Der Dreißigjährige Krieg

1. Der Prager Fenstersturz

Auslöser des Dreißigjährigen Krieges war der sogenannte Prager Fenstersturz. Diesem Ereignis war ein Streit zwischen den protestantischen Ständen und ihrem katholischen kaisertreuen Landesherren in Böhmen vorausgegangen. Bei diesem Streit ging es um die Religion und die Macht in Böhmen. Am 23. Mai 1618 gingen unzufriedene, protestantische Adelige zu der Prager Burg und warfen drei katholische Kaisertreue aus dem Fenster. Die drei überlebten allerdings, da sie auf einem Misthaufen landeten. Dieser Fenstersturz war eine verstärkte Version vom Werfen eines Fehdehandschuhs, also eine Kriegserklärung an den Kaiser. Das war der offizielle Anlass für den Krieg.

2. Die Gründe für den Krieg

Der tatsächliche Grund für den Dreißigjährigen Krieg lag in dem Religionsstreit zwischen den Katholiken und den Protestanten. Aber auch Machtansprüche, Besitzansprüche und das Selbstbestimmungsstreben der Fürsten und Adligen spielten eine Rolle. Sie wollten mehr Macht über ihre Provinzen haben, was die Zentralgewalt des Kaisers im Reich weiter geschwächt hätte. Außerdem wollten der König von Spanien und das Haus Habsburg ihre Macht über Gebiete Frankreichs erweitern.

3. Verlauf des Krieges

Der Krieg hat auch deshalb so lange gedauert, weil es nicht nur einen Krieg, sondern viele verschiedene Kriege gab. Insgesamt folgten fünf Kriege aufeinander. Die Länder teilten sich in zwei Parteien.

Die Protestanten, zu denen der König von Schweden, Gustav Adolf, die Pfalz, die protestantischen Fürsten und Adligen, der König von Dänemark und Frankreich gehörten. Frankreich war eigentlich katholisch, schloss sich aber Schweden im Feldzug gegen den Kaiser an.

Zu den Katholiken gehörten der Spanische König und das Haus Habsburg, Kaiser Ferdinand II. und die katholischen Fürsten und Bischöfe.

    1. Der böhmische Krieg (1618-1620)

    Friederich von der Pfalz wurde von Herzog Maximilian von Bayern und Johann von Tilly, dem Feldherren der Liga, geschlagen. Der Kaiser ließ nach dem Sieg 27 böhmische Adlige öffentlich hinrichten. Die Hälfte der Besitztümer der Böhmen und Mähren wurde an katholische Kaisertreue übergeben.

    2. Der pfälzische Krieg (1621-1623)

    Der Truppenführer der Liga, Tilly, eroberte die Pfalz für den Kaiser.

    3. Der dänische Krieg (1625-1630)

    Albrecht von Wallenstein, ein Feldherr der Liga, eroberte Norddeutschland für den Kaiser. Daraufhin marschierte der protestantische König von Dänemark nach Norddeutschland, wurde dort aber von Wallenstein Der Dreißigjährige Krieg geschlagen.

    4. Der schwedische Krieg (1630-1635)

    Der protestantische schwedische König Gustav Adolf griff in den Krieg ein, um die schwedische Machtposition in Norddeutschland auszubauen. Ein weiterer Grund war, dass sich die Protestanten 1630 in einer sehr schlechten Situation befanden, da der Kaiser und seine Verbündeten viele Schlachten gewonnen hatten.

    5. Der französische Krieg (1636-1648)

    Das katholische Frankreich griff auf Seiten der Protestanten in den Krieg ein. Frankreich wollte den Kaiser schwächen.

4. Der Ausgang des Krieges

Nutzen aus diesem Krieg zogen die Fürsten, Frankreich und Schweden.
Verloren haben der Kaiser, das Haus Habsburg, das Deutsche Reich und das Volk.
Ein Drittel des deutschen Volkes starb an den Folgen des Krieges.

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