Bergen Belsen-Seminar: Aus der Geschichte lernen?!

23. 11. 2011 17:12

Am Montag, den 14.11.2011, begann das Gedenkstättenseminar um 9.00 Uhr im Franz-Hitze-Haus. Nachdem sich alle Schülerinnen, Teamer und die beiden begleitenden Lehrer Herr Schmitt und Herr Volbert ein Namensschildchen gemacht hatten, wurden wir zunächst über die Akademie Franz-Hitze-Haus informiert. Im Anschluss näherten wir uns


unserem dreitägigen Programm, indem wir Gegenstände aus der NS-Zeit, wie z. B. einen Davidstern (oder einen Polizeihelm), in verschiedenen Gruppen begutachteten und eine Erklärung für ihre Verwendung suchten. Nach einer Kaffee- und Teepause schauten wir den Zeitzeugenfilm „Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“, in dem Erna de Vries von ihren Erlebnissen als Jüdin im Nationalsozialismus berichtet. Im Anschluss tauschten wir unsere Eindrücke und Fragen aus. Nach dem Mittagessen wurden wir in kleine Gruppen eingeteilt, die unterschiedliche Themen zur Auseinandersetzung mit Opfern, Tätern und Mitläufern im Nationalsozialismus bekamen. Jede Gruppe erarbeitete eine Szene zu dem Thema, welche im Nachhinein vor den anderen Seminarteilnehmern vorgestellt und analysiert wurde. Nach einer weiteren kurzen Pause haben wir über die Erinnerungskultur in Deutschland gesprochen, uns über den Sinn und Zweck von Gedenkstätten ausgetauscht sowie unsere Erwartungen an den folgenden Tag mit dem Besuch des Konzentrationslagers in Bergen-Belsen formuliert.

Mit einer kleinen Verspätung ging es dann am Dienstagmorgen los. Alle Teilnehmer überstanden die knapp vierstündige Busfahrt mit ein bisschen Ungewissheit, was sie in Bergen-Belsen erwarten würde. Dort angekommen wurde zunächst ein kurzer Film vorgeführt, in dem Aufnahmen des Konzentrationslagers kurz nach der Befreiung durch die Engländer im April 1945 gezeigt wurden. Nicht ohne Grund betonten die Teamer und Lehrer, dass man jederzeit den Raum verlassen könne, da dieser Film nicht nur die kranken und abgemagerten Überlebenden zeigte, sondern auch die zum Teil schon verwesenden Leichen, welche in Massengräber geschleppt und gezogen wurden. Diese Massengräber konnte man später, während des Rundgangs durch das KZ, auch in Umrissen sehen bzw. erahnen. Außer den Gräbern und Gedenksteinen war nicht viel zu sehen, da nach dem Krieg alle Gebäude abgebrannt wurden, aus Angst vor der Verbreitung von Seuchen. Bei dem Rundgang stellten die Teamer den Lageralltag dar und beantworteten unsere Fragen. Nach knapp zwei Stunden war der Rundgang beendet und die SchülerInnen konnten sich in der Ausstellung oder in der Cafeteria aufwärmen. In einer Abschlussrunde hatte man die Möglichkeit, einen Brief an sich selbst zu schreiben, der uns in sechs Monaten zugestellt wird. Wir konnten auch einen Gedanken, den wir mit dem Konzentrationslager verbinden, auf einem Blatt Papier formulieren, mit dem wir uns dann vor der Gedenkstätte fotografieren lassen konnten. Danach fuhren wir mit dem Bus zurück nach Münster, wo wir gegen 19.30 Uhr ankamen.

Am darauf folgenden Tag, dem 16.11.2011, trafen sich alle um 9.00 Uhr zur Nachbereitung im Franz-Hitze-Haus. Dort gab es eine kleine Runde, in der jeder seine Eindrücke und Fragen bzgl. des Gedenkstättenbesuches preisgeben konnte. Danach haben sich die SchülerInnen dem Thema Zivilcourage gestellt und zu verschiedenen Bildern, auf denen Situationen von Ausgrenzung und Diskriminierung dargestellt waren, ein „4-Ecken-Gespräch“ geführt. Auf einem Bild war z. B. eine Frau zu sehen, die in ihrem kleinen Verkaufsladen ein Schild aufgestellt hat, auf welchem zu lesen war, dass Ausländer den Laden nicht mehr allein betreten dürfen. Später haben alle Kleingruppen ein Werbeplakat erstellt, welches auf Zivilcourage aufmerksam machen soll. Mit einer kurzen Runde, in der den Teamern ein Feedback gegeben werden konnte, wurde das Seminar beendet.

Ich selber kann jedem dieses Seminar empfehlen, da es nicht nur um Themen wie Diskriminierung und Zivilcourage geht, sondern auch um die Konzentrationslager der nationalsozialistischen Zeit. Man kann sich danach besser vorstellen, wie grausam es damals war und wie wichtig es ist, Gedenkstätten zu erhalten und dieses Wissen weiterzugeben, um nicht zu vergessen, was passiert ist.

Luisa Eichler, 9a


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