wir zum Golfplatz, unserem ersten Ziel.

In kleineren Gruppen ziehen wir über den Platz, lochen hier und da ein, schießen hier und da einen Golfball in die Bäume bzw. in die Büsche bzw. auf Lehrer (natürlich ungewollt!!), dann ziehen wir weiter, ein letztes Mal geht es in die Innenstadt.

Es werden Abschiedsgeschenke gekauft, die üblichen Blumen und Pralinen und Nettigkeiten, zum Dank an unsere Gastfamilien für eine unvergessliche Zeit.

Am nächsten Tag reisen wir ab.

Und dann, auf der Fähre von Dover nach Calais, ist da wieder dieser Moment, in dem die weißen Klippen von Dover hinter uns langsam verschwinden, England geräuschlos hinter uns zurückbleibt und wir uns fragen, wann wir das nächste Mal wieder einen weißen Landstreifen am Horizont zu Gesicht bekommen. Die Antwort ist: Bald.


Nigel Karte


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