Luftkrieg über Münster - Das zivile Leben im Luftkrieg

Allgemeines

Seit 1943 gehörten alliierte Luftangriffe zur Tagesordnung

Während des gesamten Krieges: 1.128 Sirenenalarm in Münster um die Bevölkerung vor Bombenangriffen zu warnen

Der Münsteraner verbrachte durchschnittlich 1.532 Std. im Luftschutz - Keller (umgerechnet 2 Monate!!!)

Alltag während der Bombenangriffe

Zu Beginn des Krieges war das nationalsozalistische Regime darum bemüht, die Normalität im Alltag der Münsteraner Bürger beizubehalten, das kulturelle Programm, wie zum Bsp. Theater- oder Kinovorstellungen, fand weiterhin statt

Begründung hierfür: die Stimmung im Land sollte möglichst gut sein, die Bürger sollten vom Krieg abgelenkt werden.

Mit zunehmender Dauer des Krieges kam allerdings das kulturelle und wirtschaftliche Leben zum Erliegen, wahrscheinlich vor allem deshalb, weil die Bürger die Augen nicht mehr vor dem Krieg verschließen und sich ablenken konnten und natürlich auch, weil die finanziellen Mittel knapp wurden.

Das Leben der Münsteraner Bürger wurde natürlich durch die Bombardierung grundlegend verändert, der Handel und die Versorgung mit Lebensmitteln war nur noch eingeschränkt möglich, da die größten und wichtigsten Verkehrswege in der Umgebung zerbombt waren.

Daraus resultierte auch, dass die allgemeine Versorgung rationiert und der Bezug auf Lebensmittelmarken umgestellt wurde. Der Alltag der Münsteraner war von nun an Schlange stehen, um die ihnen zugeteilten Marken in Lebensmittel umzutauschen.

Nach den Luftangriffen von 1941 wurden große Teile der Bevölkerung evakuiert, außerdem flüchteten viele Münsteraner zu Verwandten und Bekannten aufs Land, da die Bombengefahr dort natürlich deutlich geringer war als in der Stadt.

Wer in der Stadt zurückblieb, verließ Münster allabendlich in einer Art Völkerwanderung.

Gerade in den letzten beiden Kriegsjahren lebte die Bevölkerung im permanenten Ausnahmezustand. Vielfach fehlte Trinkwasser und dazu kam, dass die Kohleversorgung zusammen gebrochen war (kalte Winter!!!). Außerdem gab es auch immer weniger Nahrungsmittel

Bunkereingang (Münster)

Rolle der Frauen

Der Großteil der zusätzlichen Arbeiten lastete auf den Frauen; da die Männer überwiegend eingezogen waren, wurden die Frauen „dienstverpflichtet“. Sie arbeiteten z.B. als Krankenschwester oder Luftschutzwartin.

Aufgaben einer Luftschutzwartin: private Luftschutzkeller begutachten, Brände bekämpfen.

Der Krieg riss Familien auseinander, typisches Schicksal einer Münsteranerin war: Mann an der Front, ältester Sohn beim Arbeitsdienst, Tochter dienstverpflichtet, jüngster Sohn in der Kinderlandverschickung (d.h.: Schüler wurden aus den luftgefährdeten Städten herausgeführt, meist nach Süddeutschland).

Bunker an der Schleuse

Zivilschutzanlagen

Die wohl am häufigsten vorkommende Zivilschutzanlage im 2. Weltkrieg war der Luftschutzkeller.

Begründung: er war am einfachsten zu realisieren und in kürzester Zeit einsatzbereit (mit einfachsten Mitteln konnte man einen üblichen Kellerraum in einen Luftschutzkeller umbauen)

Es gab also private Luftschutz - Keller in Wohnhäusern und öffentliche Luftschutz - Keller in z.B. Schulen, Krankenhäusern, im Rathhaus, in Kinos…etc.

Jedem Bunkereinsassen standen in den öffentlichen Bunkern ca. 0,8 Quadratmeter zu

Es gab auch Luftschutzeinrichtungen im Erdgeschoss oder im Treppenhaus, viele waren so behelfsmäßig gebaut, dass sie nicht freigegeben wurden, die Einsturzgefahr war zu groß

Luftschutzkeller und Bunker schützten im seltensten Fall vor Volltreffern, sondern mehr vor Trümmern und Splittern

Bunker in der Speicherstadt