Gesellschaftswissenschaften

Zum Bereich der Gesellschaftswissenschaften gehören in der Sekundarstufe I die Fächer Erdkunde, Geschichte und Politik. In der Sekundarstufe II umfasst der gesellschaftswissenschaftliche Bereich neben den Fächern Erdkunde und Geschichte auch die Fächer Sozialwissenschaften, Pädagogik und Philosophie. Im Abitur kann das Fach Religion ebenfalls den gesellschaftswissenschaftlichen Bereich abdecken. Darüber hinaus wird am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in der Qualfikationsphase das Fach Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaft angeboten, in dem auch Abiturprüfungen abgelegt werden können.

In der Oberstufe bieten wir in jedem Jahr Leistungskurse in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Sozialwissenschaften sowie Grundkurse in allen gesellschaftswissenschaftlichen Fächern an.

Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über eine Reihe der unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Projekte und Aktionen, die im Verlauf dieses und des letzten Schuljahres im Bereich der Gesellschaftswissenschaften durchgeführt worden sind oder mit Beteiligung unserer Schule stattgefunden haben.

 

 

Exkursion zum Phoenix-Gebiet

von Moritz Schlummer und Nikola Peric (Q2)

Unser Tag begann mit einer Führung am Phoenix-See. Es wurden uns erst allgemeine Informationen gegeben, zum Beispiel, dass der See als Hochwasserschutz bei starkem Regen dient oder die Entscheidung, den See durch Grund- und Regenwasser aufzufüllen, zu verwerfen und den Prozess durch eine aktive Befüllung mit Trinkwasser zu beschleunigen. Aufgrund des Hochofens, welcher vorher dort stand, hat der Boden einen hohen Eisenhydroxid Anteil. Um zu verhindern, dass der See sich grün verfärbt, gibt es ein kleines Klärwerk extra für den See, welches es schafft 15 m³ zu reinigen. Diese Menge reicht um in einem Jahr das gesamte Wasser im See einmal komplett zu klären.

Da die Immobilienpreise am See sehr hoch sind, findet dort eine starke Segregation statt. Dort siedeln sich auch Spieler des Borussia Dortmund an, wie z.B. Roman Weidenfeller, welcher sich darüber beschwerte, dass Bäume am Seeufer wuchsen und so die Sicht auf den See versperrten. Daraufhin wurden Bäume rund um den See entfernt. Ein kleines Projekt am See ist der Anbau von Rebstöcken, von welchen die Trauben genutzt werden um Wein herzustellen und zu versteigern.

Im weiteren Verlauf des Tages waren wir bei einem Klärwerk. Dort wurden uns die drei Schritte der Wasserreinigung grob erklärt. Zuerst wird das Wasser mechanisch, durch z.B. ein Sieb, gereinigt. Daraufhin folgt die biologische Reinigung, bei welcher mit Hilfe von Bakterien der übrige Schmutz verschlammt wird. Dieser sogenannte >Faulschlamm< wird dann weiterverwertet, indem man ihn in den Fauleiern auf 37°C erwärmt und so das Klärgas extrahiert. Mit dem Klärgas wird dann ein Blockheizkraftwerk betrieben, welches zur Stromgewinnung dient.

Der gewonnene Strom wird für den Betrieb der Kläranlage genutzt, da sich Stromverbrauch und -produktion decken. Die überschüssige Wärme, welche beim Verbrennen des Gases entsteht, wird genutzt um die Fauleier bei der konstanten Temperatur zu halten. - 12-2018

 

 

„Europa, wir müssen reden! Brüssel bereisen, Politik verstehen“

Fünf Schulen auf Europa-Entdeckungstour in Brüssel

Von Paula Dewert (Annette-Gymnasium Münster), Camilla Karnau (Marienschule Münster)

Endlich war es soweit, mit gepackten Koffern standen wir am Montag um 7 Uhr in der Eingangshalle des Bahnhofs und freuten uns auf die kommenden drei Tage in Brüssel: Was erwartet uns in der europäischen Hauptstadt? Wie ist die Stimmung bezüglich des Brexits, der aktuellen Flüchtlingssituation, der anstehenden Europawahl und der anderen aktuellen Herausforderungen? Wird sich unser Bild von der Europäischen Union verändern?

Nach etwa vier Stunden Fahrt kamen wir an unserem Hotel im Stadtteil Molenbeek an und konnten dann einen ersten Eindruck von der Stadt gewinnen. Uns fiel schnell auf, wie international geprägt Brüssel ist: selten haben wir so viele internationale Supermärkte, Restaurants und Geschäfte auf engem Raum gesehen. Direkt im Anschluss ging es für uns zum Goethe-Institut. Hier wurden wir von Antonia Blau, Leitung Europäische Projekte, und ihrem Team über aktuelle Projekte aufgeklärt und erfuhren zum ersten Mal, wie wichtig es für die Zukunft der EU ist, mit allen Mitgliedsstaaten im ständigen Dialog zu stehen. Durch den steigenden Nationalismus, der aktuell in vielen europäischen Ländern zu beobachten ist, rückt der multinationale Verbund manchmal zu schnell in den Hintergrund.

Am folgenden Morgen machten wir uns nach dem Frühstück auf dem Weg zum „Haus der Europäischen Geschichte“. Wir haben dort viel über die Gründung der EU und ihrer Entwicklung in den letzten Jahrzehnten gelernt. Die Mittagspause nutzten wir dafür, die typischen belgischen Waffeln zu probieren. Nachmittags erhielten wir die Möglichkeit den CDU-Abgeordneten Dr. Markus Pieper (MdEP) aus NRW im Europäischen Parlament zu treffen und ihm unsere Fragen zu stellen: Wir haben viel über Deutschlands Rolle, die aktuelle Debatte über die Erneuerung des Urheberrechts und Piepers Werdegang erfahren. Außerdem beantwortete er unsere Fragen zur Migrationspolitik, der Zukunft Europas und warum der Vorwurf die europäische Politik wäre nicht vollständig demokratisch legitimiert, seiner Meinung nach nicht zutrifft. Zuletzt haben wir Herrn Pieper eine bronzene Taube übergeben:

Die Kunstwerke von Richard Hillinger, der 30 dieser Skulpturen zum 60. Jahrestag der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der UN erschuf, sollen Engagement für die Verwirklichung der Menschenrechte würdigen. Die Tauben „fliegen“ von vorherigen Preisträgern zu weiteren Personen oder Institutionen. Münster hat die Taube von der Stadt Hannover im Rahmen der „Mayors for Peace“ Bundeskonferenz bekommen. Wir geben sie nun an das Europäische Parlament weiter, um zu zeigen, wie wichtig der Europäische Zusammenhalt und die verbindende europäische Kultur sind.

Nach unserem ersten Besuch im Parlament sind wir von einem sogenannten „kritischen Stadtführer“ durchs EU-Viertel geführt worden. Wichtige Themen der Führung waren vor allem die Veränderung des Viertels durch vermehrten Bau von Bürogebäuden, die multi-kulturelle Stadt Brüssel und der Lobbyismus innerhalb der EU, erklärt an verschiedenen Gebäuden und Plätzen.
Brüssel ist eine Stadt, die sehr vielfältig und bunt ist. Oft wurde sie von den verschiedenen Referenten als „widersprüchlich“ bezeichnet: neben dem diplomatischen EU-Viertel existiert auch viel Armut und fehlgeschlagene Integration. Durch diese beiden Programmpunkte hatten wir die Chance zwei politisch völlig unterschiedlich einzuordnende Meinungen zu dem „Wie?“ der Europäischen Union kennengelernt. Trotz der Unterschiede war beiden die gemeinsame Begeisterung für diesen Völkerbund anzumerken.

Mittwochmorgen haben wir ein zweites Mal das Europäische Parlament besucht und haben uns nach einer Einführung den Plenarsaal anschauen dürfen. Es wurde dabei deutlich, in welchen Bereichen die EU wichtig für uns ist und warum sie gerade für die Zukunft entscheidend ist. Als eine Form der europäischen Vielfalt haben wir viel über die politische Landschaft des Europäischen Parlaments gelernt und den Umgang mit 24 Amtssprachen erklärt bekommen.

Über die Tage in Brüssel wurde die Begeisterung für die EU an vielen Orten auf unterschiedlichste Weise spürbar. Trotzdem war oft auch eine gewisse Sorge über die Zukunft der EU, die durch geringe Wahlbeteiligung oder den Brexit beeinflusst werden wird, präsent. Umso mehr ist die Reise als Chance für Wertschätzung der und Engagement für die EU zu sehen, die wir Jugendlichen nutzen durften.

Die Schülerakademie findet im Rahmen der Programmwoche „1648 – Dialoge zum Frieden“ statt und wird vom Arbeitskreis „1648 – Dialoge zum Frieden“/ Münster Marketing / Wissenschafts- und Friedensbüro in Kooperation mit dem Franz Hitze Haus durchgeführt. Anlass für die Exkursion bot das Europäische Kulturerbejahr 2018. - 11-2018

 

 

Archaeologie in der 6c

von: Marlene und Pia, 6c

In einer der letzten Geschichtsstunden hat uns der Archäologe Armin Schulz besucht. Er erzählte uns viel über seinen Beruf als Archäologe und Historiker. Die Archäologen und ihr Team arbeiten jeden Sommer unter extremer Hitze drei Monate lang. Die Ausgrabungen, z.B. von Bauwerken sind nur als Team möglich. Häufig buddelt der Archäologe nicht selbst, denn er überwacht die Ausgrabungen, damit alles so passiert wie es soll.

Archailogia Platon, Hippias maior 285d - das ist der lateinische Begriff für die Kunde von vergangenen Dingen. Archäologie ist eine Grabungswissenschaft. Mit Experimenten überprüfen die Archäologen, ob alte Geschichten auch wirklich so passiert sein können. Dazu sammeln sie Informationen aus alten Zeiten. Der Dichter Homer hat die Geschichte von dem trojanischen Pferd erzählt. Man wusste im Laufe der Zeit leider nicht mehr, wo die Stadt Troja gelegen haben soll.

Auch erzählte Herr Schulz uns von dem spannenden Alltag bei einer Ausgrabung. Doch es gibt nur noch sehr wenige Ausgrabungen, da heutzutage immer öfter eine neue Vermessungsmethode zum Einsatz kommt. Bei dieser Methode läuft eine Person über große Flächen und das Gerät kann die Erdschichten durchleuchten. Das ist praktisch, da bei Ausgrabungen auch immer die Objekte zwangsläufig kaputt gehen.

Archäologen haben kein entspanntes Leben, denn im Sommer, wenn es zu den Ausgrabungen geht, müssen sie schon um 5.30h aufstehen. Meistens helfen bei den Ausgrabungen Zeichnungen besser als Fotos, da auf der Zeichnung mehr Details eingezeichnet sind. Auf den Fotos kann man diese Kennzeichen meist nicht sehen. Was besonders oft gefunden wird, sind alte Theater und Amphitheater. Deshalb gibt es auch viele unausgegrabene Theater, da es nichts Besonderes mehr ist, wenn diese gefunden werden. Zu den Aufgaben eines Archäologen gehört auch, kleine Einzelteile sorgfältig zu pflegen und sie durch Spezialisten wieder zusammen zu bauen. Wenn Archäologen auf Ausgrabungen sind, übernachten sie übrigens häufig in Grundschulen, die während der Sommerferien geschlossen sind. - 11-2018

 

 

Hans-Riegel-Preisträger im Fach Geographie!

Johannes Hofer erhielt den 1. Platz im Fach Geographie beim Dr. Hans-Riegel-Fachpreis. Er setzte sich dabei mit seinem Thema „Wachsen oder Schrumpfen? Vergleich von Ursachenforschung zur unterschiedlichen Entwicklung zweier Kommunen“ gegen 16 weitere eingereichte Arbeiten durch.

Mit Johannes kann das Annette-Gymnasium schon zum siebten Mal in Folge einen Preisträger beglückwünschen.

Der Preis wurde am 24.09.2018 im Schloss zusammen mit der ICBF-Stiftung für besonders gute vorwissenschaftliche Arbeiten für Schüler/innen aus dem Münsterland verliehen. Die Kommission lobte dabei insbesondere die gute empirische Arbeitsweise.

Alle Siegerinnen und Sieger erhalten die Möglichkeit, als ehemalige Preisträger/innen auch weiter in den Genuss von Förderung zu kommen. So erhalten sie Angebote zu Seminaren und Konferenzen, welche die Förderung auch inhaltlich fortführen.

Wir gratulieren ganz herzlich! - 10-2018

 

 

Oberstufe des Annette-Gymnasiums beim Historikertag

Der 52. Deutsche Historikertag ist in Münster – da darf das Annette-Gymnasium natürlich nicht fehlen! Anlässlich des von der Körber Stiftung organisierten Schüler/innenprogramms besuchten zahlreiche Schüler/innen die Veranstaltungen und schnupperten in die universitäre Lehre hinein.

So befassten sie sich mit den 1968ern, lernten etwas über die historische Dimension von Fake News und widmeten sich der Migrationsgeschichte sowie der Macht kolonialer Bilderwelten. Und in der Pause wurde ein Heißgetränk in der Mensa im F-Gebäude getrunken, bei dem die Lehrkräfte in Nostalgie schwelgten.

Insgesamt waren fast 100 Schüler/innen der Oberstufe des Annette-Gymnasiums von der Einführungsphase bis zur Q2 dabei. Begleitet wurden sie dabei von Herrn Dr. Beck, Frau Boße, Frau Bußmeyer, Frau Dr. Caspary, Herrn Dr. Jung und Frau Keen. Auf dem Foto zu sehen ist die Abordnung der Q2. - 9-2018

 

 

Gründerpreis für Schüler: Sparkassen zeichnen Annette-Gymnasium aus

Die Sparkassen in Westfalen-Lippe haben zwei Schulen für ihr Engagement und die hervorragenden Ergebnisse beim Deutschen Gründerpreis für Schüler ausgezeichnet. Die Teams der Kaufmännischen Schulen Rheine, die seit Jahren an dem Gründerwettbewerb teilnehmen, belegten in der Wertung für Westfalen-Lippe die Plätze 1,2, 4 und 5 und erreichten damit den besten Querschnitt aller Teamergebnisse. Als Auszeichnung erhielt die Schule einen Geldpreis in Höhe von 4.000 Euro. Das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium aus Münster hat seinen Schülern in diesem Jahr erstmals die Teilnahme am Gründerwettbewerb ermöglicht und erhielt dafür einen Sonderpreis.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres haben bundesweit über 4.000 Schülerinnen und Schüler in knapp 850 Teams an dem Gründerwettbewerb teilgenommen und neue Geschäftsideen entwickelt. Die Teams mussten einen Businessplan inklusive Marketingstrategie und Finanzplan einreichen und sich dabei an realistischen Marktbedingungen orientieren. Bereits in den vergangenen Jahren schafften es Teams aus Rheine mehrfach unter die besten Zehn.

Die Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Professorin Liane Buchholz, lobte das Engagement der Lehrer und hob die Bedeutung von Finanzbildung hervor: „Schülerinnen und Schüler sollten ökonomische Zusammenhänge verstehen, darum ist ein wirtschaftliches Bildungsangebot an den Schulen sehr wichtig. Ohne das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, die die Inhalte in den Lehrplan integrieren und bei den Schülerinnen und Schülern Begeisterung für das Thema wecken, wäre ein Wettbewerb wie der Gründerpreis der Sparkassen nicht möglich“. - 9-2018

 

 

Mit der Freigeist-Akademie unterwegs

von: Sophie Zeggelaar

Diesen Sommer, vom 29. Juli bis zum 11. August 2018, nahm ich an der Freigeist-Akademie in Collevecchio, Italien, teil. Die Freigeist-Akademie ist eine geisteswissenschaftliche Sommerakademie für Oberstufenschüler und Schulabsolventen aus ganz Deutschland, die ein besonderes Interesse an der Auseinandersetzung philosophischer Fragestellungen aufweisen.

Die Akademie umfasst zwei Wochen, in denen jeweils zwei parallel laufende Seminare angeboten werden. Die diesjährigen Seminare waren in der ersten Woche „Was können wir wissen?“ und „Was soll es bedeuten?“ und in der zweiten Woche „Wozu Bildung“ und „Warum ist Natur schützenswert?“.

Jedes Seminar wurde von zwei Dozenten geleitet, die  an sowohl nationalen als auch internationalen  Hochschulen oder Universitäten studiert oder promoviert haben. Durch das detailreiche Wissen der Dozenten wurde uns ein umfassender Blick auf die Thematiken ermöglicht.

Ich nahm an den Seminaren „Was können wir wissen?“ und „Warum ist Natur schützenswert?“ teil. Besonders in dem Seminar zur Erkenntnistheorie lernte ich, philosophische Texte zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Nach dem Seminar „Was können wir wissen?“ hatte ich letztlich mehr Fragen als Antworten im Kopf. Dafür habe ich gelernt, alltägliche Gegebenheiten kritisch zu hinterfragen und ein Gespür für eine philosophische Herangehensweise zu entwickeln.

In dem zweiten Seminar diskutierten wir über den Treibhausgaseffekt, die Sauerstoff-Isotopen-Methode und die Milanković-Zyklen. Aus dem Seminar habe ich viele verschiedene Sichtweisen erhalten und vor allem gelernt, mit dem Begriff der Natur richtig umzugehen.

Mittags hatten wir die Gelegenheit, weiter über Themen, die in den Seminaren aufgegriffen wurden, zu diskutieren, uns auszuruhen oder an dem freiwilligen Felskletter- oder dem Italienischkurs teilzunehmen. Daneben bot es sich in unserer freien Zeit auch an, mit einem der Dozenten über die verschiedensten Philosophen zu reden oder ihn zu seinem Studium, seiner Promotion, oder Beruf zu fragen. Ein besonderes Highlight war unser zweitägiger Besuch in Rom. Wir besuchten den Vatikan, bekamen eine Führung durch Katakomben, schauten uns das Amphitheater an und genossen das leckerste italienische Essen.

Durch die Freigeist-Akademie habe ich sehr viel Neues gelernt und viele unvergessliche Erfahrungen sammeln können. Ich möchte jeder Schülerin und jedem Schüler, die/der Interesse an philosophischem Denken, kultureller Weiterbildung und bewegenden Erfahrungen mit den verschiedensten Persönlichkeiten sammeln möchte, die Freigeist-Akademie für Geisteswissenschaften ans Herz legen.

Einerseits möchte ich mich bei „Unternehmer NRW“ bedanken, die meine Teilnahme an der Akademie durch ein Stipendium ermöglicht haben, und andererseits den MINT-EC Lehrern Herrn Deittert und insbesondere Herrn Spieker, der das Empfehlungsschreiben für die Bewerbung um ein Stipendium verfasst hat, meinen besonderen Dank aussprechen. - 9-2018

 

 

EF-Kurse besuchen den Bioenergiepark in Saerbeck

von Lilli Reusch, Ben Mengler und Yunis Tiehen

Am Donnerstag, den 28.06.2018, besuchten wir, die Erdkundekurse von Frau Keen und Herrn Wolberg, den Bioenergiepark in Saerbeck. Nach einer knapp einstündigen Anfahrt aus Münster wurden wir zunächst in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wurde von Peter Engler über das Gelände geführt. Die Erkundungstour begann damit, dass wir eine Windkraftanlage von innen besichtigen durften. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zur nächsten Station, der Biokompostanlage. Dort haben wir ebenfalls einige sinnvolle Informationen erhalten, insbesondere wurden wir dabei auf unser eigenes Verhalten bezüglich der Mülltrennung aufmerksam gemacht: Merke – Kein Plastik in den Biomüll!

Auf dem Weg zur Photovoltaikanlage sind wir unter anderem an der Biogasanlage vorbeigefahren, welche momentan renoviert wird. Im Bus konnten wir dem Mitarbeiter von der Biogasanlage einige unser Fragen stellen, zum Beispiel, wieviel Energie der Bioenergiepark Saerbeck durchschnittlich produziert. Da das Gelände des Parks auf einem ehemaligen Munitionsdepot der Bundeswehr liegt, wurde auf die alten Bunker eine großflächige Photovoltaikanlange installiert.

Zum Abschluss des Rundgangs haben wir auf einem Bunker ein Gruppenfoto gemacht und letzte Fragen geklärt. Dabei ist auch rausgekommen, dass die Bürger Saerbecks mit dem Bioenergiepark sehr zufrieden sind, da sie zu Beginn die Möglichkeit hatten sich finanziell an dem Park zu beteiligen und die Energieanlagen somit als Kapitalanlagen nutzen können. Währenddessen wurde die andere Gruppe in das Konzept des Bioenergieparks in Form einer Präsentation mit anschließenden Experimenten eingewiesen. Im Anschluss wechselten die beiden Gruppen und vervollständigten so das Programm. - 7-2018

 

 

Geographie meets MINT - Erdkunde-LKs und Physik-GK besuchen das MEET

von Fiete Sengebusch (Q1)

Am 10.2.2018 besuchten die beiden Erdkunde-Leistungskurse unter der Begleitung der beiden LK-Lehrer Herr Holthues und Frau Keen zusammen mit dem Physik-Grundkurs von Herrn Grote das MEET(Münster Elektrochemical Energy Technolgoy). Organisiert wurde der Projekttag zum Thema Europa vor Ort vom MINT-Koordinator Herrn Deittert und der Schulleitung Frau Kettelhoit, die uns zu diesem Termin ebenfalls begleitete. Im Unterricht hatten wir uns zuvor unter anderem damit beschäftigt, wie der öffentliche Personennahverkehr optimiert werden kann. Hierfür leistet u.a. das MEET in Kooperation mit den Stadtwerken einen Beitrag, indem die Elektromobiltiät im Busverkehr optimiert werden soll. Auch der vergangene Projektkurs NW am Annette hat sich dieser Thematik angenommen.

Als allererstes trafen wir im MEET in einem Besprechungssaal ein. Dort wurden wir von Dr. Adrienne Hammerschmidt und Peter Croonenbroeck von dem Verein Bürger Europas e.V. begrüßt und uns wurde Sybille Benning, Bundestagsabgeordnete der CDU, vorgestellt. Herr Croonenbroeck leitete die  Diskussion zum Thema "Europa vor Ort - Einfluss und Auswirkung europäische Regional- und Forschungspolitik auf Nordrhein-Westfalen" mit einigen Informationen ein. Nun hatten wir die Möglichkeit Frau Benning Fragen in Sachen Politik, die uns interessieren, zu stellen. Diese beantwortete sie mal mehr, mal weniger ausführlich und zielführend. Wir diskutierten dabei querbeet über Themen wie Waffenexporte, europäisches Gemeinschaftsgefühl bis hin zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit auf europäischer Ebene.

Im zweiten Teil der Veranstaltung erschien nach einer kurzen Pause Frau Dr. Hammerschmidt erneut und führte uns in die Forschungsarbeit des MEET Forschungszentrums ein. Da sie Leiterin des Instituts ist, konnte sie uns umfangreich und präzise Fakten über die Einrichtung geben. Außerdem bereitete sie uns durch einige Informationen auf den folgenden Rundgang vor und brachte uns die nationale und internationale Bedeutung des Meet näher. Zudem erklärte sie uns Dinge wie z.B. Energiespeichertechnologien, wie Elektrofahrzeuge funktionieren und die Anwendbarkeit von Lithium-Ionen-Batterien. Darauf folgt eine Führung durch die Forschungseinrichtung. Im Wechsel spielte der zweite Teil der Gruppe ein Spiel rund um das Thema Europa, sodass wir auch hier unser Wissen noch weiter vertiefen konnten. Erfreulicherweise gab es auch noch jede Menge kleine Preise zu gewinnen.

Insgesamt ist es dem Projekttag gelungen, naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Themengebiete miteinander zu verknüpfen. - 3-2018

 

 

Geographie vor Ort

von Emilie Möller und Patrizia Berghoff

Zu verschiedenen Unterrichtsthemen aus dem Bereich der Wirtschafts- und Stadtgeographie unternahmen die beiden Erdkundeleistungskurse der Q2 von Frau Beckmann und Herrn Streyl am vergangenem Mittwoch und Donnerstag eine Exkursion nach Hamburg. Mit einer Barkasse fuhren wir die Elbe stromaufwärts, erreichten zunächst die Elbphilharmonie und erkundeten dann den Hafen Hamburgs. Dabei galt unsere besondere Aufmerksamkeit der Hafencity, dem größten innerstädtischen Bauprojekt Europas. Am Abend folgte eine Stadtführung durch St. Pauli. Dabei wurde zum einen über die Geschichte des Viertels informiert, zum anderen auch das Nachtleben der Stadt kennengelernt.

Der Donnerstagmorgen begann mit sonnigem Wetter und einer Besichtigung des Rathauses. Danach folgte eine zweieinhalbstündige Führung bei Airbus, dem weltweit drittgrößten Flugzeughersteller. Zwei Mitarbeiter begleiteten uns dort durch die Produktionshallen, wo die vielen verschiedenen Flugzeugmodelle stehen. Insgesamt arbeiten in dem Werk etwa 12.000 Angestellte, die in einer entspannten und kollegialen Atmosphäre die Flugzeuge zusammenbauen.

Außerdem verfügt das Gelände über ein eigenes Krankenhaus sowie einen selbstständigen Busverkehr. Der Besuch des Airbuswerks war ein gelungener Abschluss für zwei interessante Tage in Hamburg. - 2-2018

 

 

Projekt "Interkulturelle Begegnung" – Speed-Dating der besonderen Art

Am 27.2.2018 besuchte der Zusatzkurs Sozialwissenschaft der Q2 von Frau Massing die "Werkstatt für Kultur und Bildung". Im Rahmen eines Projektes war der Kurs eingeladen, in der Bildungseinrichtung einen Integrationskurs für junge Geflüchtete zu besuchen.

Die Jugendlichen bereiten sich dort auf offiziell anerkannte und zertifizierte Deutschprüfungen vor. Außerdem werden sie über das politische System der Bundesrepublik Deutschland sowie die Lebensgewohnheiten informiert. In dem Projekt treffen sich junge Geflüchtete und zukünftige Abiturienten.

Während des Besuches in der "Werkstatt" sollten möglichst viele der Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen. Familie, Kochkünste, Lebensgewohnheiten hier und in den Heimatländern und viele weitere Themen wurden in einem Speed-Dating der besonderen Art besprochen. Jedes Mal, wenn die Klangschale ertönte, wechselten wir als Gäste den Platz, um mit einem neuen Gesprächspartner zu kommunizieren. Es kam zu einem regen Austausch, keine Minute kam Langeweile auf.

Im zweiten Teil ging es um die Erläuterung von deutschen Redewendungen, wobei sich die deutschen Gäste intensiv um eine sprachlich einfache und klare Erläuterung bemühten – eine gar nicht so leichte Übung. Anschließend wurden die Redewendungen von Teilnehmern aus dem Iran, aus Afghanistan, dem Irak, aus Marokko und Ghana in verschiedenen Sprachen an die Tafel geschrieben und sinngemäß erläutert. Geschrieben wurde in der Landessprache von rechts nach links!

Für viele der Teilnehmer dieser Deutsch- bzw. Sowi-Stunde der besonderen Art fand eine Begegnung mit  Geflüchteten zum ersten Mal statt, und alle waren sich einig, dass man viel Neues und Interessantes voneinander erfahren hat. Beim nächsten Treffen werden wir die Gäste durch unsere Schule führen und das deutsche Schulsystem und Zukunfts- und Berufspläne in Kleingruppen thematisieren. Sicherlich werden wir auch einiges über das Schulsystem in den Heimatländern unserer Gäste erfahren.

Den Abschluss bildet eine gemeinsame Veranstaltung im Rahmen der "Woche gegen Rassismus", die in diesem Jahr vom 12.3.-16.3.2018 stattfindet. - 3-2018

 

 

Exkursion zum Hof Entrup

von Stella Sieger, Lena Völker, Sophia Bremer und Eva Kramer

In der letzten Woche haben wir, die Erdkundegrundkurse der Q1 von Frau Pietschmann und Frau Keen, eine Exkursion zum Gärtnerhof Entrup gemacht. Begleitet wurden wir dabei zusätzlich von Frau Walter. Dabei konnten wir viele neue Eindrücke über die biologische Landwirtschaft gewinnen.

Nach unserer Ankunft wurden wir vom Landwirt Werner Bez freundlich in Empfang genommen und wurden im Allgemeinen über den Hof informiert. Danach wurden wir auf dem Betrieb herum geführt. Zuerst zeigte er uns den Stall in dem die Mutterschafe mit ihren Lämmern und einigen Ziegen waren. Uns alle erstaunte, dass unter den insgesamt 115 Tieren, die im Stall lebten, nur ein Bock war. Hier erklärte uns Herr Bez die Haltungsform, welches Futter die Tiere bekommen und wo dieses angebaut wird.

Anschließend lernten wir etwas über den biologischen Gemüseanbau und durften einen Blick in die vier großen Folientunnel werfen, in denen ausschließlich regionale und saisonale Produkte angebaut werden. Außerdem trafen wir auf eine der zwei Auszubildenden des Betriebs, die gerade dabei war Topinambur – ein stärkereiches Gemüse - zu ernten.

Auf unsere Frage hin, wie die Produkte vermarktet werden, führte Herr Bez uns in den hofeigenen Laden.  Dort werden zweimal die Woche das selbst angebaute Gemüse, das selbst gebackene Brot und die auf dem Hof produzierten tierischen Produkte, wie Schafsmilch, Schafskäse, Ziegenmilch, Ziegenkäse, Quark, Joghurt, Eier und Fleisch, vertrieben. Zur Ergänzung des Sortiments werden biologische Produkte, wie Kosmetikartikel und Trockenprodukte, zugekauft.

Zum Abschluss des Ausflugs beantwortete Herr Bez uns offen gebliebene Fragen im Hofcafé. Dabei erfuhren wir, dass der Hof im Demeterverband Mitglied ist und die meisten Produkte unter diesem Siegel vertreibt. Eine weitere Besonderheit des Gärtnerhofs Entrup ist die solidarische Landwirtschaft, bei der bis zu 180 Mitglieder Hofprodukte in wöchentlichen Rationen gegen einen monatlichen Beitragt von max. 145 Euro erhalten. Diese können entweder auf dem Hof direkt oder auf einem der Wochenmärkte in Münster, Steinfurt oder Altenberge abgeholt werden.

Für die Zukunft wünscht Herr Bez sich eine rein biologische Landwirtschaft, was er für umsetzbar hält, sofern wir als Verbraucher unser Konsumverhalten überdenken.

Insgesamt war dies eine aufschlussreiche und empfehlenswerte Erfahrung, die uns alle dazu angeregt hat von nun an vermehrt darauf zu achten, woher unsere Lebensmittel kommen. - 2-2018

 

 

Schüler/innen des Annette-Gymnasiums beim Holocaust-Gedenktag

27. Januar 2018: Der vierte Samstag im Jahr 2018, noch 338 Tage bis zum Jahresende, noch 6 Tage bis zu den Halbjahreszeugnissen… ein ganz normaler Tag – ein Tag wie jeder andere? Nein. Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – ein in Deutschland seit 1996 bundesweiter, gesetzlich verankerter und seit 2005 auch internationaler Gedenktag, der jedoch im öffentlichen Bewusstsein oft nur wenig präsent ist.

Gleichzeitig ist es ein Gedenktag, an dem sich nun schon zum zweiten Mal viele weiterführende Münsteraner Schulen mit kleinen und großen Projekten beteiligten und so auf den Tag als solchen, vor allem jedoch auf das Gedenken an die Opfer aufmerksam machen wollen. So auch Schülerinnen und Schüler des bilingualen Geschichtskurses der Q2 unter der Leitung von Geschichtslehrerin Elsa Boße, die von der Referendarin Jennifer Bußmeyer unterstützt wurde.

Als sich der Kurs zur Teilnahme am Projekt entschied, war schnell klar, dass den Lernenden eine „nüchterne“ Darstellung von Ereignissen und Biographien nicht ausreichte. Es sollten sowohl Orte als auch Schicksale in den Fokus gestellt werden. Die Vorstellung, eben jenen, die so oft ungehört blieben, eine Stimme zu geben entwickelte sich zum Leitgedanken des Projekts. So entschieden sich die Schülerinnen und Schüler, an den Orten ehemaliger Münsteraner „Judenhäuser“, Gedichte von Holocaustopfern und – überlebenden vorzutragen, um zu zeigen, dass die Verfolgungsgeschichte nicht mit dem „Judenhaus“ endete, sondern noch viel weiterging: Die meisten Verfolgten wurden ermordet.

Darüber hinaus erschien es dem Kurs sinnvoll, die Münsteraner über die „Judenhäuser“ zu informieren und zu diesem Zweck Plakate zu erstellen. Die Planung stand bereits Ende 2017 – die konkrete Umsetzung sollte schließlich im Januar 2018 folgen.  Aufgrund einer Verletzung fiel Frau Boße jedoch leider aus. Sollte es also doch kein Projekt vom Annette-Gymnasium geben? Um eine Teilnahme dennoch zu ermöglichen sprang Kim Keen, die neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin des Annette Gymnasiums auch zur Lehrerabordnung des Geschichtsortes Villa ten Hompel zählt, ein.

Da der 27. Januar in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, entschied man sich, den Gedenktag der weiterführenden Münsteraner Schulen um einen Tag vorzuverlegen. Am Freitag war es schließlich so weit. 17 Schulen mit insgesamt 350 Schülerinnen und Schülern beteiligten sich – unter ihnen die 16 Lernenden des Annette Gymnasiums. In Kleingruppen stellten sie sich vor drei der Münsteraner „Judenhäuser“ auf, verlasen Gedichte und informierten Interessierte über die Opfer, Dichter und den Gedenktag als solchen. Um 11.30 Uhr schließlich trafen sich alle beteiligten Schulen auf dem Platz des Westfälischen Friedens im Rathausinnenhof und gedachten der Opfer des Nationalsozialismus. Kerzen wurden entzündet und einige Lernende stellvertretend für ihre Schulen von Bürgermeisterin Karin Reismann zu den Projekten befragt. So auch Erik Päßler, der erklärte, dass die Arbeit mit Gedichten einen deutlich emotionaleren und damit auch greifbareren Zugang zur Geschichte ermöglichte, als die sonst im Unterricht oft besprochenen Zahlen und Fakten. Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung trug Tabea Mittmann das Gedicht „Mit Bleistift geschrieben im verplombten Waggon“ des jüdischen Schriftstellers Dan Pagis vor.

Schülerinnen und Schüler des bilingualen Geschichtekurses der Q2 mit ihrer Lehrerin Elsa Boße. - 2-2018

 

 

Erdkunde-LK besucht den Hof Große Kintrup

von Florian Scheid

Am 16.01.2018 besuchten wir, der Erdkunde-LK der Q1 von Frau Keen, den Milchhof Große Kintrup in Handorf. Nachdem wir mit dem Bus die Anfahrt bewerkstelligt hatten, wurden wir von Frau Große Kintrup über das Gelände geführt. Bevor wir zu den Tieren konnten, mussten wir unsere Schuhe und Hände desinfizieren, um zu vermeiden, dass schädliche Keime zu den Kühen gelangen. Danach konnten wir direkt die Kälber in ihren Boxen streicheln. Die jungen Tiere waren sehr neugierig, schnupperten an uns und eines nuckelte sogar an dem Finger. Gefüttert wurden die Kleinen mit Milch aus einem Trog, an dem Saugaufsätze in derselben Form wie am Euter befestigt waren.

Kurze Zeit später ging es weiter zu den erwachsenen Tieren. In dem großen Stall roch es ein bisschen streng, aber es war gut auszuhalten. Vorne am Stall lagen die Tiere auf Stroh und hatten jede Menge Platz. Jedoch waren einige Kühe unverhältnismäßig dick, was aber nur daran lag, dass hier trächtige und verletzte Kühe lagen. Hinter diesem Bereich befindet sich ein deutlich größeres Gehege mit vielen halboffenen Boxen, in denen jeweils eine Kuh stand oder lag.

Die Tiere konnten frei herumlaufen, auch wenn der Platz begrenzt war, und hatten sogar ein paar Beschäftigungsmöglichkeiten wie Bürsten an den Wänden. Dort war auch die Melkmaschine, die uns von Frau Große Kintrup gezeigt und erklärt wurde. Die Kühe konnten, wann sie wollten, in einen Box laufen, wo sie anhand ihres elektronischen Halsbandes erkannt wurden. Dann wusste der Computer, ob sie gemolken werden musste oder nicht. Wenn nicht, öffnete sich die Box einfach wieder. Wenn doch wurde von einem elektronischen Arm erst der Euter abgebürstet, dann die Zitzen von einem Laser erkannt und schließlich vier Saugschläuche angebracht. Dann konnte gemolken werden und uns wurde erklärt, dass eine Kuh am Tag ganze 40 l Milch produziert. Die Kühe schienen die Maschine ganz gelassen zu nehmen und hielten während des Melkens bereitwillig still. Das kann auch daran gelegen haben, dass sie währenddessen mit Kraftfutter versorgt wurden. Zudem wird jede Kuh bei dem Vorgang gewogen, sodass die Futtermenge direkt angepasst werden kann.

Zum Schluss erfuhren wir noch einige Interessante Dinge über den Hof. Da er kein Öko-Siegel besitzt, bezeichnet man ihn als konventionellen Milchhof. Jedoch geht es den Kühen besser als auf vielen anderen konventionellen Höfen. Die Milch der ca. 2000 Tiere wird noch auf dem Hof weiter verarbeitet zu Joghurt, Quark, Stippmilch oder ganz normaler Milch zum Trinken. Die Produkte werden zum einen direkt zu den Kunden gebracht, aber auch regional in ausgewählten Supermärkten vermarktet. Außerdem durften wir einige dieser Milchprodukte probieren, was nach den Kälbchen das Beste war, da die Produkte äußerst frisch und lecker waren. - 1-2018

 

 

„VOLL IST OUT“ – ein Projekttag in der Stufe 8

Kennen Jugendliche die Risiken und Auswirkungen des Alkoholkonsums?

von Merle, Rabea, Liv, Lia (Pädagogik-Kurs, EF)

Dieser Frage versuchten wir, der EF-Pädagogikkurs von Frau Baumstark, im Rahmen der Alkoholpräventionskampagne „Voll ist Out“ mit Schülerinnen und Schülern der Stufe 8 nachzugehen.
Um ehrliche Gespräche mit den Jugendlichen zu führen und keine Lehrer-Schüler-Distanz zu erzeugen, schlüpften wir in die Rolle der Lehrer. Dies nennt man auch Peer-Education.

Im Unterricht bereiteten wir uns erst einmal auf diese Rolle vor, indem wir uns Hintergrundwissen über Alkohol und Sucht aneigneten und lernten, wie schulische Suchtvorbeugung in der Schule aussehen müsste, um wirksam zu sein. Zudem simulierten wir die Methoden und Spiele, die wir mit den Achtklässlern vorhatten.

In der Woche vom 04.12. bis zum 08.12.2017 war es dann soweit. Jeweils acht Schülerinnen und Schüler des Pädagogik-Kurses haben dann mit kleineren Gruppen der jeweiligen 8. Klasse das Projekt durchgeführt. Mit vielfältigen Methoden versuchten wir die Stunden so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Neben Film, Quiz, Impulskarten, Rollenspiel und unserem „Spritsack“ war eine der beliebtesten Stationen die „Rauschbrille“: Hier konnten sie einen Alkoholrausch von 0,8 und 1,3 Promille nachempfinden und mussten verschiedene Aufgaben bewältigen, etwa eine Nachricht auf dem Handy schreiben, Slalom laufen oder eine Person in die stabile Seitenlage bringen, die vom Rad gestützt war (vgl. Foto: Lia und Clara mit der 8d).

In einer kurzen Rückmelderunde bestätigte uns die Klasse, dass sie die Stunden viel besser als mit Erwachsenen gefunden hätten, weil man so viel offener erzählen und fragen konnte. Letztendlich hoffen wir, dass die Schülerinnen und Schüler in den kommenden Jahren verantwortungsbewusster mit Alkohol umgehen oder zum Beispiel selbstbewusster auftreten können, wenn sie auf einer Party nicht mittrinken möchten.
Aber auch wir haben natürlich durch das Projekt einiges gelernt. So frischten wir nicht nur unsere Fachkenntnisse über Alkohol auf, sondern lernten auch, eine fremde Gruppe Jugendlicher zu unterrichten.
Für uns endete das Projekt nach zwei Schulstunden, während die Achtklässler noch Besuch von einem ehemaligen Alkoholiker und von einem Polizisten bekamen. - 12-2017

 

 

Grundkurs Sozialwissenschaften bei der Bundesbank in Frankfurt

Seit drei Jahren lädt Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, zu einer Frage- und Diskussionsrunde mit Schülern ein. Unter dem Titel „Weidmann trifft Schülerinnen und Schüler“ wurde auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit eröffnet, sich für einen Besuch in der Hauptstelle der Bundesbank in Frankfurt zu bewerben.  Ausgehend von den im Unterricht besprochenen Themen  (u.a.: Euroraum und  Geldpolitik) entschloss sich der Sozialwissenschaftskurs mit dem Schwerpunkt in Wirtschaft unter der Leitung von Katrin Esser,  eine Bewerbung einzureichen. Die erarbeitete Bewerbung  gestaltete sich sehr überzeugend, und der Kurs wurde als eine von wenigen Schülergruppen nach Frankfurt eingeladen.

Am 1. Dezember 2017 fand das Treffen mit Jens Weidmann in Frankfurt statt. Diskutiert wurden sehr unterschiedliche Themen,  z.B. die Bedeutung von  „Kryptowährungen“ oder  die Frage nach Altersicherungen in der Bundesrepublik. Das im  Dezember 2016 eröffnete Geldmuseum wurde im Anschluss an das Gespräch besichtigt.  Dort konnte man so ziemlich alles über Geld erfahren, etwa über die Geschichte des Geldes und der Geldwirtschaft, über unterschiedliche Arten von Geld sowie über  die Bedeutung des Geldes für Wirtschaft  und Gesellschaft.

Im Ganzen stellte  der Besuch eine sehr lohnenswerte Erfahrung dar und bildete eine wertvolle Ausweitung und Vertiefung der im Unterricht besprochenen Perspektiven und Themen. - 12-2017

 

 

Mehrfache Auszeichnung durch den Bundespräsidenten

Carina Ebert (EF) erhielt einen ersten Bundespreis des Geschichtswettbewerbs, Isabelle Schmoltzi (EF) einen dritten Preis, das Annette-Gymnasium wurde als bundesbeste Schule geehrt

Am Dienstag, 22. November 2017, fand im Schloss Bellevue die feierliche Preisverleihung durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier statt. Dazu war eine mehrköpfige Schuldelegation nach Berlin gereist. Carina Ebert, Isabelle Schmoltzi, Julia Aichele (Jg. 9) und Theresa Gurlit (Jg. 8), Schulleiterin Anette Kettelhoit sowie die Geschichtslehrerinnen und Tutorinnen Katy Beck und Kim Keen vertraten die Schule beim Festakt. Dort gab es Gelegenheit, mit dem Schirmherrn des Geschichtswettbewerbs und Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier persönlich ins Gespräch zu kommen und sich über Aspekte des Wettbewerbs zu unterhalten.

Carina Ebert hatte zu dem Oberthema des Geschichtswettbewerbs „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“ die Auswirkungen und Wahrnehmungen der Türkenkriege in Münster erforscht. Für diese hervorragende Arbeit wurde sie nun mit einem ersten Bundespreis ausgezeichnet. Isabelle Schmoltzi hatte in ihrem Beitrag den Konflikt zwischen Kirche und Staat anlässlich von Wundererscheinungen einer Münsterländer Nonne im 19. Jahrhundert untersucht und erhielt dafür einen dritten Bundespreis.

Insgesamt hatten sich über 60 Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen des Annette-Gymnasiums ein halbes Jahr lang auf historische Spurensuche begeben. Sie befragten Zeitzeugen und Experten, recherchierten in Archiven und Bibliotheken. Unterstützt wurden sie dabei von den Geschichtslehrern unserer Schule in der wöchentlichen Geschichts-AG und speziellen Workshops. So wurden die Schülerinnen und Schüler zu selbstständigen Forschern, die in vielen Einzelbeiträgen die Wirkung und den Einfluss von Glauben und Religion auf das Zusammenleben der Menschen untersuchten.

Insgesamt erhielten sie dafür 10 Landespreise, 13 Förderpreise und die genannten beiden Bundespreise. Das Annette-Gymnasium ist für diesen Einsatz und diese Leistungen damit als bundesbeste Schule ausgezeichnet worden.

Es war ein toller Wettbewerb und eine grandiose Preisverleihung, die die „Annette-Delegation“ in vollen Zügen genoss. Unmittelbar nach der Rückkehr freuen sich die erfolgreichen Jung-Historiker schon auf die nächste Ausschreibung: Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Im September 2018 geht der Geschichtswettbewerb zu einem neuen Thema wieder los …

 

 

Klasse 9a gedenkt Reichsprogromnacht

von Lisa Langert und Leon Skibbe, Klasse 9a

Am 8. November 2017 haben wir, die Klasse 9a, einige der insgesamt 255 Stolpersteine in Münster in der Nähe des Annette-Gymnasiums gereinigt und mit einer Rose verziert.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hatte die Idee für das Projekt "Stolpersteine“ und sorgte dafür, dass man auch in Münster an verschiedenen Orten im Boden immer wieder auf die 10×10 cm großen Steine aus Messing trifft. Der Gedanke dahinter ist, dass die vielen Opfer des Nationalsozialismus niemals in Vergessenheit geraten sollen. Er platziert die Steine vor Häusern in denen früher z.B. Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle oder andere politisch verfolgte Menschen lebten, die durch das nationalsozialistische Regime ermordet wurden.

Da einige von ihnen in Konzentrations- und Vernichtungslagern gestorben sind, in denen ihnen ihre Identität gestohlen wurde, sind die Namen, das Geburts- und das Sterbedatum, sowie der Sterbeort der Todesopfer eingraviert worden, um ihrer damit zu gedenken und ihnen damit zumindest einen kleinen Teil ihrer Identität zurückzugeben. Damit auch in Zukunft das Andenken an die Opfer gewahrt wird, reinigen jedes Jahr zur Erinnerung an die Reichspogromnacht um den 9. November herum Schulen in Münster diese Steine.

So auch wir vom Annette-Gymnasium in diesem Jahr. Dabei ist uns aufgefallen, dass einige Leute sich der Bedeutung der Steine und somit auch der Rosen nicht bewusst waren. Sie haben die Rosen wieder aufgesammelt und wollten sie mitnehmen. Erst nachdem wir sie darauf angesprochen haben und ihnen unser Projekt erklärt haben, haben sie die Rosen wieder an ihren Platz zurückgelegt. Dieses Nichtwissen der Leute ist ein Grund mehr, auf die Stolpersteine und ihre Bedeutung aufmerksam zu machen.- 11-2017

 

 

„Schnupperkurs“ für Q1-Gymnasiasten - Schüler testeten BWL-Studium

Jetzt wissen die Jugendlichen auf jeden Fall, worum es in der Betriebswirtschaftslehre (BWL) geht. Ob sie BWL später als Fach – falls sie die Hochschulreife schaffen – studieren wollen, wird jeder für sich entscheiden. 14 Schüler der Stufe Q1 des Annette- sowie des Schillergymnasiums haben jetzt am „BWL-Schnupperstudium“ teilgenommen.

Der Kurs „Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre“ wurde zum vierten Mal vom „Deutschland-University-Netzwerk“ angeboten, dem auch das Institut für Ökonomische Bildung der Uni Münster angehört. Prof. Dr. Dietmar Krafft und Diana Püplichhuysen vom Institut unterrichteten die 16- und 17-Jährigen an zwei Freitagen und an drei Samstagen jeweils acht Stunden lang. An den Freitagen waren die Jugendlichen dafür vom Schulunterricht freigestellt worden. Zu den 40 Zeitstunden kamen rund 140 Stunden, in denen die Mädchen und Jungen Inhalte zu Hause nacharbeiten sollten. Themen des Kurses waren unter anderem Rechtsformen, Steuerarten, Unternehmerrisiko, Kostenberechnung, Marketing und auch Führungsstil in einer Firma.

„Ob ich das Fach studieren möchte, weiß ich noch nicht“, erklärte Maja Schepers (16) vom „Schiller“ auf Nachfrage. Der Kurs sei „abwechslungsreich“ gewesen, an acht Stunden-Tagen aber auch „anstrengend“. Sie wolle „auf jeden Fall etwas mit Sprache“ machen, was sich mit Wirtschaft grundsätzlich ja verbinden lasse. Leonie Bölling (16) vom „Schiller“ wollte den Kursus ausprobieren, aber sie wisse nun, dass sie beruflich doch „lieber etwas mit Naturwissenschaften“ machen möchte.

Einen praktischen Nutzen fand Julius Höslinger (17) vom „Annette“ für sich: „Einige Themen hatten wir auch im Leistungskurs Sozialwissenschaften“, sagte er. Darin habe ihm der freiwillige BWL-Kurs geholfen. Und studieren? „Das ist auf jeden Fall eine Überlegung wert.“

Jene 13 Teilnehmer, die erfolgreich abschlossen, bekamen mit ihren Zertifikaten jeweils sechs „Credit“-Punkte, die sie bei Aufnahme eines Studiums an einer Hochschule einsetzen können.

Aus: WN-Online - 16.11.2017 von Klaus Möllers

 

 

Wohnungslosigkeit in Münster im Fokus - Ein gemeinsames Projekt des Religionskurses der Jahrgangsstufe 8 des Annette-Gymnasiums und der Zeitschrift „Draussen“

Unter der Leitung von Religionslehrerin Maria Terhorst-Schweifel entstand in der Jahrgangsstufe 8 aus der Analyse einer Bibelstelle ein interessantes Projekt. Zunächst eher am traditionellen unterrichtlichen Vorgehen orientiert,  ging es anfangs darum, den Satz „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40) in seinem Kontext zu deuten. Wen aber mochte Jesus wohl mit „den Geringsten“ gemeint haben? Schnell wurde klar, dass Jesus in seiner Zeit gleich mehrere Gruppen im Auge gehabt haben könnte. Doch – auch das kristallisierte sich in den Unterrichtsgesprächen zügig heraus – leben auch heute viele Menschen eher am Rande unserer Wohlstandsgesellschaft; und genau einer dieser Gruppen wollte sich der Religionskurs widmen: der Gruppe der Menschen in Münster, die ohne festen Wohnsitz leben und dennoch ihr Leben meistern müssen.

Schnell entstand aus der Idee mehr: Die Obdachlosenzeitung „Draussen“ wurde kontaktiert, Redaktionsmitglieder und Menschen aus dieser Initiative in den Unterricht eingeladen und Gespräche im Unterricht geführt. Wie entsteht Obdachlosigkeit überhaupt? Auf welchen Wegen wird man eigentlich wohnungslos? Wie meistert man das Leben, wenn wichtige Bezüge plötzlich und unerwartet wegbrechen? Welche Wege können wieder aus dieser Notsituation heraus führen? Und vor allem: Welche Hilfen werden dringend benötigt?

Ausgehend von der Bibelstelle kamen auf diese Weise Schülerinnen und Schüler einerseits und wohnungslose Menschen andererseits einander im Gespräch näher und entwickelten zunehmend Verständnis füreinander. Dass mehrere unerwartete Ereignisse, die gleichzeitig auftreten, wie etwa Arbeitslosigkeit und Trennung,  sehr schnell in eine Notsituation führen können, ohne dass die Betroffenen etwas dagegen ausrichten können, wurde dabei sehr schnell deutlich. Rolf Meyer von der Redaktion  der Zeitschrift „Draussen“ setzte in diesem Zusammenhang auch den Stellenwert dieses Magazins sehr hoch an. Die Arbeit für „Draussen“ gebe vielen Halt, eine sinnvolle Aufgabe und sorge für ein Einkommen.

Am 10. November stattete der Religionskurs von Frau Terhorst-Schweifel zum Abschluss des Projektes der Redaktion einen Besuch ab und bedankte sich mit selbst gebackenem Kuchen für die Offenheit und Gastfreundschaft. Einen „Rucksack voller Hoffnung“ hatten die Schülerinnen und Schüler auch dabei: Warme Kleidung für die kommende kalte Jahreszeit. Längst hatten die Schülerinnen und Schüler nämlich verstanden, dass Jesus wohl zu den „Geringsten“ besonders auch die Mutigen gezählt haben musste,  die persönlich schwierige Situationen meistern und dennoch  am Rande der Gesellschaft stehen. „Insofern ist dieses Projekt sicher auch ein wichtiger Beitrag gegen gesellschaftliche Spaltung und für Verständnis und Solidarität“, freute  sich Maria Terhorst-Schweifel  über ihre gelungene Initiative. - 11-2017

 

 

Erzählcafé zwischen den Generationen

„Ankommen nach 1945 im Münsterland - als Protestanten in fremder katholischer Nachbarschaft“

„Man sollte viel öfter miteinander ins Gespräch kommen“ – darin waren sich die jungen und die alten Teilnehmer des Erzählcafés einig, das aus Anlass des Reformationsjahres am Donnerstag, den 5. Oktober 2017 im Geschichtsort Villa ten Hompel stattfand. 13 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a des Annette-Gymnasiums trafen dort auf sieben Frauen zwischen 77 und 92 Jahren sowie einen 78jährigen Mann, die als protestantische Flüchtlingskinder und Jugendliche in den Jahren 1945/46 ins katholischen Münsterland gekommen waren.

Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken befragten die Schülerinnen und Schüler jeweils zu zweit oder zu dritt ihre Gesprächspartner zu ihren Erfahrungen und Erlebnissen nach der Ankunft im Münsterland. Dabei wurden sie von jeweils zwei Teamerinnen und Teamern der Villa ten Hompel im Gespräch unterstützt.
Im Geschichtsunterricht hatten die Schülerinnen und Schüler zuvor gemeinsam mit ihren Mitschülern Fragen an ihre Interviewpartner vorbereitet:  Haben sich ihre Gesprächspartner in der katholischen Umgebung zunächst unwohl gefühlt? Durfte man mit katholischen Mitschülern spielen oder lud man sich gegenseitig zu Geburtstagen ein? Wie reagierten Eltern auf Kontakte zwischen katholischen und evangelischen Kindern?

Was passierte, wenn man sich als protestantischer Jugendlicher in ein katholisches Mädchen oder als evangelisches Mädchen in einen katholischen Jungen verliebte? Wohnten die evangelischen Flüchtlinge damals in einem Haus mit katholischen Nachbarn und kam es dabei vielleicht zu Konflikten, beispielsweise an bestimmten Feiertagen wie am Karfreitag oder am Reformationstag? Gab es materielle Unterstützung für die evangelischen Flüchtlinge von katholischen Mitbürgern, zum Beispiel in Form von Nahrungsmitteln oder Sachspenden? Wie sah der Alltag in der Schule zwischen katholischen und protestantischen Schülern aus?


Die Schwestern Irmgard Abend und Annelies Karbach-Nickel, geboren 1934 und 1936 in Wolfskirch (Wilczkowice) bei Breslau (Wrocław), berichteten Julius und Linus beispielsweise, dass es in der Schule in Lüdinghausen, wohin sie nach ihrer Flucht aus Niederschlesien gekommen waren, separate Toilettentrakte für katholische und evangelische Schüler gegeben habe. Die evangelischen Kinder mussten durch den katholischen Trakt zu ihren Toiletten laufen. Dabei gingen sie in Zweiergruppen und wurden meist von ein oder zwei Lehrern begleitet, da sie auf dem Weg oft mit Steinen beworfen wurden. Eine Schwester der beiden wurde sogar einmal von einem Stein am Kopf getroffen und erlitt eine Gehirnerschütterung. Gänzlich andere Erfahrungen machten die beiden Schwestern hingegen außerhalb der Schule, z.B. in ihren Sportvereinen. Dort hätten sie auch viele katholische Freunde gehabt und seien gut integriert gewesen. Halt fanden sie zudem in der evangelischen Kirchengemeinde, zu der sie jeden Sonntag fünf Kilometer laufen mussten. Der Kirchgang war den beiden Schwestern sehr wichtig, ebenso wie die Bewahrung von Traditionen, weil beides eine Rückkehr zur Normalität bedeutete.

Marianne Schmidt, geboren 1937 im niederschlesischen Weißenstein (Biały Kamień), entgegnete auf die Frage von Lea und Pina, an welchen Moment nach ihrer Ankunft sie sich am besten erinnern könne: „Besonders war für mich der Moment, als ich auf den [katholischen] Bauernhof kam [zu dem Zeitpunkt war sie ca. zehn Jahre alt]. Dort hatte ich zum ersten Mal wieder das Gefühl, ein Zuhause zu haben und angekommen zu sein. Ich musste zwar viel und auch schwer arbeiten, aber ich gehörte dann einfach mit zur Familie. [...] Der Bauer hat mir auch später unter anderem mein Konfirmationskleid bezahlt." Gerade im zwischenmenschlichen Bereich gab es immer wieder positive Erlebnisse zwischen katholischen Nachbarn und protestantischen Flüchtlingen. So erzählte auch Helge Flint (geb. 1937), die 1945 mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Hohensalza (Inowrocław) in Pommern über Rügen und Melle nach Münster geflohen war, ihren Gesprächspartnerinnen Julia, Sophia und Varumilla, dass die katholischen und evangelischen Kinder zwar zusammen gespielt hätten, dass aber immer wieder mehr oder weniger beleidigende Reime über die jeweils andere Konfession gemacht wurden – dies sei jedoch von den Kindern nicht unbedingt ernst gemeint gewesen. Vielmehr habe sie den Eindruck gehabt, dass hier Vorurteile der Erwachsenen unter den Kindern weitergegeben wurden.

In den vielen Gesprächen wurde immer wieder deutlich, dass die protestantischen Flüchtlinge im katholischen Münsterland sowohl Ablehnung und Ausgrenzung als auch gemeinsames Miteinander und gelebte Ökumene erfahren haben.

Der Dialog zwischen den Generationen in der Villa ten Hompel war für alle Beteiligten sehr interessant, aufschlussreich und menschlich sichtlich bewegend. Gerade in der heutigen Zeit, in der wir als Gesellschaft erneut vor der Herausforderung stehen, eine große Anzahl von Flüchtlingen zu integrieren, hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, aus den Erfahrungen und Erzählungen der älteren Generation für unsere heutige Gegenwart zu lernen. Sowohl die Zeitzeugen als auch die Schülerinnen und Schüler haben sich über das Interesse und die Wertschätzung der jeweils anderen Generation sehr gefreut.

Am Erzäh

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Termine

Do, 13. 12. 2018

17:00 h, Weihnachtskonzert, Aula

Fr, 14. 12. 2018

bis 15.12.2018, Jgst. 8, 9, EF, Q1 (einzelne SuS), Workshop Geschichtswettbewerb

Do, 20. 12. 2018

07:50 h, Schulgottesdienst, ab der 2. Stunde regulärer Unterricht

Fr, 21. 12. 2018

bis 05.01.2019, Weihnachtsferien

Mo, 07. 01. 2019

7:50 h, Unterrichtsbeginn

(kurzfristige Änderungen vorbehalten)

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